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Manfred Theisen / Christoph Wortberg: Der König der Welt. Sternstunden der Geschichte, München: cbj 2006, 208 Seiten, ISBN 978-3-570-12929-6, EUR 14,95.
gelesen von Stephan Menzinger und Domenik Ruf, 11. Klasse
Wernher-von-Braun-Gymnasium Friedberg
lesepunkte: ●●○○○

Das Buch „Der König der Welt“ von Manfred Theisen und Christoph Wortberg begleitet den 15-jährigen Phil durch seinen Alltag und auf seiner abenteuerlichen Reise durch die Geschichte der Menschheit. Nachdem er wiederholt von der Schul-Gang verfolgt, verprügelt und gedemütigt wurde, hilft ihm eine schöne Unbekannte, deren vollständigen Name er nicht kennt, wieder auf die Beine. Zu Hause setzen sich die Probleme fort, insbesondere der Konflikt mit Klaus, dem neuen Freund seiner Mutter, belastet ihn sehr. Heftige Asthmaanfälle plagen ihn immer häufiger.
Abschalten von den Problemen des Alltags kann Phil nur in der Badewanne, die ihn im Traum zu wichtigen Stationen der Menschheit in die Vergangenheit führt. Gemeinsam mit der schönen Unbekannten, die ihn bei all seinen geistigen Reisen begleitet, gelingt es ihm Neil Armstrong sicher durch das Weltall zu navigieren. Somit wird er zum Garant für dessen sicheres Landen auf dem Mond. Zusammen mit Gandhi schafft er es, allein durch Gewaltlosigkeit die Unabhängigkeit Indiens von der Kolonialmacht England zu erzwingen.
Nach jeder „Reise“ landet er wieder zu Hause in der bitteren Realität, wo sich die Unstimmigkeiten zwischen ihm und Klaus verschärfen, da dieser hinter dem Rücken seiner Mutter eine Affäre mit einer anderen Frau hat, von der aber nur Phil weiß. In seiner Verzweiflung versucht er die Schöne aus der Traumwelt im Internet wieder zu finden.
Auf seine Annonce hin, die verschlüsselte Botschaften seiner Ausflüge enthält, meldet sich ein rothaariges Mädchen, das jedoch nicht seinen Vorstellungen der Schönen Bell entspricht. Enttäuscht flüchtet er wieder in seine Traumwelt, wo er diesmal auf Albert Einstein trifft, dem er den entscheidenden Impuls für die Entwicklung der Relativitätstheorie gibt. Überwältigt von Einsteins Erkenntnissen von Raum und Zeit stürzt er sich in ein neues Abenteuer.
Dank der Hilfe eines Freundes findet er schließlich Bells Adresse heraus. Um sich endlich mit Bell zu treffen lauert er ihr vor deren Zuhause auf. Doch sie fährt, ohne Phil zu begegnen, mit dem Fahrrad zum Schwimmbad. Vom Asthma befreit, gelingt es ihm, Bell auf dem Weg zum Schwimmbad nicht aus den Augen zu verlieren. Voller Hoffnung auf ein glückliches Ende spricht er sie im Schwimmbad an.
Uninteressiert und zurückweisend wendet sich Bell von ihm ab. Eine Welt bricht für Phil zusammen. Nun, da er endlich am Ziel seiner Träume ist und seine Bell gefunden hat, empfindet sie nichts für ihn. Ein heftiger Asthmaanfall schnürt ihm den Atem ab, sodass er bewusstlos ins Becken fällt. Wieder bei Sinnen bemerkt er, dass er nicht dem Bademeister, sondern der Rothaarigen aus dem Internetcafe sein Leben zu verdanken hat. Gandhis Worte blitzen in ihm auf und bilden einen Satz: „Erst am Ziel wirst du den Weg erkennen.“
„Der König der Welt“ ist ein durchschnittliches Buch, welches zwar die historischen Abenteuer Phils weitestgehend realitätsgetreu wiedergibt, jedoch immer wiederkehrende Strukturen aufweist, die nach demselben Schema verlaufen. Überspannt werden zum einen Phils heldenhafte Auftritte in der Menschheitsgeschichte sowie der Anspruch der Autoren, die Phantasiewelt mit der Realität verschmelzen zu lassen. Zudem ist nicht auf Anhieb ersichtlich, dass es sich bei der Rothaarigen, die ihm am Ende das Leben rettet, um die Schöne aus der Traumwelt handelt. All dies sorgt für Verwirrung und Langeweile beim Leser.
(Betreut von Christof Paulus)
Empfohlene Zitierweise
Manfred Theisen / Christoph Wortberg: Der König der Welt. Sternstunden der Geschichte, München: cbj 2006, 208 Seiten, ISBN 978-3-570-12929-6, EUR 14,95, gelesen von Stephan Menzinger und Domenik Ruf. lesepunkte 2 (2007), Nr. 4, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/5473/
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Erstellt: 16.08.2007
Zuletzt geändert: 16.08.2007




