Giordano

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Mario Giordano: Emil Nolde für Kinder, Köln: Dumont Verlag 2006, 64 Seiten, ISBN 978-3-8321-7586-3, EUR 16,90.

 

gelesen von Carolina Vogt, 7. Klasse
Maria-Ward-Gymnasium, München-Nymphenburg

 

lesepunkte: ●●●○○

 


Das Buch bringt Kindern auf ganz besondere Weise den Künstler Emil Nolde nahe. Aufbauend auf seinem Lebenslauf lernt man viele seiner schönsten Bilder kennen und der Autor Mario Giordano versteht es in einfachen Sätzen zu erklären, in welchem Zusammenhang diese Bilder entstanden sind.

Originalzitate des Künstlers, die, farbig abgesetzt, quasi die Überschrift für den nachfolgenden Text bilden, machen Lust auf die näheren Erklärungen. Nicht nur junge Leser bekommen nach einer kurzen Zusammenfassung seines Lebens einen Einblick in die Entwicklung des Künstlers und Lust, sich näher mit dem Buch zu befassen. 

Angefangen von seinen kleinen Zeichnungen als Kind, die er als Sohn eines Bauern aus dem dänischen Dorf Nolde auch auf Stalltüren kritzelte, bis hin zu seinen Meisterwerken ist das Buch reich bebildert. 

Gegen die Widerstände seines Vaters, der wollte, dass er auch Bauer wird, setzte sich Emil, der schon immer wusste, dass er Maler werden möchte, wenigstens insoweit durch, dass er eine Schnitzschule besuchen durfte. Erst spät, mit 25 Jahren, bekommt er eine Stelle als Zeichenlehrer in der Schweiz. Dort ist er weit weg von zu Hause und kann auch in seiner Freizeit malen. Die Motive beginnen sich zu ändern. Statt der Tiere auf dem Bauernhof malt er Bilder anderer Künstler nach, er malt witzige Postkarten, Landschaften in Aquarell, später Ölbilder, auf denen er den Bergen Gesichter verleiht. Dennoch ist er geplagt von Selbstzweifeln und sagt: „Es lebt in mir die Gewissheit des Könnens, und ich konnte nichts“. Doch er nimmt seinen ganzen Mut zusammen und lässt die Postkarten drucken. Mit dem verdienten Geld finanziert er sich seinen Traum, ein Kunststudium. Er beginnt zu reisen, auch nach Paris, um zu sehen, wie andere Künstler malen, aber er bleibt seiner Malweise treu. In seinen Bildern spiegeln sich die Eindrücke der großen Reise, die Nolde durch die halbe Welt bis nach Asien und Neuguinea in der Südsee führte. Er versucht jedoch verschiedene Mal- u. Drucktechniken, die in dem Buch für Interessierte ausführlich, aber verständlich erklärt werden.  

Doch es dauert noch sehr lange, bis er mit seinen Gemälden Erfolg haben wird. Viele seiner Künstlerkollegen lehnen ihn ab. Eine große Stütze in diesen Jahren der Armut und der Einsamkeit war ihm seine Frau Ada, die er in Kopenhagen kennenlernte. 

Erst nach dem Ende des Ersten Weltkrieges ändert sich der Kunstgeschmack und Emils Bilder werden öfter ausgestellt und verkauft. Die Zeiten der ewigen Geldsorgen sind für Emil und Ada nun vorbei. Außerdem werden seine Bilder von seinen Kollegen endlich anerkannt und zu seinem 60.Geburtstag findet in Dresden eine große Nolde-Ausstellung statt. 

Doch 1933 bricht der Zweite Weltkrieg aus und die Nationalsozialisten erklärten seine Bilder für „undeutsch“ und „entartet“ und verbieten ihm schließlich das Malen. Erst als der Krieg vorbei ist, darf Emil wieder malen und erreicht mit 78 Jahren den ganz großen weltweiten Erfolg. Elf Jahre später stirbt Emil Nolde am 13. April 1956 mit 89 Jahren.

Das Buch lässt sich auch von Kindern gut lesen und ist sprachlich sehr gut verständlich. Die vielen Bilder des Künstlers und Fotos, die ihn zeigen, wecken auch das Interesse jüngerer Leser. Ich finde, dass es ein sehr gelungenes Buch ist, in dem die wichtigsten Ereignisse des Lebens von Emil Nolde gut geschildert werden und es eine gute Grundlage für ein Referat über ihn sein könnte. 

(Betreut von Anton Pfeffer) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Mario Giordano: Emil Nolde für Kinder, Köln: Dumont Verlag 2006, 64 Seiten, ISBN 978-3-8321-7586-3, EUR 16,90, gelesen von Carolina Vogt. lesepunkte 4 (2009), Nr. 6, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/7363/

Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.



Erstellt: 25.12.2009

Zuletzt geändert: 25.12.2009


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