Schneede

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Uwe M. Schneede: Die Geschichte der Kunst im 20. Jahrhundert. Von den Avantgarden bis zur Gegenwart, München: C.H.Beck 2001, 335 Seiten, ISBN 978-3-406-48197-0, EUR 29,90.

 

gelesen von Philipp Graf, 13. Klasse
Wittelsbacher Gymnasium, München

 

lesepunkte: ●●●●●

 


Das Buch von Herrn Schneede erhebt einen hohen Anspruch: Es möchte nichts weniger sein als eine Übersicht über die Kunst des 20. Jahrhunderts! Und genauso umfangreich, wie sich das anhört, ist das Buch auch. Die Hardcover-Ausgabe erstreckt sich über ca. 300 Seiten Text, mit farbigen Abbildungen durchsetzt. Inwieweit das Buch diesen Anspruch erfüllen kann, erläutere ich gleich, möchte vorher allerdings noch auf die äußeren Merkmale eingehen.  Schneede gliedert seine Kunstgeschichte in 22 Kapitel, wovon sich jedes über 15-20 Seiten erstreckt. Die Kapitel sind noch untergliedert, bilden allerdings einen einheitlichen Text.

Der Text bewegt sich dabei zwischen einer Erzählung, einem Schulbuch und einem Essay. Gekonnt spannend erzählt Schneede die Kunstgeschichte, macht dies allerdings auch so strukturiert, dass die Lektüre durchaus geeignet ist, um sich systematisch Wissen anzueignen (beispielsweise ideal als Abiturvorbereitung). Und doch schafft er es, zwischen den Zeilen und manchmal auch in direkter Art, seine eigene Meinung über das beschriebene Werk oder den beschriebenen Künstler erkennbar zu machen. Das Erstaunlichste dabei ist, dass der Text sehr interessant und sehr lesbar geschrieben ist. Schneede wirft nicht mit Fachausdrücken um sich oder versteckt sich gar hinter Begriffen der schwammigen Art, wie man sie öfters auf Vernissagen hört. Vielmehr bringt er die Sachverhalte auf den Punkt. Vorwiegend in prägnanten Hauptsätzen. Für einen jeden Leser, der sich für Kunst interessiert, ist das Buch also empfehlenswert und ich bin mir recht sicher, dass es ihm Spaß machen wird, es zu lesen. 

Dabei ist hervorzuheben, dass sich das Buch auch von der Thematik und vom Anspruch her  natürlich und besonders für Laien eignet. Vorhandenes Vorwissen kann von Nutzen sein, ist aber nicht nötig, um das Gesagte zu verstehen.

Doch auch für den Leser, der Vorwissen besitzt im Bereich der Kunstgeschichte, ist das Buch empfehlenswert. Denn der Autor, von 1991 bis 2006 Direktor der Hamburger Kunsthalle und vorher 5 Jahre lang Professor für Kunstgeschichte in München, eröffnet auch abseits der gängigen Schultheorie erweiterte Perspektiven auf den Sachverhalt und bestimmte Details. So schafft er zum Beispiel, was vielen anderen Texten über Beuys misslingt. Er erklärt verständlich dessen Intention und den Symbolcharakter vieler Werke. Dabei lässt er seine besondere Vorliebe für Beuys zum Vorschein kommen. Auch Duchamp und Picasso, zwei Künstler, die sicherlich zu den bedeutendsten des 20. Jahrhunderts gehören, werden ausführlich behandelt. Und auch wenn er Schwerpunkte setzt, lässt er kaum einen Künstler in seiner Einordnung und Besprechung aus, der in irgendeiner Art bedeutsam für die Kunstgeschichte war. 

Auch den neuesten Phänomenen der Videokunst und digitalen Fotografie wird Rechnung getragen. So zum Beispiel mit Jeff Wall oder dem umstrittenen Gursky, der mit seinen großformatigen, digital überarbeiteten Fotografien die Meinungen der Betrachter spaltet.

Zusammenfassend lässt sich „Die Geschichte der Kunst im 20. Jahrhundert“ sehr empfehlen. In keinem anderen kunstgeschichtlichen Buch, das ich bisher gelesen habe, verbindet sich fundiertes Wissen, eine spannende Schilderung und eine Liebe zur Kunst so erfolgreich wie hier! 

(Betreut von Christoph Hessel) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Uwe M. Schneede: Die Geschichte der Kunst im 20. Jahrhundert. Von den Avantgarden bis zur Gegenwart, München: C.H.Beck 2001, 335 Seiten, ISBN 978-3-406-48197-0, EUR 29,90, gelesen von Philipp Graf. lesepunkte 4 (2009), Nr. 4, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/7231/

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Erstellt: 31.08.2009

Zuletzt geändert: 31.08.2009