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Rainer M. Schröder: Becky Brown – Versprich, nach mir zu suchen, München: cbt 2007, 448 Seiten, ISBN: 978-3-570-30391-7, EUR 9,95.
gelesen von Matthias Thomas, 9. Klasse
Martin-von-Cochem-Gymnasium, Cochem
lesepunkte: ●●●●○

Die beiden deutschen Einwandererkinder Becky und Daniel Braun (In Amerika direkt nach der Ankunft Brown genannt) werden durch den tragischen Tod ihrer Eltern zu Waisenkindern. Sie schlagen sich als Zeitungsmädchen und Schuhputzer mit befreundeten Straßenkindern in New York durch.
Stets herrscht im Viertel Geldnot, die von besser bestellten Leuten schamlos ausgenutzt wird. Als Daniel wegen Diebstahls ins Gefängnis kommt, lässt Becky nichts unversucht, um ihn wieder herauszuholen. Schließlich kann sie ihn mit Hilfe von Freunden und Kriminellen befreien.
Als Daniel wieder frei ist, vertrauen sie sich beide der "Children`s Aid Society" (von Charles Loring Brace gegründet) an, die eigentlich nichts anderes tat, als Kinderhandel im Namen der Kirche zu betreiben. Die beiden werden mit "orphan trains" (sogenannten Waisenzügen) in den mittleren Westen gebracht, wo sie eine neue gemeinsame Familie finden wollen, jedoch erst getrennt werden und dann in jeweils verschiedene Familien kommen. Aber die beiden Geschwister bleiben in stetigem Briefkontakt.
Der Vater der neuen Familie nimmt Becky von der ersten Stunde an wie eine eigene Tochter an. Von ihrer Pfegemutter aber erfährt Becky im ersten Jahr bittere Ablehnung, da diese schon zwei Totgeburten hatte und deswegen glaubt, dass sie nicht fähig sei ihrem Mann einen Platzhalter zu schenken und dass er enttäuscht sei. Erst als Becky im Unwetter die Hebamme holt, damit die Geburt des dritten Kindes komplikationslos verläuft, findet sie die langersehnte Anerkennung als volles Familienmitglied durch die Mutter. Sie wird zudem die Taufpatin des Neugeborenen.
Doch dann wirft der Bürgerkrieg seinen Schatten über Amerika und die geschwisterliche Beziehung von Becky und Daniel. Daniel lässt sich als Soldat anwerben. Als Becky dies von dessen Pflegeeltern erfährt, ist sie nicht mehr zu halten und verfolgt ihren Bruder quer durch die Staaten und trotzt dabei unzähligen Gefahren...
Der historische Hintergrund des Buchs spielt im 19. Jahrhundert und beschreibt die Probleme der deutschen und irischen Einwanderer in New York, die „Children`s Aid Society“, die Präsidentschaft Lincolns, die Sklaverei, die Abspalltung der Südstaaten und den dadurch entstandenen Bürgerkrieg.
Das Buch ist verständlich und spannend aufgebaut. Der Leitfaden der Geschwister Braun "Hoffnung auf Besserung" zieht sich durch das gesamte Buch. Ebenso bleibt die Liebe und Verantwortung der beiden Geschwister füreinander stets bestehen. Auch herbe Rückschläge lassen die Geschwister nicht vom Weg abkommen.
Da das Buch genau recherchiert zu sein scheint, verständlich geschrieben ist, interessant und spannend zu lesen ist und viele Höhepunkte bietet, vergebe ich für dieses Buch 4 Punkte.
(Betreut von Oliver Simon)
Empfohlene Zitierweise
Rainer M. Schröder: Becky Brown – Versprich, nach mir zu suchen, München: cbt 2007, 448 Seiten, ISBN: 978-3-570-30391-7, EUR 9,95, gelesen von Matthias Thomas. lesepunkte 3 (2008), Nr. 1, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/5669/
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Erstellt: 05.02.2008
Zuletzt geändert: 05.02.2008




