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Klaus Kordon: 1848. Die Geschichte von Jette und Frieder, Weinheim: Beltz & Gelberg (Gulliver Taschenbücher) 2008 (7. Auflage), 528 Seiten, ISBN 978-3-407-78851-1, EUR 9,95.
gelesen von Sarah König, 9. Klasse
Städtisches Gymnasium Haan
lesepunkte: ●●●●○

Der Roman „1848. Die Geschichte von Jette und Frieder“, geschrieben von Klaus Kordon, ist der erste Teil einer Trilogie, deren zweites Buch „Fünf Finger hat die Hand“ heißt. Das dritte Buch ist noch in Arbeit.
Klaus Kordon erzählt die Geschichte der beiden Hauptfiguren Jette Mundt und Frieder Jacobi. Jette ist die kleine Schwester von Guste Mundt, die beiden sind Vollwaisen. Guste muss das Geld für Jette, sich selber und ihren kleinen Sohn Fritz durch Prostitution verdienen, denn der Vater von Fritz ist, nachdem er von Gustes Schwangerschaft erfahren hatte, abgehauen.
Frieder ist Zimmermann, er wohnt zusammen mit seiner Mutter zwei Stockwerke über der kleinen Familie Mundt und verliebt sich in Jette. Es beginnt eine wunderschöne Liebesgeschichte, die nebenbei noch die Geschichte der deutschen Revolution von 1848 erzählt, denn Frieder gehört zu den Revolutionären. Der Roman schildert detailliert die Lage des Groß- und Kleinbürgertums sowie der Arbeiterschaft. Er erklärt die Politik der Demokraten, sowie die der Anhänger der Monarchie und berichtet darüber, wie die jeweiligen Parteien vorgegangen sind.
Die Geschichte der Märzrevolution im Jahr 1848 wird am Beispiel von Frieders Lebensgeschichte erzählt. Es werden sowohl seine Zugehörigkeit zu den Demokraten erwähnt, als auch seine Beweggründe erläutert, warum er sich von deren Politik überzeugen ließ.
Am Anfang hat er scheinbar gar kein Interesse an Politik und keine sonderlich klare Einstellung zur Monarchie und dem König. Erst nach einigen Zwischenfällen, die das Buch besonders spannend machen, fängt er an, sich seine eigene Meinung zu bilden. Als er daraufhin zu den Demokraten und den Freiheitskämpfern geht, wird ihr Kampf um Freiheit beschrieben. Es wird geschildert, wie sie unterdrückt wurden, durch Gewalt zurückgewiesen wurden und trotzdem nicht aufgaben.
Leider sind die Barrikadenkämpfe, wie ich finde, viel zu ausführlich und nicht spannend genug beschrieben, dadurch wird dieser Teil des Buches sehr zäh.
Das Buch ist meiner Meinung nach aber trotzdem auf jeden Fall empfehlenswert, denn die Geschichte der Revolution wird durch das Schicksal der Personen sehr lebendig. Man kann sich die Geschehnisse viel besser vorstellen, als nur durch eine Reihe von Fakten.
Dadurch, dass die Figuren so lebendig beschrieben werden, wird das Buch noch spannender. Man kann sie verstehen und sich in ihre Lage hinein versetzen. Dadurch durchläuft auch der Leser während der Lektüre ganz verschiedene Gefühle, von Freude über Enttäuschung bis hin zu Wut und Hass. Am Ende des Buches findet sich ein Nachwort des Autors, eine Karte Berlins aus dem Jahre 1848, auf der die Barrikaden vermerkt sind, ein Anhang, sowie das Inhaltsverzeichnis.
Der Schreibstil des Autors hat mich besonders begeistert, denn er ist leicht und flüssig zu lesen und trotzdem anspruchsvoll. Ich hatte bei dem Buch das Gefühl, dass auch die Sprache, die Klaus Kordon verwendet mit dazu beiträgt, dass die Geschichte so mitreißend ist. Da das Buch meiner Meinung nach nur in der zu breiten Schilderung der Barrikadenkämpfe eine einzige Schwäche aufweist und sonst lebendig und angenehm geschrieben ist, gibt es von mir vier Lesepunkte.
(Betreut von Barbara Schöning)
Empfohlene Zitierweise
Klaus Kordon: 1848. Die Geschichte von Jette und Frieder, Weinheim: Beltz & Gelberg (Gulliver Taschenbücher) 2008 (7. Auflage), 528 Seiten, ISBN 978-3-407-78851-1, EUR 9,95, gelesen von Sarah König. lesepunkte 4 (2009), Nr. 5, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/7271/
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Erstellt: 01.11.2009
Zuletzt geändert: 01.11.2009




