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Lutz van Dijk: Themba, München: cbt 2008, 224 Seiten, ISBN: 978-3-570-30459-4, EUR 6,95.
gelesen von Marlene Weller, 9. Klasse
Gymnasium St. Wolfhelm, Schwalmtal-Waldniel
lesepunkte: ●●●●○

Der Jugendroman Themba, von dem deutsch-niederländischen Autor Lutz van Djik geschrieben und erstmals 2006 im Verlag C: Bertelsmann veröffentlicht, handelt von einem fußballbegeisterten Jungen, der trotz der schweren Infektionskrankheit AIDS den Lebensmut nicht verloren hat.
Dieser Junge namens Themba lebt mit seiner Mutter Mandi und seiner Schwester Nomtha in dem kleinen Dorf Mvezo, in einer hügeligen Landschaft in Südafrika. Sein Vater ist schon seit mehreren Jahren verschwunden und der kleinen Familie reicht das Geld kaum zum Überleben, auch wenn ihnen Thembas Großvater Tatomkhulu immer wieder unter die Arme greift.
Plötzlich taucht ein fremder Mann auf, der sich als Onkel Luthando vorstellt. Als er erzählt, er kenne Thembas Vater, nimmt Mandi ihn bei sich auf, in der Hoffnung, etwas über den Aufenthaltsort ihres Mannes zu erfahren. Zu Beginn passt sich Luthando gut den Familienverhältnissen an, er zeigt sich freundlich und hilfsbereit. Und doch ist er Themba und seiner Schwester nicht geheuer und, wie sich bald herausstellt, zu Recht.
Als der Onkel eines Abends schwer verwundet nach Hause kommt, ändert sich alles. Durch seine Verletzungen kann er vorerst nicht mehr arbeiten gehen und fängt auch noch eine Beziehung mit Mandi an. Thembas einzige Ablenkung ist das Fußballtraining mit den Lion-Strikers, einer kleine Mannschaft, die er mit seinen Freunden gegründet hat.
Doch bald kommt der nächste Schock: Mandi muss nach Kapstadt reisen. Sie muss dort Arbeit finden, da ihre Stelle auf einer kleinen Farm gekündigt wurde. Themba fängt an, sich mit Luthando zu streiten, da dieser das Geld und die Besitztümer der Mutter in deren Abwesenheit an sich reißt.
Voller Zorn auf den Onkel steckt Themba nun all seine Energie in seine Fußballmannschaft. Bei einem Turnier gegen andere kleine Vereine können sie sich beweisen und bekommen Unterstützung von einem berühmten Fußballmanager.
Doch das Glück hält nicht lange an. Noch in derselben Nacht des Turniertages wird Themba von dem betrunkenem Luthando vergewaltigt. Voller Angst und Hass flieht er mit seiner Schwester Nomtha nach Kapstadt. Dort will er seine Mutter finden, von der er seit langem kein Lebenszeichen mehr vernommen hat: Eine harte Zeit beginnt.
Die beiden Geschwister finden ihre Mutter krank und abgemagert in einer Baracke. Mandi hat AIDS. Als sie eines Nachts vor lauter Schmerzen bewusstlos wird, bringt Themba sie in ein Krankenhaus. Dort wird festgestellt, dass sie wohl für immer in ärztlicher Behandlung bleiben muss. Themba ist geschockt und befürchtet, selbst mit dem HIV-Virus infiziert zu sein, da Luthando ja auch ihn vergewaltigt hatte. Aber von seiner Befürchtung erzählt er seiner Mutter und Nomtha nichts, aus Angst sie unnötig zu beunruhigen.
Als das Geld immer knapper wird, ruft der Junge voller Verzweiflung den Fußballmanager an, der ihn bei den Lion-Strikers angesprochen hatte. Dieser gibt Themba die Möglichkeit, Fußball in der Jugendmannschaft von Kapstadt zu spielen und dabei auch noch Geld zu verdienen. Damit geht für Themba ein Traum in Erfüllung. Auch Nomtha bekommt eine Arbeitsstelle. In einer Klinik für aidskranke Kinder hilft sie für einen guten Lohn aus.
Bei einem Besuch in dieser Klinik fühlt sich Themba stark genug, um mit Nomtha über die Nacht zu reden, in der er vergewaltigt wurde. Daraufhin besteht sie darauf, dass er einen AIDS-Test macht. Dieser fällt positiv aus. Doch der Test ist schnell vergessen, als Themba eine einmalige Chance bekommt, mit der Nationalelf zu spielen. Er schießt das entscheidende Tor und bei einer anschließenden Pressekonferenz beschließt er spontan seine HIV-Infektion bekannt zu machen. Damit befreit er sich selbst von einer großen Last.
Durch den offenen Umgang mit dem Tabuthema AIDS in Afrika wird Themba zu einem Vorbild für viele Menschen. Mit diesem außergewöhnlichen Jungen fühlt man beim Lesen mit, man begleitet ihn durch die Höhen und Tiefen seines schweren Lebens.
Dieses Buch beruht auf einer wahren Geschichte, was meinen Respekt für Themba noch verstärkt. Er ist über eine Schwelle getreten, über die sich viele auch heutzutage noch nicht trauen.
Trotz des schwierigen Themas ist der Roman leicht verständlich geschrieben. Wenn doch einmal etwas unklar ist, kann man in dem kleinen angehängten Wörterbuch nachschlagen. Obwohl ich eigentlich kein Fußballfan bin, hat mich diese Geschichte sehr mitgerissen und noch lange nach dem Lesen beschäftigt.
(Betreut von Markus Brans)
Empfohlene Zitierweise
Lutz van Dijk: Themba, München: cbt 2008, 224 Seiten, ISBN: 978-3-570-30459-4, EUR 6,95, gelesen von Marlene Weller. lesepunkte 4 (2009), Nr. 3, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/6997/
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Erstellt: 16.06.2009
Zuletzt geändert: 16.06.2009




