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Kimberley Heuston: Antonia, Dantes Tochter, Frankfurt am Main: Fischer Schatzinsel 2005, 448 Seiten, ISBN 978-3-596-85192-8, EUR 15,90.
gelesen von Susanne Dax, 9. Klasse
Martin-von-Cochem Gymnasium, Cochem
lesepunkte: ●●●●○

Das Buch „Antonia, Dantes Tochter“ von der amerikanischen Autorin Kimberley Heuston handelt von dem Leben der einzigen Tochter des berühmten italienischen Dichters Dante.
Italien im 14. Jahrhundert: Antonia lebt mit ihren Eltern und ihren drei Brüdern in Florenz. Als ihr Vater Dante, Dichter und Politiker, nach Rom reist, findet in dem unruhigen Florenz ein politischer Umsturz statt. Dante und seine Familie werden aus Florenz verbannt. Antonia und ihre Brüder verlassen die Stadt, während ihre Mutter dort bleibt und versucht das Familienvermögen zu retten. Antonia wird zu ihren Pateneltern nach Siena geschickt. In der Werkstatt ihres Onkels Duccio, der Maler ist, entdeckt Antonia ihre Leidenschaft für das Malen. Dort lernt sie auch den Malerlehrling Ambrogio kennen, mit dem sie sich zunächst nur streitet, dann aber doch Freundschaft schließt.
Als ihr Vater für weitere Studien nach Paris reist, begleitet Antonia ihn und erlernt in Paris die Kunst der Buchmalerei. Zurück in Siena hilft sie ihrem Onkel in der Werkstatt aus, was Ambrogio für eine Frau sehr unschicklich hält. Frauen gehören in die Küche, meint er. Antonia hört nicht auf ihn und malt weiter.
Schließlich kehrt sie nach Florenz zurück, um ihre Mutter zu besuchen. Bald darauf müssen sie wieder fliehen, da Florenz angegriffen wird. Sie flüchten nach Lucca, wo Antonia nach langer Zeit ihre Brüder wieder sieht. Während ihre Mutter kurze Zeit später zurück nach Florenz geht, bleibt Antonia in Lucca. Sie und ihre Brüder haben bald kaum noch genug Geld zum Leben, da sie keine Arbeit finden. Als Antonias ältester Bruder und dessen Frau sterben, nimmt Dante sie und ihre zwei anderen Brüder mit nach Verona, wo Antonia als Gehilfin des berühmten Malers Giotto arbeitet. Inzwischen ist Antonia erwachsen geworden und schon lange im heiratsfähigen Alter, doch sie hat ihre große Liebe noch nicht gefunden. Schließlich zieht die ganze Familie nach Ravenna, wo sie endlich wieder ein eigenes Haus besitzen. Kurz darauf trifft Antonia Ambrogio nach langer Zeit wieder und merkt, dass sich ihre Gefühle ihm gegenüber gewandelt haben. Ist Ambrogio Antonias große Liebe?
Mir gefällt das Buch gut, weil es an realen Orten spielt und nicht in einer Fantasiewelt. Außerdem gefällt mir die Geschichte. Man kann gut die Gefühle von Antonia nachvollziehen und sich in die Handlung hineinversetzen. Aber manche Passagen, zum Beispiel die Reise nach Paris, ziehen sich meiner Meinung nach etwas zu lange hin.
Mir gefällt außerdem gut, dass Antonia, die Hauptperson, wirklich gelebt hat. Zwar ist die detaillierte Lebensgeschichte zum Großteil frei erfunden, aber der restliche Teil beruht auf einer wahren Begebenheit. Außerdem will Antonia sich mit der Rolle, die die Frauen zu dieser Zeit hatten, nicht abfinden. Sie erlernt einen Beruf und arbeitet auch in diesem. Das gefällt mir, weil ich es gut finde, dass Antonia sich nicht in eine Schublade stecken lässt, sondern ihren eigenen Weg geht.
Aber der Konflikt, der den politischen Umsturz in Florenz auslöst, ist nicht genügend beschrieben und erklärt. Ohne Hintergrundwissen ist der Konflikt nicht nachvollziehbar. Die Personen werden so beschrieben, dass man sie sich gut vorstellen kann. Auch die Orte kann man sich gut vorstellen, selbst wenn man noch nie in Italien oder Frankreich war.
Das Buchcover passt gut zu der Geschichte, weil es Antonia bei ihrer Lieblingsbeschäftigung zeigt, sie malt leidenschaftlich gern Landschaften. Die Stadt, die im Hintergrund auf dem Cover zu sehen ist, könnte für die vielen Reisen stehen, die Antonia in ihrem Leben gemacht hat.
(Betreut von Oliver Simon)
Empfohlene Zitierweise
Kimberley Heuston: Antonia, Dantes Tochter, Frankfurt am Main: Fischer Schatzinsel 2005, 448 Seiten, ISBN 978-3-596-85192-8, EUR 15,90, gelesen von Susanne Dax. lesepunkte 3 (2008), Nr. 1, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/5661/
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Erstellt: 05.02.2008
Zuletzt geändert: 05.02.2008




