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Manfred Theisen: Gesucht: Anne Bonny, Piratin, München: cbt 2006, 156 Seiten, ISBN 978-3-570-30373-3, EUR 5,95 (Auflage zur Zeit vergriffen)
gelesen von Miriam Puchta, 7. Klasse
Ohm-Gymnasium, Erlangen
lesepunkte: ●●●○○

In seinem Buch „Gesucht: Anne Bonny, Piratin“ beschreibt Manfred Theisen das Leben einer Piratin aus dem 18. Jahrhundert.
Anne Cormac wird als uneheliche Tochter des Anwalts William Cormac und seines Dienstmädchens geboren. Cormacs damalige Ehefrau bringt Annes Mutter wegen einer erlogenen Banalität für kurze Zeit ins Gefängnis, als sie von dem Verhältnis erfährt. Anne muss sich als Junge verkleiden. Schließlich flüchtet William Cormac mit Anne und ihrer Mutter vor seiner Ehe aus Irland nach Charlestown in Amerika.
Dort angekommen ändert sich zu Annes Leidwesen einiges schlagartig: Fortan muss sie, die ein regelrechter Wildfang ist, Kleider tragen, Spinett spielen und Französisch lernen. Doch Anne lässt sich nicht zähmen. Sie verkleidet sich als Junge, treibt sich nachts heimlich am Hafen herum, lernt mit dem Tomahawk umzugehen und bringt ihre Eltern später sogar dazu, ihr Fechtunterricht zu gewähren.
Doch Clara, ihre Haushälterin, macht ihr einen Strich durch die Rechnung: Sie erpresst ihre Familie nicht nur, nein, sie verpetzt Anne auch noch bei ihrem Vater! Nach einem blutigen Zwischenfall mit Clara muss Anne sich benehmen, doch immerhin wird sie vom Gericht freigesprochen. Aber unglückselige Zufälle drohen das Ruder noch einmal herumzureißen. Anne flieht vor diesen Verstrickungen und ihrem langweiligen Leben, indem sie mit James Bonn, einem Piraten und Geschäftspartner ihres Vaters, durchbrennt. Nachdem ihr Vater sie danach, dem Wahnsinn verfallen, für den Tod ihrer Mutter verantwortlich macht und als Mörderin anzeigt, kann Anne endgültig nicht mehr zurück.
Ihre Fahrt mit James nach New Providence, der Pirateninsel, soll der Start in ihr neues Leben als Piratin werden. Dort angekommen, verlässt Bonn, der auf der Insel als Verräter gilt, sie bald. Doch Anne findet sich gut ein bei den Piraten. Sie findet schnell Freunde und wird dank ihrer List und Tapferkeit Crewmitglied und später Kapitän. Mit ihren Freunden und Geliebten Calico und Mary führt sie ihr aufregendes, aber auch gefährliches Piratenleben besonders erfolgreich. Anne Bonny ist bald berühmt-berüchtigt. Doch es kann nicht ewig gut gehen…
Etwa ein Drittel des Buches beschreibt Anne Bonnys Leben, bevor sie nach New Providence fährt; circa ein Fünftel ihre Eingewöhnungszeit in New Providence; der Rest ihr Leben auf See als Piratin, nur ein kleiner Teil davon ihre Glanzzeit mit Mary an ihrer Seite.
Ich fand das Buch insgesamt spannend, wobei aber nur das letzte Drittel ganz besonders spannend war, da nur dieser Teil über Anne Bonnys Leben als Piratin berichtet. Das Buch vermittelt auf packende Art und Weise einen Eindruck über das Leben Anne Bonnys. Manfred Theisen erzählt ziemlich realitätsnah, bloß mit kleinen Ausschmückungen. Wer also an Anne Bonnys Lebensgeschichte interessiert ist, sollte dieses Buch unbedingt lesen, wer aber einen Roman mit dem typischen geschönten Bild der Piraten als Helden erwartet, wird enttäuscht werden. Denn Manfred Theisen zeigt die guten, aber eben auch die schlechten Seiten der Piraterie auf. Die Sprache ist zwar gut verständlich, jedoch muss man die harten Wahrheiten der Piraterie verdauen, weswegen ich dieses Buch frühestens ab der siebten Klasse empfehlen würde. Ich gebe diesem Buch drei Lesepunkte.
(Betreut von Hans-Martin Kühl)
Empfohlene Zitierweise
Manfred Theisen: Gesucht: Anne Bonny, Piratin, München: cbt 2006, 156 Seiten, ISBN 978-3-570-30373-3, EUR 5,95 (Auflage zur Zeit vergriffen), gelesen von Miriam Puchta. lesepunkte 4 (2009), Nr. 4, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/7249/
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Erstellt: 31.08.2009
Zuletzt geändert: 31.08.2009




