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Nina Blazon: Die Königsmalerin, Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 2008, 352 Seiten, ISBN 978-3-473-35278-4, EUR 16,95.
gelesen von Louisa Wagener, 10.Klasse
Gymnasium Grafing
lesepunkte: ●●●○○

„Die Königsmalerin“ ist ein historischer Roman über die Kunst, die Liebe und die Intrigen der Inquisition in der spanischen Königswelt des 16. Jahrhunderts.
Die junge, aber sehr talentierte Malerin Sofonisba Anguissola trifft eines Tages eine Frau, die sie sofort fasziniert. Irgendein dunkles Geheimnis verbirgt sich hinter ihren tiefen, dunklen Augen. Doch ehe Sofonisba etwas über die Frau herausfinden kann, stürzt diese sich vom Kirchturm in den Tod. Doch ihr Geist scheint Sofonisba förmlich zu verfolgen. Jede Nacht träumt sie von dieser Frau. Da bekommt die junge Malerin einen Auftrag am spanischen Königshof: Sie soll dort der 15-jährigen Isabel de Valois (der Braut von König Philipp) Malunterricht geben. Glücklich reist Sofonisba daraufhin nach Spanien, in der Hoffnung die merkwürdige Frau hinter sich zu lassen…
Gleichzeitig wird die Geschichte von der jungen Lien van Lyster erzählt, die auch mit ihrem Onkel – dem Hofmaler – zum spanischen Hof kommt. Auch sie hat schon von der berühmten Malerin aus Italien gehört und möchte unbedingt die Kunst des Malens erlernen, um die Seele ihre Freundin Ana zu retten. Ana fiel kurz zuvor der Inquisition in die Hände und wurde auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Jetzt soll sie wenigstens auf den Bildern weiter leben. Doch die Häscher der Inquisition lauern überall: Als Lien plötzlich durch die Verkettung unglücklicher Umstände in die Hände der Inquisition gerät, ist nicht nur ihr Leben in tödlicher Gefahr, sondern auch ihr Umfeld und damit auch das Leben von Sofonisba….
Zunächst beginnt das Buch eher langweilig und man hat keine große Lust weiterzulesen. Dennoch lohnt es sich, denn es wird immer spannender und packender und man denkt: „Hey, das ist ja doch ganz gut!“
Die verschiedenen Charaktere, ihre Gefühle und Gedanken sind sehr gut beschrieben. Somit kann sich der Leser sehr gut in die verschiedenen Personen hineinversetzen und ihre Handlungen und Gedanken nachvollziehen. Dennoch irritiert es etwas, dass immer abwechselnd in Ich-Form, also aus der Sicht von Sofonisba, und der Er/Sie-Form, also aus Sicht von Lien, erzählt wird.
Ein weiterer Punkt, der mich irritiert hat, ist diese sonderbare Frau, die Sofonisba gesehen hat. Sie taucht immer wieder auf, aber bis zum Ende des Buches weiß man nicht, was es mit ihr auf sich hat. Ich verstehe bis jetzt nicht, was diese Frau zu bedeuten hat, warum sie Sofonisba so fasziniert hat und welches Geheimnis sie hat.
Auch das Ende ist etwas enttäuschend. Es schien mir ein bisschen unwirklich. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass so etwas in der damaligen Zeit möglich gewesen ist. Deswegen kam es mir etwas zu sehr fantasiert und damit unecht vor. Aber wer weiß, vielleicht gab es damals ja ein solches Wunder?!
Ich würde das Buch Lesern empfehlen, die sich sehr für Kunst bzw. Maltechniken interessieren. Am Anfang eines jeden Kapitels, die alle Namen von Farben tragen, wie z.B. „malachitgrün“, wird erklärt, was man mit dieser einen Farbe machen kann, wie sie wirkt oder wie man sie verwenden sollte. Auch geht es in dem Buch öfter um die Farben. Dies kann manchmal auch ein bisschen öde auf Nicht-Kunst-Interessierte wirken.
Alles in Allem war ich doch etwas enttäuscht und würde dem Buch daher nur knapp 3 Lesepunkte geben. Aber nur, weil es trotzdem stellenweise sehr fesselnd und mitreißend ist.
(Betreut von Uta Löhrer)
Empfohlene Zitierweise
Nina Blazon: Die Königsmalerin, Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 2008, 352 Seiten, ISBN 978-3-473-35278-4, EUR 16,95, gelesen von Louisa Wagener. lesepunkte 4 (2009), Nr. 4, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/7233/
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Erstellt: 31.08.2009
Zuletzt geändert: 31.08.2009




