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Annie Pietri: Die Orangenbäume von Versailles, Berlin: Bloomsbury 2007, 256 Seiten, ISBN 978-3-827-05205-6, EUR 9,90.
gelesen von Lucas Schüren, 9. Klasse
Marienschule Krefeld
lesepunkte: ●●●○○

Der Jugendroman „Die Orangenbäume von Versailles“ von Annie Pietri, dessen französischer Originaltitel „Les orangers de Versailles“ lautet, führt den Leser zusammen mit der 14-jährigen Marion an den Hof Ludwigs XIV. Das Mädchen wird Kammerzofe der Marquise de Montespan, die zu diesem Zeitpunkt die Favoritin des „Sonnenkönigs“ ist. Von Beginn an wird Marion, Tochter eines Parkgärtners, von der prächtigen Welt am Hofe des Königs in den Bann gezogen. Schnell gewinnt sie die Gunst der Favoritin. Hierbei hilft ihr außer der Tatsache, dass sie im Gegensatz zu den meisten anderen gleichaltrigen Mädchen lesen und schreiben kann, vor allem die Fähigkeit, angenehm duftende Parfums zu kreieren. Doch je länger sie an der Seite der Marquise ist, desto mehr legt Marion ihre Bewunderung für die Favoritin ab. Denn neben dem charmanten äußerlichen Auftreten der Madame de Montespan lernt die Zofe auch deren dunkle Seite kennen und gewinnt einen immer besseren Einblick in die grausamen Pläne dieser Frau, die nicht nur mit aller Macht Königin werden, sondern auch ihren Sohn zum Thronfolger machen will.
Zunächst vertraut Marion ihre Sorgen wie immer nur den Orangenbäumen in den weiten Parkanlagen von Versailles an, ehe sie beschließt, dass sie handeln muss, bevor es zu spät ist, und aus diesem Grund Unterstützung beim Arzt d’Aquin sucht.
Der Roman überzeugt mit einer klaren und leicht zu verstehenden Sprache, die viele passende Formulierungen beinhaltet. Ein sehr guter und sinnvoller Teil ist das umfassende Glossar. Hier werden außer den Namen von damals bedeutenden Personen, die im Laufe des Geschehens des Buches mehr oder weniger wichtige Rollen spielen, auch ältere Fachbegriffe erläutert. So wird Verständnisproblemen vorgebeugt und der Sinnzusammenhang teilweise noch deutlicher.
Ein Nachteil sind jedoch die fehlenden Bilder, mit denen sich der Leser besser in die jeweiligen Situationen hätte hineinversetzen können. Zudem ist es bedauerlich, dass erst gegen Ende ein wenig Spannung aufkommt, die allerdings ziemlich flach bleibt, da sich der Leser besonders dadurch, dass zuvor alles als so wunderbar beschrieben wird, auf ein „Happy End“ einstellt, worin er sich dann später auch bestätigt sieht. Dadurch wirkt das Ende sehr märchenhaft, was den ansonsten wirklichkeitsnahen Handlungszusammenhang leider etwas unrealistisch und übertrieben macht. Außerdem war für mich ein Schwachpunkt, dass das Buch wohl eher als „Mädchenbuch“ zu bezeichnen ist, was wohl auch damit zusammenhängt, dass die Hauptfigur eine weibliche Person ist und sich die Geschichte deshalb eher mit für Mädchen interessanten Angelegenheiten (z.B. den Parfums) beschäftigt.
Dennoch halte ich das Buch insgesamt für empfehlenswert, da es sich aufgrund der gut verständlichen Sprache sowie der kurzen Kapitel flüssig lesen lässt und man als Leser vieles über das damalige Hofleben der Adligen und Könige erfährt.
(Betreut von Dr. Ansgar Hoff)
Empfohlene Zitierweise
Annie Pietri: Die Orangenbäume von Versailles, Berlin: Bloomsbury 2007, 256 Seiten, ISBN 978-3-827-05205-6, EUR 9,90, gelesen von Lucas Schüren. lesepunkte 3 (2008), Nr. 4, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/6042/
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Erstellt: 13.08.2008
Zuletzt geändert: 13.08.2008




