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Olaf Fritsche: Rätsel um den Schwarzen Ritter (Der geheime Tunnel), Reinbek: Rowohlt Verlag 2008, 192 Seiten, ISBN 978-3-499-21438-7, EUR 6,95.
gelesen von Lisa Lützenkirchen, 8. Klasse
Liebfrauenschule Köln
lesepunkte: ●●●●○

In dem Buch von Olaf Fritsche „Rätsel um den Schwarzen Ritter“, aus der Reihe „Der geheime Tunnel“, geht es um eine der zahlreichen Zeitreisen der Freunde Lilly, Albert und Magnus. Diesmal spielt die Geschichte im Mittelalter, wo Lilly und Magnus dem fiesen Dubios hinterher reisen, weil dieser sich als wieder auferstandener Kaiser Friedrich II. ausgibt. Im Jahr 1286 angekommen, machen die beiden Bekanntschaft mit einem Mädchen namens Hilde. Hilde ist die Tochter des „Schwarzen Ritters“, auf dem ein Fluch liegt.
Dieser Fluch besagt, dass Hildes Vater bald sterben muss, und deshalb will dieser, dass seine Tochter in ein Kloster eintritt, was damals nicht selten vorkam. Hilde lehnt dies aber ab und reißt heimlich durch den geheimen Tunnel in die Gegenwart aus. Dort trifft sie Albert, der erst einmal ziemlich perplex ist. Hilde gestaltet den Keller der Villa, in der Albert wohnt, in ein altes mittelalterliches Schlafgemach um. Daraufhin schickt Albert Merlin, den Papagei, los, um Magnus und Lilly einen Hilferuf zu übermitteln.
Albert kann nicht durch den geheimen Tunnel reisen, den er mit Lilly und Magnus im Keller seines Hauses entdeckt hat, weil er im Rollstuhl sitzt und so in den verschiedenen vergangenen Zeitaltern auffallen würde. Außerdem ist es schwer, mit einem solchen Gefährt über holprigen Steinboden zu gelangen, steile Treppen zu erklimmen und sonstige Aktivitäten durchzuführen.
Nach diesem Ereignis reihen sich spannende und lustige Abenteuer aneinander, während sich zwischen Albert und Hilde eine kleine Romanze entwickelt. Dubios versetzt die Stadt in Angst und Schrecken. Hilde, Lilly und Magnus erleben, wie ein Mann am Pranger gepeinigt wird. Lilly und Magnus sind entsetzt, als Hilde ihnen erzählt, wie Diebstahl, Betrug und Verrat im Mittelalter bestraft wurden: Den Menschen wurden die Finger abgetrennt, man hat sie erhängt oder für sehr lange Zeit bei Wasser und Brot in den Kerker gesteckt.
Hilde bringt ihnen bei, wie man früher gegessen und sich gekleidet hat, berichtet aber auch, dass man für Hygiene noch keinen Sinn hatte. Denn Schweine, Kühe und Schafe liefen frei in der Stadt herum, der Nachttopf wurde einfach auf der Straße entleert – ohne, dass man aufmerksam war und geguckt hat, ob jemand unter dem Fenster entlang ging.
Das Buch „Rätsel um den Schwarzen Ritter“ ist überwiegend spannend, wobei zeitweise die Erzählweise auch humorvoll ist. Die Vorgänge im Mittelalter werden detailliert und verständlich beschrieben, insbesondere werden aufschlussreiche Vergleiche zwischen den schönen und den weniger attraktiven Seiten dieser Zeit gezogen.
Die Sprünge von der Zeitreise in die Gegenwart und wieder zurück in das Mittelalter machen deutlich, wie verschieden die Menschen damals und heute gelebt haben, wie glücklich wir sein können, baden, duschen und eine Toilette benutzen zu können. Und wie praktisch es ist, dass Messer und Gabel, Löffel und Serviette erfunden wurden.
Nicht so gelungen finde ich einige Stellen, in denen die Geschichte in die Länge gezogen wirkt, weil man schon vorher weiß, was passieren wird. Zeitweise ist die Darstellung auch übertrieben und die mittelalterlichen Verhältnisse wirken überzeichnet.
Das Buch ist aber dennoch eine Empfehlung für alle, die Spaß daran haben, in andere Zeiten mit unbekannten Sitten und in Abenteuergeschichten „zu reisen“. Ich gebe dem Buch 4 Lesepunkte.
(Betreut von Karin Kasprowicz)
Empfohlene Zitierweise
Olaf Fritsche: Rätsel um den Schwarzen Ritter (Der geheime Tunnel), Reinbek: Rowohlt Verlag 2008, 192 Seiten, ISBN 978-3-499-21438-7, EUR 6,95, gelesen von Lisa Lützenkirchen. lesepunkte 4 (2009), Nr. 5, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/7285/
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Erstellt: 01.11.2009
Zuletzt geändert: 01.11.2009




