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Christa-Maria Zimmermann: Die Straße zwischen den Welten. John Franklins Suche nach der Nordwest-Passage, Würzburg: Arena Verlag 2007, 304 Seiten, ISBN 978-3-401-02996-2, EUR 7,50. 

 

gelesen von Elisabeth Göbbel, 7. Klasse
Gymnasium bei St. Anna, Augsburg

 

lesepunkte: ●●●●●

 


In diesem Buch beschreibt Christa-Maria Zimmermann, welch großer Schaden durch die Überheblichkeit, Überschätzung und scheinbare Unfehlbarkeit eines Einzelnen angerichtet werden kann. Sie bindet eine wahre historische Begebenheit in das Schicksal zweier verschiedener und doch ähnlicher Jungen ein und erfindet zu dem „Grundkern“ noch etwas dazu, was sie u.a. auch in ihrem Werk „Die letzte Fahrt der Hindenburg“ tut.

Der 14-jährige Halbwaise Matti, der mit seiner Großmutter in der Nähe von London lebt, bricht eines Tages nach London auf, um seinen Vater nach Hause zu holen, der dort arbeitet, weil die Großmutter im Sterben liegt. Als er dort angekommen ist, muss er erkennen, dass der Vater im Eastend, dem dreckigsten Stadtviertel, lebt und arbeitet und ein Säufer geworden ist. Zunächst will dieser nicht nach Hause kommen und nimmt Matti mit in die Konservenfabrik zum Arbeiten. Als sich dann aber Ärger mit dem gefährlichen Leaky Harry und seinen Kumpanen anbahnt, ist er bereit mitzukommen. Als sie den finsteren Themse-Tunnel durchqueren, retten sie einem reichen Jungen namens Christopher das Leben, der von Leaky Harry angegriffen worden war. Doch nur wenige Sekunden später bricht der Vater noch im Tunnel zusammen und stirbt. 

Der Gerettete lädt Matti daraufhin zu sich nach Hause ein. Dort erfährt er zum ersten Mal von der Expedition John Franklins, der die Nordwest-Passage erforschen will. Sein Vorhaben gilt als Erfolg versprechend. Als Christophers Mutter Matti einen Platz als Schiffsjunge bei dieser Expedition verschafft, ist er außer sich vor Freude. 

Doch dann wird die Abfahrt mehrmals verschoben, weil die bestellten Konservendosen viel zu spät und in zu großen Portionen geliefert werden. Als Matti diese zum ersten Mal sieht, erkennt er, dass sie aus der Fabrik kommen, in der er gearbeitet hat. Dann endlich können die Schiffe ablegen. Beim Anblick der ersten Eisberge kommt auch der erste Sturm auf, den sie aber ohne größere Schäden überstehen. 

Als sie auf den Walfänger „Enterprise“ treffen, bekommen sie die Nachricht, dass ihre Route, die Barrow-Straße, trotz des warmen Wetters zugefroren sei, weshalb Sir John Franklin eine andere Route wählt, die aber auch unpassierbar ist. Deshalb macht er sich auf die Suche nach einem sicheren Winterhafen und die erste Überwinterung beginnt. 

Am Neujahrsmorgen 1846 stirbt der erste Heizer der ‚Erebus’, der jedoch wahrscheinlich schon krank auf das Schiff gekommen war. Doch am 5.Januar stirbt ein zweiter und diesmal hat keiner eine Erklärung dafür. Nach einem schier endlos scheinenden Winter bricht endlich der Frühling an. 

Doch gleichzeitig werden mehrere Konserven entdeckt, die falsch geschweißt und ungenießbar sind. Da fällt Matti wieder ein, dass in der Fabrik jeder eingestellt wurde und dass sehr viele Konserven deshalb falsch geschweißt wurden. Daraufhin wird auf Befehl Captain Croziers hin jede Dose geprüft und die schlechten werden aussortiert. Im April 1846 stirbt wieder ein Matrose, wieder ohne ersichtlichen Grund. Im Juli bricht das Eis auf und die beiden Schiffe nehmen wieder Fahrt auf. Obwohl der Winter schon wieder naht, gibt John Franklin den Befehl weiterzusegeln. Doch kurze Zeit später stecken sie im Packeis fest und die zweite Überwinterung beginnt,  gefangen auf einem Eissockel. Der nächste arktische Sommer ist so kalt, dass das Eis nicht auftaut und eine weitere Überwinterung auf dem Eissockel nötig ist.

Am 11. Juni 1848 stirbt John Franklin und auch diesmal ist die Todesursache unklar. Als die beiden Jungen Matti und Chris ihre erste Schlittenexpedition unternehmen, bricht unter ihren Augen der Rest der Expedition ein und sie können nur einen einzigen retten. Nachdem zwei weitere Expeditionen scheitern, bleibt Captain Crozier nichts anderes übrig, als die Schiffe schweren Herzens aufzugeben, und ein langer Marsch durch die Arktis beginnt. 

Im Epilog gibt die Autorin genau an, was erfunden und was wahr ist, und man erfährt zusätzliche Fakten, wie zum Beispiel die wahrscheinliche Todesursache der Männer. Am Anfang des Buches gibt es zwei Karten, sonst sucht man weitere Illustrationen jedoch vergeblich. An der Schreibweise gefällt mir besonders gut, dass immer wieder Ausschnitte aus dem Tagebuch eines erfundenen Schiffsjungen eingearbeitet sind, die auch mit Datum versehen sind. 

Da dieses Buch einen nicht mehr loslässt, wenn man einmal angefangen hat, und durchgelesene Tage und Nächte garantiert, da es ansprechend und gut verständlich geschrieben ist und da die Altersangabe (ab12) meiner Meinung nach (13 Jahre alt) vollkommen gerechtfertigt ist, möchte ich für dieses sensationelle Leseabenteuer fünf Lesepunkte vergeben. 

(Betreut von Dr. Claudia Weiser) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Christa-Maria Zimmermann: Die Straße zwischen den Welten. John Franklins Suche nach der Nordwest-Passage, Würzburg: Arena Verlag 2007, 304 Seiten, ISBN 978-3-401-02996-2, EUR 7,50, gelesen von Elisabeth Göbbel. lesepunkte 3 (2008), Nr. 2, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/5793/

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Erstellt: 11.04.2008

Zuletzt geändert: 11.04.2008