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Sherryl Jordan: Flüsternde Hände, Düsseldorf: Sauerländer Verlag 2001, 317 Seiten, ISBN 978-3-7941-4737-3, EUR 15,90.
gelesen von Alexandra Gleber, 7. Klasse
Gymnasium bei St. Anna, Augsburg
lesepunkte: ●●●○○

Als die 16-jährige Marnie den unsympathischen Lord Isak heiraten und mit ihm in ein kleines Haus, welches verflucht sein soll, nach Torcurra ziehen muss, ist sie nicht sehr glücklich. Am zweiten Tag in Torcurra stirbt der Lord an den Folgen eines Unfalles, während Marnie im Dorf ein paar Besorgungen macht. Nun ist sie auf sich allein gestellt.
Nur der Pater und ein Junge namens Raven, der in ihrem Alter ist und dem nachgesagt wird, dass er von Dämonen besessen sei, halten zu ihr. Da die Dorfbewohner sehr misstrauisch sind und hören, wie sich Marnie bei einem Gespräch mit dem Pater nach Isaks Tod selbst die Schuld zuschreibt, halten sie sie für eine Mörderin. Selbst bei ihrer Mutter stößt sie nur noch auf Abneigung.
Als sie herausfindet, dass Raven taubstumm ist, erfindet sie eine Zeichensprache für ihn. So entwickelt sich, obwohl Verständigungsschwierigkeiten vorhanden sind, eine innige Freundschaft zwischen den beiden, bei der der eine vom anderen immer wieder Neues erfährt. Doch den Dorfbewohnern sind diese Zeichen und die gute Beziehung nicht geheuer. Sie bilden sich ein, dass Marnie eine Hexe ist und zwingen sie, die Feuerprobe zu machen. Noch dazu kommt, dass Isaks Bruder sie besucht, um ihr das Haus wegzunehmen. Außerdem steht sie vor der Entscheidung, ob sie Raven liebt oder nicht.
Dieses Buch gefällt mir, weil es die damalige Angst vor Hexen und den großen Aberglauben der Menschen sehr spannend und bildhaft darstellt. Es wird von alten Festen und Gebräuchen erzählt, die wirklich einmal gefeiert wurden oder immer noch gefeiert werden. Es ist sehr abwechslungsreich und anspruchsvoll geschrieben.
Was mir noch gut gefällt: viele der Episoden sind ausschlaggebend für die nächsten Situationen und die Autorin Sherryl Jordan erzählt am Ende des Buches, wie alle ihre Geschichten entstehen.
Die Gefühle sind so schön ausgedrückt, dass man sehr gut mitfühlen kann. Es ist fast so, als ob man sie selbst erlebt. In dem Buch gibt es keine Bilder, was es jedoch keineswegs schlechter macht, weil alles so bildhaft beschrieben ist. Das Buch ist zwar empfehlenswert, aber eher ein Geheimtipp, da es nicht jeden interessieren wird, weil es in einer vergangenen Epoche spielt. Es ist eher etwas für Leute über zwölf, weil jüngere Leser wohl manche Sachen nicht verstehen werden.
Außerdem ist es interessant zu wissen, dass Sherryl Jordan viele Jahre mit tauben Kindern gearbeitet und die Zeichensprache erlernt hat. Im Nachwort meint sie, sie habe für die Schwierigkeiten Marnies mit Raven auf eigene Erfahrungen zurückgegriffen. Zu ihrem Buch äußert sie sich folgendermaßen: „Diese Geschichte kann in jeder beliebigen, auch in unserer Zeit spielen; sie handelt von Vorurteilen und Ignoranz, eine junge Frau wird zu Unrecht angeklagt, obwohl sie sich nichts zu Schulden kommen lassen hat – außer das unverzeihliche Verbrechen anders zu sein.“ Sherryl Jordan wohnt in Neuseeland und ihre Jugendbücher wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet.
(Betreut von Dr.Claudia Weiser)
Empfohlene Zitierweise
Sherryl Jordan: Flüsternde Hände, Düsseldorf: Sauerländer Verlag 2001, 317 Seiten, ISBN 978-3-7941-4737-3, EUR 15,90, gelesen von Alexandra Gleber. lesepunkte 3 (2008), Nr. 2, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/5789/
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Erstellt: 11.04.2008
Zuletzt geändert: 11.04.2008




