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Kurt Held: Giuseppe und Maria, Düsseldorf: Sauerländer 2006, 632 Seiten, ISBN 978-3-7941-6080-8, EUR 19,90.
gelesen von Lisa Helm, 7. Klasse
Bischöfliches Albertus-Magnus-Gymnasium Viersen-Dülken
lesepunkte: ●●●●○

Kurt Held erzählt in seinem Roman „Giuseppe und Maria“ die Geschichte eines italienischen Jungen, der im Zweiten Weltkrieg seine Eltern verliert und unter schwierigen Umständen den Alliierten von Neapel nach Rom folgt.
Giuseppe Bassi, ein italienischer Junge, verliert seine Eltern bei einem Bombeneinschlag. Als Waise macht er sich auf den Weg zu seiner ihm unbekannten Tante nach Neapel. Auf der Suche nach ihr lernt er den Jungen Ulisse kennen. Dieser besitzt einen Esel, einen Affen und einen Karren. Zusammen finden sie die Tante und ihre Familie. Seit kurzem lebt dort auch das Waisenkind Maria. Gemeinsam handeln die drei mit Orangen und spielen Zirkusartisten, um etwas Geld zu verdienen.
Als Gendarmen Maria ins Waisenhaus bringen wollen, fliehen sie zu einem anderen Verwandten ans Meer. Dort lernen sie Fischfang und Schmuggel kennen. An einem Morgen werden alle Schmuggler aus der Umgebung gefangen genommen. Auch die beiden Jungen werden gesucht, flüchten aber mit Maria. Sie wollen nach Rom, wo sie den Vater des Mädchens zu finden hoffen. Auf dem Weg dorthin legt sich ein Offizier mit Ulisse an. Er will den Karren und den Esel haben. Er verletzt den Jungen so schwer, dass er nach einigen Tagen stirbt.
Giuseppe und Maria setzen ihre Reise nach Terracina fort. Dort treffen sie auf einen ehemaligen Lehrer. Er möchte seine zerstörte Schule wieder errichten, die beiden helfen ihm dabei. Der dankbare Lehrer erzählt ihnen, dass es in Anzio eine Kinderstadt gebe, wo Waisenkinder aufgenommen und versorgt würden. Die beiden machen sich sofort auf den Weg.
Aber dort ist doch alles anders als erwartet. Die Waisen, die in der Kinderstadt leben, müssen die amerikanischen Soldaten in Anzio bestehlen. Maria geht mit anderen Kindern betteln und stiehlt ebenfalls. Giuseppe möchte keine Straftaten begehen und wird deshalb von den anderen Kindern schikaniert. Als die Militärpolizei von einem Überfall auf amerikanische Soldaten hört, muss sie auch in der Stadt der Kinder ermitteln. Dabei wird jedoch nichts Verdächtiges gefunden. Zudem belügt der Hausvater die Gesetzeshüter.
Gegen seinen Willen verlassen Maria, Giuseppe und zwei andere Jungen namens Antonio und Daniele die Kinderstadt. Sie treffen auf amerikanische Soldaten, die Giuseppe von der Beerdigung seiner Eltern kennt. Antonio informiert diese über das Geschehen in der Kinderstadt. Daraufhin werden erneut Ermittlungen aufgenommen, die sich gegen den Hausvater richten. Im Gegenzug beschuldigt er die vier, die Bandenführer zu sein. Obwohl einige Soldaten an ihre Unschuld glauben, kommt es zu einer weiteren Flucht nach Rom. Unterstützt werden die Kinder von einem Freund Antonios.
Letztendlich kommt es zu einem mehrtägigen Prozess. Nach vielen Zeugenaussagen wird der Hausvater verurteilt und die vier Kinder freigesprochen. Zusammen mit seinen Freunden geht Giuseppe zurück nach Anzio. Dort gründen sie ihre eigene Kinderstadt.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist spannend, informierend und interessant geschrieben. Mindestens jede Flucht ist ein neuer Spannungsbogen, und durch die wörtliche Rede gestaltete Kurt Held das Buch lebendig.
Eindrucksvoll erzählt der Autor das Leben der italienischen Kinder zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Er zeigt sie als Leidtragende des Krieges. Die Gebäude und die Landschaften werden sehr genau dargestellt, so dass der Leser sich das Geschehen gut vorstellen kann. Außerdem erfährt man viel über das Leben in der Kriegszeit in Italien. Man kann sich sehr gut in die Lage der Hauptperson Giuseppe hineinversetzen, da immer ausführlich beschrieben wird, wie er sich fühlt und was er tut. Ich empfehle das Buch unbedingt weiter, weil es nie langweilig wird, und gebe ihm vier Punkte.
(Betreut von Karoline Zielosko)
Empfohlene Zitierweise
Kurt Held: Giuseppe und Maria, Düsseldorf: Sauerländer 2006, 632 Seiten, ISBN 978-3-7941-6080-8, EUR 19,90, gelesen von Lisa Helm. lesepunkte 3 (2008), Nr. 6, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/6665/
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Erstellt: 15.12.2008
Zuletzt geändert: 15.12.2008




