Vosseler

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Nicole C. Vosseler: Das Haus der Spione, Würzburg: Arena Verlag 2007, 384 Seiten, ISBN 978-3-401-06066-8, EUR 16,95. 

 

gelesen von Nora Wolf, 8. Klasse
Gymnasium bei St. Anna, Augsburg

 

lesepunkte: ●●●●○

 


„Das Haus der Spione“ spielt im goldenen Zeitalter Englands unter der Regierung Elisabeths I.: Als der 13 jährige Nicolas aus dem evangelischen Pfarrhaus und damit auch seinen Adoptiveltern davongelaufen ist, schlägt er sich als Taschendieb in den Straßen Londons durch. Dort begegnet ihm auch zum ersten Mal das Zigeunermädchen Leonora.

Nicolas’ Leben ändert sich schlagartig, als Doktor John Dee, ein bedeutender Mathematiker und Astrologe, ihm zunächst ohne Gegenleistung Kost und Logis anbietet. Die Neugier überwiegt und so nimmt Nicolas skeptisch an. Sein Leben im Hause Dee scheint perfekt. Zu seiner Überraschung trifft er auch Leonora wieder, die mit ihren Eltern nahe dem Anwesen lagert. Eher zufällig platzen die beiden mitten in eine geheime Versammlung und müssen feststellen, dass das Haus Dee eine wichtige Anlaufstelle für zahlreiche Spione Walsinghams ist. Hierauf bekommt Nicolas angeboten, selbst eine Ausbildung als Spion zu erhalten. Dieses Angebot nimmt er begeistert an. Ein Jahr lang quält er sich unter der tatkräftigen Hilfe Leonoras mit französischer Grammatik, Schnitzeljagden und schwierigen Codes. Aufgrund der Fürsprache Doktor Dees schickt ihn Walsingham an der Seite eines anderen Spions in die französische Botschaft. Doch zunächst wissen weder der Spion noch Nicolas, der eben diesen im Auge behalten soll, voneinander. 

Die Überraschung ist groß, als Leonora und Nicolas feststellen müssen, dass es sich bei dem als katholischen Priester untergetauchten Spion um einen Schauspieler handelt. Nachdem diese Sache für Nicolas abgeschlossen ist, wird er nun in ein Haus geschickt, in dem ein großer Verschwörer und Anhänger Maria Stuarts lebt. Nicolas' Tatendrang wird etwas gedämpft, als Leonora, für die er inzwischen mehr als nur Freundschaft empfindet, den Sommer über mit ihren Eltern weiter zieht. Auch kommt er mit seinem Auftrag nicht so recht voran. Der feine Herr ist fast nie da, traut ihm nicht und versteht es, seine Briefe unauffindbar zu machen. So hat Nicolas den Winter über nichts überragend Wichtiges zu melden.  

Den entscheidenden Einfall in Hinblick auf die Briefe liefert dann doch die zurückgekehrte Leonora. Und so entdecken sie sie in einer unverschlossenen Schatulle unter dem Bett. Doch als sie gerade dabei sind, die Briefe zu öffnen, platzt der Besitzer plötzlich herein, fest entschlossen, dem kleinen Schnüffler ein für allemal den Garaus zu machen. Glücklicherweise glaubt er nur, Nicolas habe ihm Geld gestohlen. So kann Nicolas im letzten Augenblick mit den wertvollen Briefen entkommen. Kaum aus dem Haus geht die Verfolgungsjagd weiter, die beiden werden in die Enge getrieben und es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als in die eiskalte Themse zu springen. Ihr erster Weg an Land führt sie direkt zu Walsingham, dem sie von ihrem sensationellen Fund berichten. Dieser schickt sofort seine Leute aus, um die Widersacher Elisabeths zu gefangen zu nehmen. Geschwächt und nass, jedoch auch stolz, nimmt Nicolas an der Gefangennahme teil und das Ergebnis ist hoch zufriedenstellend. 

So gut wie allen Verschwörern kann der Prozess gemacht werden, obgleich die kostbaren Briefe „baden“ gegangen sind. Völlig entkräftet sinkt Nicolas in sich zusammen und wacht erst nach fünf Wochen im Hause Walsinghams wieder auf. Für Leonora erfüllt sich ihr Traum, beim Theater zu arbeiten. Auf Nicolas wartet ein Zuhause in Gestalt des freundlichen Anwesens Doktor Dees. 

Nicole Vosseler schafft es in dem Buch ihre Geschichte nahtlos in die Realität der damaligen Zeit einfließen zu lassen. Jeder, der in seiner Kindheit von Abenteuern träumte, kann sich bestens in die Hauptpersonen hineinversetzen. Und neben all dem Spaß lernt man auch noch etwas über die Geschichte Englands und des englischen Geheimdienstes. Das Buch fesselt und lässt sich problemlos ab 12 lesen. Ich gebe ihm 4 von 5 möglichen Punkten. 

(Betreut von Dr. Claudia Weiser) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Nicole C. Vosseler: Das Haus der Spione, Würzburg: Arena Verlag 2007, 384 Seiten, ISBN 978-3-401-06066-8, EUR 16,95, gelesen von Nora Wolf. lesepunkte 3 (2008), Nr. 4, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/6038/

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Erstellt: 13.08.2008

Zuletzt geändert: 13.08.2008