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Werner Völker: Hermann, der Cherusker. Die Schlacht im Teutoburger Wald, München: dtv Reihe Hanser 2006, 416 Seiten, ISBN 978-3-423-62292-9, EUR 9,00. 

 

gelesen von Birte Stroucken, 8. Klasse
Werner-Jaeger-Gymnasium, Nettetal

 

lesepunkte: ●●○○○

 


Das Buch spielt in der Römerzeit und erzählt vom Leben und Sterben Hermanns, besser bekannt als Arminius. Er gehört zum Stamm der Cherusker. Allerdings hat er von Kindesalter an eine römische Ausbildung genossen, muss aber zu seinem Volk zurückkehren, da sein Vater Segimer, ein früherer Häuptling, gestorben ist. Derweil plant Kaiser Augustus die Eroberung Germaniens, für die er als Feldherren den erfahrenen Varus vorgesehen hat.

Arminius übernimmt kurzerhand die Führung der Cherusker und kommt, vielleicht aus Vaterlandsliebe (das Motiv ist nicht bekannt), auf die Idee, Varus zusammen mit verbündeten Stämmen zu überfallen und dessen Eroberungspläne zu durchkreuzen. Das gelingt auch, die Varusschlacht wird zu einem riesigen Erfolg für die Germanen. Doch eigentlich war nur der Überraschungseffekt Grund für ihren Sieg. Die Germanen sind ein zusammengewürfelter, ungeordneter Haufen von kampfsüchtigen Kriegern, daran kann auch Arminius nichts ändern. Sie haben aber den Vorteil, dass er alle Kampfstrategien der Römer kennt und ein recht guter Feldherr ist. 

Auch die Römer haben einen neuen Feldherrn, Germanicus, der die Schande Roms rächen soll. Er hat ein perfekt durchorganisiertes Heer zur Verfügung, dem es nicht an Stärke, Mut, und Geschlossenheit fehlt. Es kommt zu mehreren Schlachten, schließlich bezwingen die Römer im Jahre 17 nach Christus die inzwischen untereinander zerstrittenen Germanen. Arminius selbst stirbt wenig später mit 37 Jahren, der Autor berichtet, dass er von seinem Onkel Inguiomer ermordet wird. Zuletzt wird das weitere Schicksal Germaniens beschrieben. Der Römer Italicus wird von den Germanen zum König gewählt, sodass Rom in Germanien Einfluss erlangt. 

Die Geschichte von Hermann dem Cherusker ist wirklich passiert und das Buch spiegelt das Geschehene realistisch wider. Alles wird sehr detailliert beschrieben, was ich aber etwas langweilig finde. Da das Meiste im Buch auf Kriegen basiert, sind auch viele Schlachten vom Autor wiedergegeben worden. Eigentlich wollte ich nie genau wissen, wer von wem niedergestochen wurde und welche Taktik von wem verwendet worden war. Wer gewonnen hatte, war manchmal leider auch nicht ganz klar. 

Mir hat es ebenfalls nicht gefallen, dass der Autor oft mitten in der Geschichte seine eigenen Gedanken und weitere Informationen nennt. Vor allem an spannenden Stellen hätte ich am liebsten weiter gelesen, denn zeitweise gingen diese Erzählungen über mehrere Seiten, die sich dann endlos für mich hinzogen. 

Aber natürlich gibt es nicht nur Negatives zu sagen. Da die historischen Daten ja schlecht mitten in der Geschichte genannt werden können, ist am Ende des Buches eine Zeitleiste aller wichtigen Ereignisse angegeben. Außerdem befindet sich dort eine Aufzählung aller Personen, die im Buch vorkommen, sodass man noch einmal nachlesen kann, wer alles eine Rolle gespielt hat. 

Zudem liegen noch zwei Karten bei, die Europa und Deutschland zur Römerzeit darstellen. Es gibt also eine Menge an "Bonusmaterial". Leider habe ich all diese Dinge erst gefunden, als ich das Buch ausgelesen hatte, vielleicht hätte besser irgendwo gut sichtbar am Anfang ein Verweis darauf stehen können. 

Teilweise ist das Buch spannend, teilweise etwas langatmig geschrieben. Manchmal werden Worte in lateinischer Sprache verwendet, die zwar meistens erklärt sind (in den Fußnoten sind oft Erklärungen von schwierigen Wörtern, Namen oder Daten vermerkt), aber an ein paar Stellen auch nicht. Deswegen könnte es für Schüler, die kein Latein haben, nicht immer leicht zu verstehen sein. Ein bisschen Vorwissen, was römische Kultur und vor allem das römische Heer angeht, kann hier nicht schaden. 

Insgesamt ist das Buch in Ordnung. Es beruht auf einem wahren historischen Hintergrund und hat viele Extras. Wer etwas über Geschichte lernen will und so etwas ansprechend findet, liegt bei diesem Buch nicht falsch. Ich habe ihm trotzdem nur 2 Lesepunkte gegeben, weil mich das Thema nur mäßig interessiert hat und ich auch kein großer Fan von Kriegsgeschichten bin. Oftmals ging es für mich etwas schleppend voran. Trotzdem weiß ich jetzt viel mehr über Arminius, die sagenhafte Varusschlacht und die Cherusker. Auf jeden Fall ist es um Längen einprägsamer und interessanter als mancher Geschichtsunterricht. 

(Betreut von Thorsten Maaßen) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Werner Völker: Hermann, der Cherusker. Die Schlacht im Teutoburger Wald, München: dtv Reihe Hanser 2006, 416 Seiten, ISBN 978-3-423-62292-9, EUR 9,00, gelesen von Birte Stroucken. lesepunkte 3 (2008), Nr. 1, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/5655/

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Erstellt: 05.02.2008

Zuletzt geändert: 05.02.2008