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Steen T. Kittl / Christian Saehrendt: Was will Kunst?, Frankfurt a. M. / New York: Campus Verlag 2009, 200 Seiten, ISBN 978-3-593-38646-1, EUR 19,90.
gelesen von Mandy Czelinski, 10.Klasse
Winckelmann-Gymnasium, Stendal
lesepunkte: ●●●●○

Das Buch „Was will Kunst?“ beschäftigt sich mit allen Epochen der Kunstgeschichte und versucht, einen allgemeinen und doch klaren Überblick über eine breit gestellte Frage zu vermitteln. Kunst ist subjektiv, über sie wurde schon immer gestritten, und sie hat nichts Festes, weshalb sie immer wieder neu interpretiert wird. Das wird im Buch oft betont.
Auf 200 Seiten setzen sich die beiden Autoren mit dem Thema auseinander, das in 19 Kapitel unterteilt ist. Der in regelmäßige Abschnitte gegliederte Text ist mit vielen Bildern zu den jeweiligen Beispielen illustriert, was die Sache anschaulicher macht, zumal sie farbig gestaltet sind. Zu gekennzeichneten Stichwörtern findet man sofort eine Erklärung und die Kurzübersicht der Künstler. Der Umschlag des Buches ist robust, mit einem auffälligen Farbmotiv versehen, das wohl auf die gefleckte Haut eines Feuersalamanders anspielt, wie man aus dem Vorwort des Buches schließen kann.
Bemerkenswert fand ich, dass die Autoren nicht allein, sondern mit Schülern und Studenten gearbeitet haben, die sie sogar in ihrer Danksagung erwähnen.
Schon das Vorwort mit den Erinnerungen des Künstlers Benvenuto Cellini und die Erkenntnis, dass der Künstler wie ein Salamander sei, also unsterblich und in seinen Bildern weiterlebe, verschafft einen spannenden Einstieg in das Buch. Zwar beschränken sich die Autoren aus Gründen der Übersichtlichkeit nur auf die Kunstgeschichte Europas, aber dabei sind sie sehr gründlich.
Angefangen bei der Höhlenmalerei verschafft das erste Kapitel einen Eindruck von der Vielfältigkeit der Kunst, ihrer Entstehung und Entwicklung. Durch gute Überleitungen entsteht ein fließender und zusammenhängender Text, der gut lesbar ist.
Immer wieder setzen sich die Autoren mit der Frage „Was will Kunst?“ auseinander, und sie versuchen, sie Stück für Stück zu beantworten. Zum Schluss findet der Leser viele Antworten, die zu seiner eigenen Meinungsbildung beitragen können. Das Fazit „[…] ohne Kunst kann eine Gesellschaft zwar funktionieren. Lebendig aber wird sie erst mit Kunst.“ regt zum Nachdenken an.
Sprachlich ist das Buch, meiner Meinung nach, einfach genug gehalten, weshalb es sich auch für Jugendliche eignen würde, die sich mit der Materie des Buches, der Kunst, gern beschäftigen. Dennoch vertieft das Buch die Probleme und liefert viele Informationen. Auch für Leser, die sich nicht als Kunst-Fans sehen, würde sich ein Blick in das Buch lohnen, da man verständlich an die Thematik herangeführt wird und der Schreibstil allein schon interessant ist.
Die Stärke des Buches liegt in seiner Übersichtlichkeit, seiner Verständlichkeit und Lesbarkeit sowie der Nähe zum Leser, da man sich mit den gewählten Beispielen gut auseinandersetzen kann. Außerdem erhält man einen Einstieg in die Kunstgeschichte und interessante Nebenfakten, wie zum Beispiel, dass der Name Lucy (das sind versteinerte Überreste eines Menschen, die in den 70er-Jahren gefunden wurden) nach dem Lied „Lucy in the Sky with Diamonds“ von den „Beatles“ gewählt wurde, welches das Lieblingslied der Forscher war.
Zu bemängeln ist die übergroße Zahl der Künstler, die in dem Buch erwähnt werden und deren Namen nicht im Text hervorgehoben werden. Hätte man hier nicht wie mit den Stichwörtern verfahren können? Diese werden nämlich hervorgehoben und auch erklärt.
Mein Fazit: Das Buch ist weiterzuempfehlen und vielleicht auch als Ergänzung zum Kunstunterricht geeignet, da es schülerfreundlich geschrieben ist, besser als manches Lehrbuch.
(Betreut von Albrecht Franke)
Empfohlene Zitierweise
Kittl_Steen Was will Kunst, in: historicum.net, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/7262/
Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.
Erstellt: 06.09.2009
Zuletzt geändert: 06.09.2009




