Kerr

  / lesepunkte.de / Archiv / Ausgaben / 2009/4

Judith Kerr: Eine Art Familientreffen, Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 2008 (Neuauflage), 256 Seiten, ISBN 978-3-473-58005-7, EUR 6,95. 

gelesen von Sara Jolly und Magdalena Hinterbrandner, 6. Klasse
St. Anna Gymnasium, Augsburg

 

lesepunkte: ●●○○○

 


In diesem Buch geht es um eine junge Frau namens Anna, die nach dem 2. Weltkrieg mit einem berühmten Schriftsteller verheiratet ist. Sie ist sehr glücklich in ihrer Ehe und fängt an, die innerliche Verwundung zu verarbeiten, die sie durch den Tod ihres Vaters in der Kriegszeit erlitten hat.

Anna wird jedoch plötzlich nach Berlin gerufen, mit der Nachricht, dass ihre Mutter an einer Lungenentzündung erkrankt ist. Als sie in Berlin ankommt und ihre Mutter besuchen will, liegt diese bereits im Koma. Anna aber rettet ihr, unter vielen Mühen, das Leben. Ihre Mutter erzählt ihr schließlich, dass sie nicht an einer Lungenentzündung leide, sondern sich umbringen wollte, weil ihr Freund Konrad eine Affäre hatte. Anna versucht, ihre Mutter fröhlich zu stimmen, dieser Versuch bleibt aber vergeblich. Denn der Liebling der Mutter ist immer noch Annas Bruder Max. 

Die Mutter vertraut ihm mehr an und ist nur in seiner Gegenwart glücklich. Letztendlich wird ihre Mutter aber wieder zuversichtlicher; auch weil ihr alter Freund Konrad sich um sie sorgt und sich entschuldigt. Anna reist wieder ab, mit vielen Erinnerungen an die vergangenen Zeiten im Krieg. Immer wieder bekommt sie Weinkrämpfe und reagiert auf alles sehr hysterisch. Ein zusätzlicher Grund für ihre schwankende Stimmung: Sie ist schwanger. 

Wir finden dieses Buch gut, um mehr über die Zeit des Nationalsozialismus und die Nachkriegszeit zu erfahren und es ist auch gut zum Lesen nebenbei. Aber dennoch ist die Geschichte nicht immer optimal geschrieben. Sie kann an manchen Stellen ziemlich schleppend zu lesen sein. Das Buch ist zum ersten Mal im Jahr 1979 erschienen und vielleicht kennt ihr bereits die Autorin Judith Kerr. Es ist interessant zu wissen, dass mit dem vorliegenden Buch eine Trilogie zum Abschluss kommt, die mit dem bekannten Klassiker „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ beginnt (der zweite Band heißt „Warten bis der Frieden kommt“). 

(Betreut von Dr. Claudia Weiser) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Judith Kerr: Eine Art Familientreffen, Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 2008 (Neuauflage), 256 Seiten, ISBN 978-3-473-58005-7, EUR 6,95, gelesen von Sara Jolly und Magdalena Hinterbrandner. lesepunkte 4 (2009), Nr. 4, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/7235/

Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.



Erstellt: 31.08.2009

Zuletzt geändert: 31.08.2009