Reiche

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Dietlof Reiche: Keltenfeuer, München: dtv (Reihe Hanser) 2006, 448 Seiten, ISBN 978-3-423-62269-1, EUR 8,00. 

 

gelesen von Anabelle Pöhlmann, 8. Klasse
Gymnasium St. Wolfhelm, Schwalmtal-Waldniel

 

lesepunkte: ●●●○○

 


Das Buch „Keltenfeuer“ von Dietlof Reiche handelt von dem Mädchen Kathrin Beckmann, das mit ihrer Familie auf einem Bauernhof lebt. Die wenigen Felder und die Arbeit des Vaters als Getränkefahrer bei einer Brauerei, bringen nicht genug Einkommen, um die Familie zu ernähren. Deswegen richten sie eine Ferienwohnung auf ihrem Hof ein.

Kathrin mähte gerade die Wiese um den kreisrunden Hügel, den es schon seit Urzeiten gab. „Klong!“. Ein Stein hat sich im Schneidmesser verfangen. Ihr Vater wird wohl sauer sein, denn sie hat erst die Hälfte der Wiese gemäht und die Wetteraussichten sind schlecht. Das Schneidmesser muss zur Reparatur gebracht werden und der Stein auf die Pyramide. 

Denn Generationen von Beckmanns haben alle Steine, die ihnen beim Mähen zwischen die Messer gekommen sind, auf einem Hügels zu einer kleinen Pyramide aufgetürmt. Als Kathrin auf diesem Hügel ein altertümlich gekleidetes Mädchen erscheint, berichtet sie Leon davon, dem Sohn der Archäologin, die sich als Urlauberin bei den Beckmanns einquartiert hat. Zuerst glaubt er ihr nicht, bis ihm am selbem Ort ein Krieger gegenübersteht. 

Sie spüren, dass dieser Hügel ein gefährliches Geheimnis birgt, das es zu schützen gilt. Denn kriminelle Raubgräber, Leons Mutter Brigitte Lange-Krueger und ihr Arbeitskollege Danny Reiter vermuten darin ein Keltengrab. Deshalb wollen sie den Hügel inspizieren und gegebenenfalls ausgraben. Dabei wissen die Erwachsenen nicht, dass das Keltenmädchen und der Keltenjunge im Grab leben. Ihre Absicht ist, alle Feinde zu töten, wenn sich jemand an dem Hügel zu schaffen macht. Die beiden Kelten sind Sendboten ihres Stammes, der Remi, und sollen eine neue Heimat für die Remi finden. Deshalb wurden sie von dem Druiden Kondurix in einen besonderen, sehr tiefen Schlaf versetzt, der sie in eine andere Zeit bringen soll. Aber wie sollen Leon und Kathrin das den anderen erklären? Können sie den Hügel schützen? Wird es Opfer geben? 

Für mich war das Thema „Kelten“ absolut neu. Meine Erwartung, dass das Buch zu wissenschaftlich sein könnte, war unbegründet. Es wird dadurch aufgelockert, dass sich Leon und Kathrin ineinander verlieben. Leider wird darauf nur selten zurückgegriffen. 

Man erfährt einiges über die Geschichte und die Sitten der Remi. Die Informationen dazu holte sich der Autor aus dem Buch „Kelten-Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur“, von Helmut Birkhan.  

Das ausgerechnet mitten auf dem Land in Hessen Kelten gelebt haben sollen, schien mir  unwahrscheinlich zu sein. Stellt man genauere Recherchen an, findet man jedoch heraus, dass es in Hessen tatsächlich Kelten gab. Von Beginn des Buches an ist man im Geschehen dabei. Das lässt Spannung aufkommen, die nur selten unterbrochen wird. Dies könnte auch daran liegen, dass es sich gut lesen lässt und leicht verständlich ist. Ich hätte dem Buch jedoch nicht den Titel „Keltenfeuer“ gegeben, da das Feuer zwar vorkommt, aber keine Hauptrolle spielt. Ich empfehle „Keltenfeuer“ für Leserinnen und Leser ab zwölf Jahren. Ein gewisses Interesse an dieser Epoche sollte der Leser allerdings mitbringen. Bewertung: drei Punkte, gutes Buch, empfehlenswert.

(Betreut von Markus Brans) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Dietlof Reiche: Keltenfeuer, München: dtv (Reihe Hanser) 2006, 448 Seiten, ISBN 978-3-423-62269-1, EUR 8,00, gelesen von Anabelle Pöhlmann. lesepunkte 3 (2008), Nr. 5, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/6140/

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Erstellt: 27.10.2008

Zuletzt geändert: 27.10.2008