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Iris Lauterbach: Watteau (Kleine Reihe – Kunst), Köln: Taschen Verlag 2008, 96 Seiten, ISBN 978-3-8228-5315-3, EUR 7,99.
gelesen von Anna-Catharina Wedde, 11. Klasse
Maria-Ward-Gymnasium, München-Nymphenburg
lesepunkte: ●●●●○

Watteau – dieses Buch hält, was sein Titel verspricht. Die Autorin beschreibt in diesem Buch Watteaus Leben und wie es sich auf seine Kunst ausgewirkt hat. Als erstes erfährt der Leser, wie Watteau von seinen Zeitgenossen und nachfolgenden Generationen gesehen wurde. Bereits hier geht die Autorin auf bekannte Werke ein, wie zum Beispiel auf "Jupiter und Antiope", von welchem ein Teil das Cover des Buches "Das Parfüm" ziert.
Danach begibt sich der Leser auf die Reise durch die verschiedenen Lebensstationen des Malers. Angefangen bei seiner Kindheit in Flandern über seine Arbeit in einer Kopierwerkstatt in Paris bis hin zu seinem Tod. Jedem neuen Lebensabschnitt widmet die Autorin ein Kapitel. Diese sind meist aus drei Teilen aufgebaut: das Leben des Malers, die historischen Ereignisse um ihn herum und näheres Eingehen auf ausgewählte Bilder. Insgesamt besteht das Buch aus 8 Kapiteln, wobei das letzte als schöner Abschluss ein biografischer Überblick ist.
Was mich sehr ansprach, war die Beschreibung des alten Paris, in dem Watteau lebte. Die Autorin verknüpft dies sehr geschickt mit dazu passenden Gemälden. Vor allem in dem 3. Kapitel "Die Welt des Jahrmarkts und des Theaters" fand ich dieses Zusammenspiel der Bilder und der Geschichte beeindruckend. "In Paris fanden alljährlich große Jahrmärkte statt [...] Watteau war mit manchen der Schauspieler befreundet und porträtierte sie in seinen Theaterbildern." (38 f.) Hier zeigt die Autorin wieder die enge Verbundenheit zwischen dem Leben des Malers und seinen Bildern.
Auch das Thema Liebe, welches Watteau in viele seiner Bilder einfließen ließ, wird ausführlich behandelt. Vor allem die griechische Insel Cythera, die als die Insel der Liebe angesehen wurde, zeichnete Watteau in verschiedenen Versionen. Sehr interessant an diesen Bildern sind die Amoren, die die Liebespaare beeinflussen. Mit einem dieser Bilder wurde er damals auch in die Königliche Akademie der Malerei und der Bildhauerei aufgenommen. "Mit der Aufnahme in die Akademie hatte Watteau einen Status erreicht, der ihn künstlerisch und finanziell unabhängig machte." (S. 53)
Durch die abwechslungsreichen Bilder von Watteau entsteht eine Vielfalt an Themen, die über die bereits genannten noch hinausgehen. Jedes einzelne behandelt die Autorin sehr umfassend, sodass man nach dem Buch einen guten Überblick hat. Des Weiteren geht die Autorin teilweise sehr genau auf die Bilder ein, doch dies langweilte mich nicht. Im Gegenteil: Ich entdeckte dadurch Details, die mir normalerweise nicht aufgefallen wären.
Der Schwachpunkt des ausführlichen Beschreibens kam nur ein Mal zur Geltung, da die Autorin ein Wandgemälde beschreibt, welches nicht mehr erhalten ist. An dieser Stelle verliert sich die Autorin in Details, was mich als Leser schnell ermüdete.
Die Sprache ist sachlich, gut verständlich und enthält nicht viele Fremdwörter. Ansprechend ist es vor allem für Kunstinteressierte, doch auch andere werden dieses Buch gut finden.
Insgesamt fand ich das Buch aus den bereits oben genannten Gründen sehr interessant. Es ist außerdem reich mit Bildern und dazugehörigen Kommentaren versehen. Ich vergebe daher 4 Lesepunkte.
(Betreut von Anton Pfeffer)
Empfohlene Zitierweise
Iris Lauterbach: Watteau (Kleine Reihe – Kunst), Köln: Taschen Verlag 2008, 96 Seiten, ISBN 978-3-8228-5315-3, EUR 7,99, gelesen von Anna-Catharina Wedde. lesepunkte 4 (2009), Nr. 6, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/7367/
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Erstellt: 25.12.2009
Zuletzt geändert: 25.12.2009




