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Lorenz Korn: Geschichte der Islamischen Kunst (Beck'sche Reihe: bsr - C.H. Beck Wissen 2570), München: C.H. Beck 2008, 142 Seiten, ISBN 978-3-406-56970-8, EUR 7,90.
gelesen von Julian Volland, 11. Klasse
Ohm-Gymnasium, Erlangen
lesepunkte: ●●●○○

Das Buch von Lorenz Korn bietet eine, meiner Meinung nach, geglückte Zusammenfassung der wichtigsten Fakten der islamischen Kunstgeschichte von ihren Anfängen bis zur Neuzeit. Natürlich ist das auf gut 140 Seiten mit Bildern nur begrenzt möglich. Allerdings weist der Autor auch schon im Vorwort darauf hin, dass das Buch nur eine Vorstellung von islamischer Kunst schaffen soll und keinesfalls als Lexikon zu sehen ist, in dem jede Kleinigkeit aufgeführt wird. Einen Einstieg kann es jedoch bieten und bei Interessierten durchaus Lust auf weitere Lektüre über dieses Themengebiet machen. Somit ist der Zweck erfüllt.
Das Werk ist sehr klar gegliedert, was es gut lesbar macht. Das erste der sieben Kapitel befasst sich noch mit den allgemeinen Zügen der islamischen Kunst und macht einige wichtige Zusammenhänge klar. Im zweiten Kapitel geht der Autor auf den Bezug der islamischen Kunst zur Antike ein, was ebenfalls sehr interessant ist. Kapitel drei bis sechs werden eher spezifisch. Hier befasst sich der Autor mit Moscheen, Palästen, Ornamentik und Kalligrafie, diese kleine Auswahl trifft er, um einen Teil des großen Fächers der islamischen Kunst zu entfalten.
Sprachlich ist das Buch meines Erachtens eher komplex, will heißen sachlich und anspruchsvoll gehalten, was natürlich damit zusammenhängt, dass es sich um ein Sachbuch und nicht um einen Roman handelt. Das soll allerdings nicht heißen, dass wir es mit einem unverständlichen, völlig hochgeistigen Titel zu tun haben. Ich möchte lediglich betonen, dass es sich bei diesem Buch nicht um eine „Gute-Nacht-Lektüre“ handelt, sondern eher um ein Buch, welches konzentriert und aufmerksam gelesen werden muss, um die Zusammenhänge zu verstehen, was, wenn dies geschieht, jedoch sehr viel Freude bereiten kann. Der Autor Lorenz Korn ist Professor für islamische Kunstgeschichte und Archäologie an der Universität Bamberg. Es ist allerdings nicht nur seine Professur, die mich von seiner Kompetenz als Autor überzeugt hat, sondern auch die Art, wie er schreibt. Ein sehr sachlicher Sprachstil mit, wie schon erwähnt, teilweise komplexen Passagen, die nach mehrmaligem Lesen aber doch gut verständlich und fundiert sind. Meiner Meinung nach sind die Dinge, über die Lorenz Korn in seinem Buch berichtet, Tatsachen und haben Hand und Fuß. Außerdem sind am Ende des Buches noch ein Personen- und Ortsregister und eine Übersicht über die islamischen Dynastien zu finden, was die geschilderten Sachverhalte überprüfbar und somit glaubwürdig macht.
Die Stärken des Buches „Geschichte der Islamischen Kunst“ liegen in der kurzen und übersichtlichen Zusammenfassung der islamischen Kunstgeschichte von den Anfängen bis heute. Man kann sich einen ersten Überblick verschaffen und bei Bedarf noch tiefer in die Materie einsteigen. Die einzige Schwäche ist, dass es eben keine Alltagslektüre für jedermann, sondern eher für den Interessierten bestimmt ist, der es auch in Kauf nimmt, eine Passage öfter lesen zu müssen, um sie ganz zu durchschauen.
Mein Fazit lautet, dass das Buch durchaus weiterzuempfehlen ist, vorausgesetzt der Leser hat wirklich Interesse, etwas über islamische Kunstgeschichte zu erfahren und nicht nur, sich die Zeit zu vertreiben. Von mir bekommt das Buch 3 von 5 Lesepunkten, da es sehr informativ, aber eben nicht so spannend wie ein Roman ist und trotz der geringen Seitenzahl und der Bilder auch mehr Zeit in Anspruch nimmt. Ein wenig schade finde ich auch, dass ein Universitätsprofessor es nicht wirklich schafft, den Funken seiner Begeisterung für sein Fachgebiet auf den Leser überspringen zu lassen, sondern durchgehend sachlich und trocken bleibt wie die Wüsten, in denen die Kalifen ihre Jagdresidenzen bauten, über die in diesem Buch zum Teil berichtet wird. Was nicht heißen soll, dass es mir nicht gefallen hat. Meine ganz persönliche Meinung ist, dass mir die Lektüre des Buches ein gutes Stück Allgemeinbildung mehr gebracht hat. Heutzutage ein wenig über die islamische Kultur Bescheid zu wissen und was es mit der Religion, der Kunst und dem Bilderverbot auf sich hat, ist durchaus gut, wenn man mit dem momentanen Weltgeschehen Schritt halten will. Im Großen und Ganzen empfehlenswert!
(Betreut von Franz-Josef Üffing)
Empfohlene Zitierweise
Lorenz Korn: Geschichte der Islamischen Kunst (Beck'sche Reihe: bsr - C.H. Beck Wissen 2570), München: C.H. Beck 2008, 142 Seiten, ISBN 978-3-406-56970-8, EUR 7,90, gelesen von Julian Volland. lesepunkte 4 (2009), Nr. 3, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/7009/
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Erstellt: 16.06.2009
Zuletzt geändert: 16.06.2009




