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Hans Dieter Stöver: Daniel und Esther. Allein in Rom, München: dtv 2004 (4. Auflage), 368 Seiten, ISBN 978-3-423-70658-2, EUR 9,50. 

 

gelesen von Andreas Schiefer, 7. Klasse
Matthias-Grünewald-Gymnasium Würzburg

 


Das Taschenbuch "Daniel und Esther. Allein in Rom" erzählt, wie zwei jüdische Geschwister im 1. Jahrhundert n. Chr. nach Rom kommen und was sie dort erleben. An das römische Umfeld angelehnt, sind die Kapitel mit römischen Ziffern betitelt.

Nach dem Jüdischen Krieg (70 n. Chr.) werden die beiden Geschwister Daniel und Esther als Sklaven nach Ostia verschifft, wobei sie während der Reise von ihrem Herrn bei einem Glücksspiel an einen anderen Offizier verspielt werden. In Ostia angelangt, werden sie zusammen mit anderen Sklaven an den Händen gefesselt und zu einem Feldlager in der Nähe von Rom gebracht. Zwei Tage später müssen sie dann an dem Triumphzug in Rom teilnehmen, der anlässlich des Sieges über die Juden veranstaltet wird. 

Als der Zug vorbei ist, werden sie zu ihrem neuen Herrn gebracht. Da Daniel Hebräisch, Griechisch und Latein fließend lesen, sprechen und schreiben kann, wird er dem Bibliothekar Pilesar zugewiesen, durch den er viel über Rom erfährt und auch in einige Vertraulichkeiten eingeweiht wird, da Pilesar nicht nur Bibliothekar, sondern auch Berater des Herrn ist. 

Der Hausherr will ein Fest feiern, weil er wegen seiner außerordentlichen Leistungen im Krieg in den nächst höheren Militärdienstgrad aufgerückt ist. Auf diesem Fest bekommt Daniel mit, dass seine Schwester verkauft werden soll. Aus diesem Grund beschließen die beiden, in der Nacht zu fliehen. Als sie gerade Richtung Rom laufen, treffen sie auf Leute in schwarzen Kutten. Aus Angst, dass sie entdeckt werden könnten, laufen Daniel und Esther auch in die Richtung, die die Leute anstreben und geraten so zu einem christlichen Gottesdienst. Nachdem dieser vorbei ist, läuft plötzlich einer der Teilnehmer auf sie zu. Es ist Pilesar. Er verspricht ihnen, sie nicht beim Herrn zu verraten, und so erzählt ihm Daniel, warum er mit seiner Schwester weggelaufen ist. Daraufhin wendet sich Pilesar an ein anderes Mitglied der Christen, das sich als Helfer herausstellt und die Geschwister in einer Lagerhalle versteckt. 

Eines Tages kommt Pilesar in diesem Versteck vorbei und berichtet, dass ihr ehemaliger gemeinsamer Herr vom Pferd gestürzt sei und nicht mehr arbeiten könne, weil er sich den Fuß gebrochen habe, daher brauche dieser alles Geld, das er bekommen könne und verkaufe alle Sklaven. Der Bibliothekar überredet Daniel und Esther, sich verkaufen zu lassen, da sie sich nicht für immer verstecken könnten und der Dominus (lateinsch für "Herr") von ihrer Flucht nichts berichten werde, da sie sonst zum Tode verurteilt wären. Daraufhin beginnt für die beiden ein neues Abenteuer... 

Das Buch ist geschichtlich vom Autor sehr gut recherchiert (z.B. Daten zum Jüdischen Krieg) und es vermittelt einen anschaulichen Eindruck vom Leben im damaligen Rom. Allerdings erhalten die Figuren meiner Meinung nach nicht die charakteristische Tiefe, die man erwartet, da beispielsweise Gefühle nur selten ausgedrückt sind, sodass man sich in die Personen nicht immer hineinversetzen kann. Außerdem bleibt die Spannung auf einem etwa immer gleich hohen Niveau, wofür der Leser aber – wie schon erwähnt – durch die doch sehr gute und plastische Darstellung des geschichtlichen Umfelds, in dem die Handlung spielt, entschädigt wird. Die Handlung ist glaubwürdig und der Text einfach zu lesen. 

Auch halte ich das Buch für den Geschichtsunterricht für geeignet, weil durch die Einstreuungen des Autors zu den Römern Interesse an der Römischen Geschichte geweckt werden kann. Zur Erklärung geschichtlicher Daten, Personen und Orte ist ein Anhang mit zwei Karten von Rom und Jerusalem vor dem Jüdischen Krieg (70 n. Chr.) beigefügt. Ebenso enthalten sind ein Verzeichnis römischer Maßeinheiten und Münzen, die römische Tageseinteilung sowie ein Namensverzeichnis und Worterklärungen. 

Ein empfehlenswertes bis gutes Buch für Schüler, die sich für Rom und die Geschichte der damaligen Zeit interessieren. Von Hans Dieter Stöver wurden auch noch zwei weitere Bände geschrieben, in denen die Abenteuer von Daniel und Esther fortgesetzt werden: „Das Geheimnis der Vestalin“ und „Die Entscheidung“. 

(Betreut von Daniel Roos) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Hans Dieter Stöver: Daniel und Esther. Allein in Rom, München: dtv 2004 (4. Auflage), 368 Seiten, ISBN 978-3-423-70658-2, EUR 9,50, gelesen von Andreas Schiefer. lesepunkte 2 (2007), Nr. 3, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/5072/

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Erstellt: 13.06.2007

Zuletzt geändert: 13.06.2007