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Martin Warnke: Rubens, Köln: DuMont Buchverlag 2006, 179 Seiten, ISBN 978-3-8321-7738-6, EUR 29,90.
gelesen von Verena Priesack, 9. Klasse
Wittelsbacher-Gymnasium München
lesepunkte: ●●●●○

Als ich das Buch von Martin Warnke über Peter Paul Rubens (1577-1640) zum ersten Mal zur Hand nahm und ein bisschen darin las, war ich erschrocken, welche Arbeit ich mir damit aufgehalst hatte, eine Kritik darüber zu schreiben, da der Autor oft in langen, etwas unverständlichen Sätzen schreibt. Daher legte ich es erst einmal wieder beiseite.
Doch ein paar Wochen später entdeckte ich im Internet, dass in der alten Pinakothek München eine Führung über Peter Paul Rubens angeboten wurde. Also griff ich wieder zu dem Rubensbuch und las es. Nebenbei machte ich mir Stichpunkte, um einen guten Überblick zu bekommen. Nach den ersten Seiten war ich erstaunt, wie viel ich bereits über Rubens wusste, was sicherlich daher kommt, dass Martin Warnke viel mit Original-Zitaten arbeitet und fast nichts auslässt, was den Lebenslauf von Rubens angeht. Es fiel mir leicht, geordnete Gedanken aufzuschreiben, da auch Martin Warnke das Buch gut sortiert hat. Am Anfang schreibt er über Rubens' Leben und dessen Verständnis vom Leben, später bespricht er die Bilder von Rubens und wie dieser sich in Bezug auf seine Malerei entwickelt hat.
Bei den Bildbesprechungen erzählt er von den Hintergründen, die Rubens dazu bewegten die Bilder zu malen und berichtet über interessante Details, beispielsweise, dass Rubens oftmals gar keine eigenen Vorstellungen hatte, sondern antike Statuen abgemalt hat, wie bei dem „Sterbenden Seneca“. Diese Statuen lernte Rubens als junger Mann bei seinem sechsjährigen Italienaufenthalt kennen und seine Begeisterung für Italien behielt er sein ganzes Leben lang bei.
Mich persönlich irritierte etwas beim Lesen, dass die Bilder, die besprochen werden, nicht auf derselben Seite wie der zugehörige Text gedruckt sind. Zu den meisten Bildbesprechungen ist eine kleine schwarz-weiße Abbildung direkt nebenan oder auf der nächsten Seite zu sehen und in der Mitte des Buches sind viele Bilder noch einmal in Farbe gezeigt, was einen guten Eindruck vermittelt. Die farbigen Bilder weisen eine sehr gute Qualität auf. Man sieht auf ihnen zum Beispiel genau, wo Rubens Bilder noch einmal erweitert hat, nachdem er sie gemalt hatte. Das hat er desöfteren getan, indem er weitere Holzplatten an das ursprüngliche, auf Holz gemalte Bild angefügt hat.
Vor der Führung las ich also den Lebenslauf und einige Bildbesprechungen. Das Meiste was in der Führung besprochen wurde – und darüber hinaus etwas mehr als das – wusste ich schon. Wenn man die Bilder dann im Original sieht, begreift man, wie einzigartig Rubens Können war. Das Buch über ihn ist deshalb auch sehr gehaltvoll und komplex, weswegen ich es auch in Zukunft noch öfter benutzen werde, um etwas nachzulesen oder mir die Bilder im Museum mit gutem Hintergrundwissen anzusehen.
Abschließend ist zu sagen, dass ich durch das Buch, trotz anfänglicher Leseschwierigkeiten, einen genialen Maler kennen und schätzen gelernt habe! Ich gebe dem Buch 4 Punkte, da es mir als sehr lesenswert erscheint. Den einen Punkt ziehe ich ab, weil Martin Warnke kompliziert schreibt und man sich die Sätze teilweise ein zweites Mal durchlesen muss bevor man sie versteht.
(Betreut von Christoph Hessel)
Empfohlene Zitierweise
Martin Warnke: Rubens, Köln: DuMont Buchverlag 2006, 179 Seiten, ISBN 978-3-8321-7738-6, EUR 29,90, gelesen von Verena Priesack. lesepunkte 3 (2008), Nr. 3, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/5917/
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Erstellt: 18.06.2008
Zuletzt geändert: 18.06.2008




