Toporski

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Werner Toporski: Kalte Zeiten, München: cbt 2007, 192 Seiten, ISBN 978-3-570-30314-6, EUR 5,95. 

 

gelesen von Julia Löscher, 7. Klasse
Bischöfliches Albertus-Magnus-Gymnasium Viersen-Dülken

 

lesepunkte: ●●●

 


Das Buch „Kalte Zeiten“ handelt von den Erlebnissen eines Mädchens im Zweiten Weltkrieg; es ist extra für Jugendliche geschrieben. Lena, das Mädchen, das von diesen Erlebnissen erzählt, wohnt mit ihrer Mutter und ihren fünf Geschwistern auf einem großen Bauernhof in Wały. Wały ist ein kleines Dorf in Polen. Hier leben jedoch noch viele deutschstämmige Menschen – Lena und ihre Familie gehören dazu –, da diese Gegend bis kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs zu Deutschland gehört hatte. In Wały              versorgen sie Kühe, Pferde und andere Tiere. Die Familie muss ohne den Vater auskommen, der an der Front ist und nur an Festtagen für kurze Zeit nach Hause kommen kann.

Zuerst ist der Krieg noch weit fort, doch dann kommt er immer näher. Nun sind auch Lena und ihre Familie gezwungen, ihre Sachen zu packen. Sie müssen einen Karren beladen und sich auf die Flucht nach Stuttgart machen, wo Verwandte wohnen. Unterwegs beobachtet Lena, wie Panzer eine ganze Menschenmenge überrollen. Sie und ihre Familie werden täglich überfallen. Schließlich wird ihnen auch ihr Wagen weggenommen. Lena lernt am Gesicht der Menschen abzulesen, ob sie ihnen trauen kann. Ihre Mutter verzweifelt an ihrer schlimmen Situation und versucht sich das Leben zu nehmen. 

Als die Familie keinen Ausweg mehr weiß, kehrt sie zurück nach Wały. Hier kommt sie zunächst in einer Bruchbude mit vielen anderen Menschen unter. Die Mütter müssen arbeiten. Obwohl die Bewohner von Wały selbst wenig zu essen haben, stecken sie den Frauen immer etwas für sie und ihre Kinder zu. Dann muss die Familie weiter ziehen und kommt schließlich in einem Kohlenkeller unter. Nun beginnt die Kinderarbeit. Lenas Mutter bringt ein Mädchen zur Welt, aber es verhungert bald. Die Mutter und Lenas Bruder werden krank, doch irgendwie überleben sie. Lena selbst wird von ihrer Familie getrennt, kommt zunächst bei guten Leuten unter, dann aber wird sie zu einem Trinker und Schläger gebracht und handelt sich dort sofort Ohrfeigen ein. Schließlich kann sie davonlaufen, zurück zu ihrer Mutter.

Als die Mutter beschließt, mit ihren Kindern doch nach Deutschland zu gehen, weigert sich Lena zuerst: Sie meint, ihre Mutter könne sie vor dem Krieg nicht beschützen. Am Ende aber willigt sie doch ein, und sie erreichen schließlich das Allgäu; auch der Vater kehrt zurück. Außer dem kleinen neugeborenen Mädchen hat die Familie niemanden verloren. 

Nun, das war’s von Lena und ihrer Familie. Es ist ein sehr gutes Buch und es war beim Lesen immer spannend zu erfahren, wie der Weg der Familie von Polen nach Deutschland führt. Ich glaube, dass diese Geschichte vielen Menschen im Krieg genau so oder noch schlimmer passiert ist. Einige Familien haben sich sicherlich nicht wieder gesehen, nachdem sie durch den Krieg getrennt worden waren. Durch das Buch kann man über diese Geschichte einmal nachdenken. Das Buch ist sehr empfehlenswert. Ich verleihe diesem Buch vier Punkte. 

(Betreut von Karoline Zielosko) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Werner Toporski: Kalte Zeiten, München: cbt 2007, 192 Seiten, ISBN 978-3-570-30314-6, EUR 5,95, gelesen von Julia Löscher. lesepunkte 3 (2008), Nr. 6, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/6673/

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Erstellt: 15.12.2008

Zuletzt geändert: 15.12.2008