Bentele

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Günther Bentele: Riss im Spiegel, Stuttgart: Thienemann Verlag 2006, 352 Seiten, ISBN 978-3-522-17753-5, EUR 18,00. 

 

gelesen von Nina Bergen, 9. Klasse
Liebfrauenschule, Köln

 

lesepunkte: ●●●○○

 


Das Buch „Riss im Spiegel“ ist ein historischer Krimi, der von einem Mädchen handelt, das als Dienerin an den Hof des Herzogs von Ludwigsburg befohlen wird und die oft rätselhaften, teils gefährlichen Seiten des Lebens im Residenzschloss kennen lernt. Neben der Geschichte, die das Buch erzählt, erfährt man als Leser auch viel Geschichtliches über die Zeit der Fürsten- und Herzogtümer und dass es damals nicht immer so wunderschön war, wie man es sich meistens vorstellt.

Susanne Töpfer, Bauerntochter aus Häfnerhaslach im Stromberg, im Großraum um Stuttgart, ist 15 Jahre alt und ungewöhnlich hübsch. Insgeheim freut sie sich darüber, doch sie darf es nicht zeigen. Keuschheit ist das sechste Gebot und Pfarrer, Vater und Vikar setzen alles daran, dass Susanne es nicht bricht. Als Susanne dann aber wegen ihrer Schönheit an den Hof des Herzogs gerufen wird, um dort Dienst zu tun, kann ihr Vater dies nicht verhindern. Susanne geht fröhlich und guter Hoffnung nach Ludwigs- oder auch Lumpenburg, wie es im Volksmund gerne genannt wird. Aber sie muss nicht die einer unsichtbaren Dienerin entsprechenden Arbeiten erledigen und wird von Anfang an geschont. Wofür und für wen, wird sie erst nach und nach herausfinden und erhält dabei tatkräftige Unterstützung von Hilde Weißvogel, Rolf Wurster und Lena Schäfer, ihren neuen Freunden, die sie am Hof kennen lernt. Auch die Herrschaften Frau von Zaber und Herr von Thal bieten ihre Hilfe an, jedoch nicht ohne Hintergedanken und die Sorge um den eigenen Vorteil. 

Es dauert nicht lange und „Demoiselle Suzanne“ lebt in dem Reichtum, von dem sie immer geträumt hat, der allerdings nicht von langer Dauer ist. Denn als seine Durchlaucht, der Herr Herzog, ermordet wird, lastet man diese Tat Susannes Geliebtem, Werner Gauger, an, einem Schreinermeister, der zur Schuldenbegleichung am Hof Soldatendienst leisten muss. Susanne muss ihre Gemächer neben denen des Herzogs und ihre Bediensteten wieder Frau von Zaber übergeben. 

Fest entschlossen, den unschuldigen Werner aus der Gefangenschaft zu befreien, macht sich Susanne an die Aufklärung des Mordes. Man erkennt, dass Auf- und Abstieg ganz nah beieinander liegen und bei Hof nichts umsonst geschieht. 

Mir gefällt an dem Buch besonders der Schreibstil des Autors, der das Gefühlsleben der Personen sehr gut schildert. Nicht so überzeugen konnten mich die teilweise doch sehr undurchsichtigen Andeutungen vor allem am Schluss des Buches. 

Der Krimi wird aus der Ich-Perspektive eines Mädchens erzählt und das zum Teil recht intim, weshalb ich denke, dass das Buch eher für Mädchen geeignet ist, da diese sich besser mit Susanne und ihren Gefühlen und Gedanken identifizieren können. Günther Bentele hält sich in seinem Krimi genau an die äußeren Umstände der damaligen Zeit sowie die örtlichen Gegebenheiten des Barockschlosses Ludwigsburg und erklärt zusätzlich historische Zusammenhänge in seinem Nachwort. Außerdem enthält das Buch auch einen Plan des Ludwigsburger Schlosses. Alles in Allem ist „Riss im Spiegel“ ein lesenswertes Buch.

(Betreut von Christa Weber) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Günther Bentele: Riss im Spiegel, Stuttgart: Thienemann Verlag 2006, 352 Seiten, ISBN 978-3-522-17753-5, EUR 18,00, gelesen von Nina Bergen. lesepunkte 4 (2009), Nr. 1, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/6795/

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Erstellt: 16.02.2009

Zuletzt geändert: 16.02.2009