Kreitz

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Isabel Kreitz: Die Entdeckung der Currywurst. Nach einem Roman von Uwe Timm, Hamburg: Carlsen Verlag 2005, 64 Seiten, ISBN 978-3-551-78183-3, EUR 12,00. 

 

gelesen von Simon Weiser, 9. Klasse
Gymnasium bei St. Anna, Augsburg

 

lesepunkte: ●●●●○


Currywurst essen viele Menschen gerne, da sie lecker, billig und außerdem noch schnell zu bekommen ist. Wie und warum die Currywurst „erfunden wurde“, schildert Isabel Kreitz in ihrem Comic „Die Entdeckung der Currywurst“.

Ein Mann fährt nach Hamburg, in die Stadt seiner Kindheit, und erinnert sich an die Bude von Frau Brücker, wo er jeden Tag eine Currywurst aß. Noch oft erinnert er sich an Frau Brücker und ihre Bude. Vor allem wenn in anderen Städten die Diskussion entbrannte, wo denn die Currywurst erfunden wurde. Wenn dies der Fall war, erzählt er immer von Frau Brücker. Aber die meisten waren überzeugt, dass die Currywurst in Berlin erfunden wurde. Aus diesem Grund macht er sich auf die Suche nach Frau Brücker und findet sie schließlich in einem Altersheim, um sich die Geschichte erzählen zu lassen, wie sie die Currywurst erfand. 

Diese Geschichte spielt in den letzten Tagen des „Dritten Reiches“. Während eines Kinobesuches lernt die junge Frau Brücker den Bootsmann Bremer kennen und sucht mit ihm einen Luftschutzkeller auf. Später nimmt sie ihn als Fahnenflüchtigen bei sich auf. Sie erzählt ihm, dass sie verheiratet ist und zwei Kinder hat. Er allerdings verschweigt ihr, dass er ebenfalls verheiratet ist. Tagsüber arbeitet Frau Brücker in einer Kantine, Bremer versteckt sich tagein, tagaus in ihrer Wohnung. Bremer erzählt abends immer über seine Reisen auf dem Schiff. Seine wichtigste Erzählung für die Handlung des Comics ist aber, dass er während seines Aufenthalts in Asien Reis mit Curry aß. Dann … Kriegsende! Doch Frau Brücker erzählt es Bremer nicht, da sie befürchtet, dass er dann gehen wird und sie ihn nicht verlieren will. In den nächsten Tagen merkt Bremer, dass er nichts mehr schmeckt, was dazu führt, dass Frau Brücker ihren Küchenchef fragt, was man dagegen tun kann. Er rät ihr zu etwas Scharfem. Das Problem ist aber, dass man so etwas nach dem Krieg nicht mehr bekommt. 

Nachdem Frau Brücker am nächsten Tag Bilder der Konzentrationslager sieht, erzählt sie Bremer, dass der Krieg zu Ende ist. Wie erwartet verlässt er sie auf diese Nachricht hin. Da nach dem Kriegsende in der Kantine nicht mehr so viele Mitarbeiter benötigt werden, wird Frau Brücker entlassen, was sie zwingt, andere Möglichkeiten zu finden, um zu überleben. Eine englische Familie bietet ihr ein Tauschgeschäft an, wodurch sie Curry bekommt! 

Da sie davor schon Würste eingetauscht hat, würzt sie diese nun mit Curry und wird vom Geschmack überrascht! In den nächsten Tagen eröffnet sie eine Currywurstbude, die sofort auf Begeisterung stößt. Auch Bremer kauft eine Wurst. 

Nun blendet die Handlung wieder zurück in die Gegenwart des Erzählers. Der Mann verabschiedet sich von Frau Brücker und reist ein wenig umher. Als er sie wieder besuchen will, erfährt er, dass sie verstorben ist. Auf den letzten Seiten wird der Comic durch ein Nachwort des Journalisten Frank Giese ergänzt, das das Umfeld und die letzten paar Tage bis zum Kriegsende in Textform und mit Fotos darstellt.

Mir persönlich hat der Comic gefallen, da er eine interessante Geschichte erzählt, die aus vielen guten einzelnen Elementen besteht. Meine Meinung über die Zeichnungen ist zweigeteilt: Was das Zeichnen von Gegenständen betrifft, ist Isabel Kreitz unübertroffen. Als Beispiel hierfür möchte ich das Titelbild anführen, auf dem sie die Inneneinrichtung der Currywurstbude detailgetreu und realistisch zeichnet. Doch die Gesichter haben manchmal den Hang zum Komischen und erinnern daher eher an einen Cartoon. In der Szene beispielsweise, bevor der Erzähler Frau Brückers Zimmer im Altersheim betritt, sieht man im Hintergrund einen alten Menschen mit grotesk verzerrten Gesichtszügen. Der Comic ist komplett in schwarzweiß gehalten. Wenn man keine Comics mag, könnte man sich auch das gleichnamige Buch von Uwe Timm besorgen. 

(Betreut von Dr. Claudia Weiser) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Isabel Kreitz: Die Entdeckung der Currywurst. Nach einem Roman von Uwe Timm, Hamburg: Carlsen Verlag 2005, 64 Seiten, ISBN 978-3-551-78183-3, EUR 12,00, gelesen von Simon Weiser. lesepunkte 4 (2009), Nr. 5, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/7279/

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Erstellt: 01.11.2009

Zuletzt geändert: 01.11.2009