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Svetlana Alpers: Rembrandt als Unternehmer. Sein Atelier und der Markt, Köln: Dumont Buchverlag 2003, 309 Seiten, ISBN 978-3-8321-7297-8, EUR 24,90.
gelesen von Clara Schott, 12. Klasse
Wittelsbacher Gymnasium München
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Svetlana Alpers bringt zum Vorschein, wie sehr Rembrandt eigentlich eher einem tüchtigen Geschäftsmann gleicht, der sein Talent sowie sein Kapital geschickt zu investieren weiß, als einem einfachen Porträtmaler. Bereits während seiner langjährigen Arbeit in Uylenburghs Werkstatt in Amsterdam sammelt der Künstler Erfahrung über Herstellungsmethoden und den Vertrieb von Kunstwerken. Diese Fähigkeiten wird er später einmal in seinem eigenen Atelierbetrieb zur Geltung bringen.
Durch seine Aufsteigerheirat mit der Bürgermeistertochter Saskia und den anschließenden Kauf eines übertrieben prunkvollen Hauses erfüllt er vollends das Klischee eines Künstlers der damaligen Zeit. Rembrandt erlebt die Phase der "Professionalisierung" der Künstler, also den Zusammenschluss von Malern in Akademien und Gilden, die noch stärker als frühere Vereinigungen die Institutionalisierung eines Mindestmaßes an Fertigkeiten, fachlicher Kompetenz und weiterer Eigenschaften anstreben. Außerdem kommt es zu hitzigen Debatten über die wirtschaftliche und soziale Situation der holländischen Maler. Nach dem Tod Saskias heiratet Rembrandt erneut, diesmal die Tochter des Galeriebesitzers, bei dem er arbeitet, kauft das Nachbarhaus - wohl riesige Schuldverpflichtungen eingehend - und gründet dort seinen eigenen Atelierbetrieb. Hier stellt er ein eigenes Regelwerk zur Malkunst - insbesondere das theatralische Konzept - auf, das von vielen Zeitgenossen kritisiert, aber teilweise auch bewundert wird.
Dieses Buch lässt Leser, die von Rembrandts Werken begeistert sind, die Vielfältigkeit und geschäftliche Geschicklichkeit des Künstlers, auch als Unternehmer, entdecken. Bildinterpretationen zu Abbildungen im Buch sind wunderbar in die Biografie Rembrandts eingeflochten. Das Thema "Rembrandt" wird hier meiner Meinung nach sehr lebendig und auf vielfältige Weise aufbereitet; außerdem gewährt es dem Leser – insbesondere einem Schüler - einen aufschlussreichen und meist interessant gestalteten Einblick in den Gesamtzusammenhang von Rembrandts Leben, Werk und Epoche.
Trotz der präzisen Struktur und des gut verständlichen Sprachstils wirkt das Buch aber oft trocken und ermüdend. Diesen Makel verdankt es allein einigen langatmigen Passagen, die glücklicherweise oft durch eine Reihe von Illustrationen aufgelockert werden. Zum Informieren und Wissen über Rembrandt und seine Zeit sowie zur Kenntnis bedeutender Werke des Künstlers für Schüler eignet sich Alpers' Buch zwar recht gut. Als lockere Freizeitlektüre wird allerdings zuviel Geduld von einem Schüler verlangt.
(Betreut von Christoph Hessel)
Empfohlene Zitierweise
Svetlana Alpers: Rembrandt als Unternehmer. Sein Atelier und der Markt, Köln: Dumont Buchverlag 2003, 309 Seiten, ISBN 978-3-8321-7297-8, EUR 24,90, gelesen von Clara Schott. lesepunkte 3 (2008), Nr. 4, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/6065/
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Erstellt: 14.08.2008
Zuletzt geändert: 14.08.2008




