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Uri Orlev: Der Mann von der anderen Seite, Weinheim: Beltz & Gelberg (Gulliver Taschenbücher) 2008, 224 Seiten, ISBN 978-3-407-74084-7, EUR 7,80.
gelesen von Robin Rawiel, 8. Klasse
Bischöfliches Albertus-Magnus-Gymnasium, Viersen-Dülken
lesepunkte: ●●●●○

Der Jugendroman „Der Mann von der anderen Seite“ von Uri Orlev handelt vom Warschau des Jahres 1943, zur Zeit des Holocaust. Der 14 Jahre alte Junge Marek schmuggelt mit seinem Stiefvater Antoni, zu dem er anfangs ein schlechtes Verhältnis hat, nachts Nahrungsmittel und Waffen in das jüdische Ghetto. Dorthin gelangen sie durch die Kanalisation, über einen Einstieg im Keller des Hauses.
Eines Tages raubt Marek zusammen mit seinen zwei Jahre älteren Freunden einen hilflosen Juden auf der Straße aus, dem gerade die Flucht aus dem Ghetto gelungen ist. Dabei denkt er sich, dass seine Freunde dies auch ohne ihn tun würden, es also letzten Endes keinen Unterschied macht, ob er nun dabei ist oder nicht. Um so fassungsloser ist er, als seine Mutter, nachdem sie von dieser Tat erfahren hat, ihm von der jüdischen Herkunft und Religion seines verstorbenen Vaters erzählt. Er beschließt, das unrechtmäßig erworbene Geld einem anderen hilflosen Juden zu überlassen, und trifft bald darauf Herrn Jozek, mit dem er sich sehr schnell anfreundet. Er hilft ihm, sich vor möglichen Verfolgern zu verstecken. Doch als im Judenghetto, aus dem Herr Jozek geflohen ist, ein schon lange geplanter Aufstand ausbricht, will er unbedingt zurück, um gegen die deutschen Besatzer zu kämpfen. Marek hilft ihm, den langen, beschwerlichen Weg durch die Kanalisation zurück ins Ghetto zu gehen ...
Der Autor dieses Buches erzählt rückblickend, d.h. so, als ob er die Geschichte vor Jahren erlebt hätte und dem Leser jetzt davon erzählt. Er nimmt auf diese Weise auch einige Sachen vorweg und springt immer wieder kurz in die Erzählgegenwart. Das bewirkt, dass man als Leser das Gefühl hat, persönlich dabei gewesen zu sein, und man meint, der Autor erzähle einem die Geschichte von Angesicht zu Angesicht.
Das Buch ist auf jeden Fall empfehlenswert, auch wenn der Anfang sich lange hinzieht. Es dauert z.B. zwei ganze Kapitel, um Mareks Stiefvater haarklein zu beschreiben. Aber später wird das Buch so spannend, dass man es gar nicht mehr aus der Hand legen will und stundenlang liest. Dann ist es schade, dass das Buch so schnell ausgelesen ist! Ich gebe diesem Buch 4 von 5 Punkten.
(Betreut von Karoline Zielosko)
Empfohlene Zitierweise
Uri Orlev: Der Mann von der anderen Seite, Weinheim: Beltz & Gelberg (Gulliver Taschenbücher) 2008, 224 Seiten, ISBN 978-3-407-74084-7, EUR 7,80, gelesen von Robin Rawiel. lesepunkte 4 (2009), Nr. 4, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/7239/
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Erstellt: 31.08.2009
Zuletzt geändert: 31.08.2009




