Renshaw

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Amanda Renshaw und Gilda Williams Ruggi: Das Kunstbuch für Kinder, Berlin: Phaidon Verlag 2006, 79 Seiten, ISBN 978 -0-7148-5821-0, EUR 19,95. 

 

gelesen von Verena Wille, 12. Klasse
Wilhelmsgymnasium München

 

lesepunkte: ●●●○○

 


„Das Kunstbuch für Kinder“ ist eine spannende Einführung für alle Kleinen in die große Welt der Kunst. Anhand von 30 völlig unterschiedlichen Werken der Kunstgeschichte, von Mittelalter bis Moderne, wird den jungen Lesern ein Einblick in die unbegrenzten Möglichkeiten der Kunst verschafft. Sie lernen dabei sowohl bekannte Meisterwerke wie die „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci als auch andere Formen von Kunst wie beispielsweise Aktions-Kunst, Plastiken und Design kennen.

Den verschiedenen Werken ist je eine Doppelseite gewidmet, die mit einer großen Farbabbildung, weiteren Fotos, Schriftzügen und Ähnlichem ausgeschmückt ist. Der kurz gehaltene Text beschreibt jeweils das Bild und geht dann auf ganz verschiedene Weise auf das Werk ein. Entweder wird der Leser auf kleine Details hingewiesen oder die Intention des Künstlers wird genauer hinterfragt. An anderen Stellen wird die Künstlerpersönlichkeit oder auch die Entstehungsgeschichte des Werkes beschrieben.  

Am wichtigsten finde ich aber, dass die Leser, in diesem Falle die Kinder, immer aktiv in das Bild einbezogen werden. Sie werden aufgefordert, nach Dingen zu suchen, sich in die Stimmung des Bildes hineinzuversetzen und sich selbst Gedanken über die Werke zu machen. Dabei gehen die beiden Autorinnen sehr liebevoll vor und blicken aus der Perspektive der Kinder auf die Gemälde. 

Vermittlung von unnötigen fachlichen Details spielt in diesem Bilderbuch keine Rolle, sondern das Interesse an der Kunst und die unbefangene Herangehensweise an dieses spannende Metier. Ohne das unangenehme Gefühl zu haben, belehrt zu werden, lernt man bei der Lektüre dieses Bilderbuches einiges, nicht nur im Bereich der Kunst. Durch die ansprechende Grafik und die kurz und locker formulierten Texte bleibt der Leser interessiert und sein Blick fürs Detail wird geschult. 

Die Autorinnen liefern dabei nie fertige Beschreibungen oder geben selbst die Antworten auf ihre zahlreichen Fragen. Die Kinder sollen selbst aktiv werden und der eigenen Fantasie freien Lauf lassen. Zudem werden sie immer wieder dazu aufgefordert, sich in die dargestellte Situation hineinzuversetzen und die Stimmung des Werkes nachzuempfinden. Abbildungen des Künstlers bei der Arbeit und kleine Anekdoten machen den Vorgang des künstlerischen Schaffens greif- und erfassbar. 

Der zurückhaltend gestaltete Einband lässt nicht erahnen, wie gelungen und ansprechend die Grafik im Inneren des Buches ist. Unterschiedliche Schriftzüge und Fotos rahmen die abgebildeten Werke, so dass schon das Durchblättern Spaß macht. 

Durch die abwechslungsreiche Gestaltung wirkt das Buch allerdings auch unübersichtlich. Die Inhaltsangabe zu Beginn gibt wenig Aufschluss darüber, was auf den entsprechenden Seiten folgt. Abgesehen von der Buchrückseite findet sich keinerlei Einführung für Eltern oder Vorleser. So wird man „ins kalte Wasser geworfen“, was aber vielleicht gerade den Kindern einen spannenden und unvoreingenommenen Zugang ermöglicht. Für diejenigen, die Interesse an Detailwissen haben, finden sich im Anhang Daten über Entstehungsjahr, Größe und Technik des jeweiligen Werkes. An dieser Stelle sind auch in Kurzform die Lebensdaten und Aufenthaltsorte der Künstler genannt. 

Meiner Meinung nach ist das „Kunstbuch für Kinder“ eine empfehlenswerte Heranführung an die oft so unnahbar wirkende Kunst. Schon die ganz Kleinen können viele Entdeckungen machen und so einen spannenden Ausflug in die Welt der Kunst erleben. 3 Lesepunkte: gutes Buch, empfehlenswert. 

(Betreut von Beate Pohlus) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Amanda Renshaw und Gilda Williams Ruggi: Das Kunstbuch für Kinder, Berlin: Phaidon Verlag 2006, 79 Seiten, ISBN 978 -0-7148-5821-0, EUR 19,95, gelesen von Verena Wille. lesepunkte 3 (2008), Nr. 1, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/5679/

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Erstellt: 05.02.2008

Zuletzt geändert: 05.02.2008