Macaulay

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David Macaulay: Es stand einst eine Burg, Düsseldorf: Patmos 2002, 80 Seiten, ISBN 978-3-491-37452-2, EUR 16,00.

 

gelesen von Tim Binhammer, 5. Klasse
Gymnasium bei St. Anna Augsburg

 


Das Buch „Es stand einst eine Burg“ von David Macaulay wurde von Elisabeth Schnack aus dem Englischen übersetzt. Es beschreibt den Bau und die Entwicklung einer Burg mitsamt einer kleinen Stadt in Wales. Die Gründung und Finanzierung dieses Städtchens wird König Edward I. am Ende des 13. Jahrhunderts zugeschrieben. Dieser habe damals darüber nachgedacht, wie rebellische Regionen in das englische Reich eingegliedert werden könnten. Am Beispiel des Städtchens Aberwyvern versucht der Autor den Lesern anschaulich zu machen, wie in dieser Zeit sowohl eine möglichst uneinnehmbare Burg als auch eine von der Burg und einer Mauer geschützte Stadt an einem landschaftlich besonders geeigneten Ort aus dem Boden gestampft worden sein könnte.

Als Leser kommen am ehesten Kinder zwischen acht und zölf Jahren in Frage, die sich von Burgen und Mittelalter fesseln lassen und Interesse für Bautechnik und Handwerkskunst mitbringen.

Im Jahre 1283 fuhr Meister James mit seinen Schiffen den Fluss Wyvern entlang und auf Befehl von König Edward I. von England suchte er nach einer Insel, auf der er eine neue Burg errichten könnte. Als geeignetes Plätzchen für sein geplantes Unternehmen suchte er sich eine steile Klippe am Rande einer Insel in diesem Fluss aus. Nun bekommen wir einen Eindruck, welche Vorbereitungen und Anstrengungen nötig waren, um in dieser Zeit auf einem leeren Feld eine perfekt geschützte Stadt und eine uneinnehmbare Burg zu bauen. Es werden die Handwerker, ihre Werkzeuge, die Baumaterialien und die Pläne für die Burg sehr anschaulich beschrieben.

Um sich das noch besser vorstellen zu können, sind fast auf jeder Seite Zeichnungen zum Text eingefügt, damit man die Entwicklung der Gebäude und Anlagen fast wie in einem Bilderbuch mitverfolgen kann. Am ausführlichsten werden die Fortschritte an der Burg mit all ihren Schutzanlagen beschrieben. Man versteht, dass da eigentlich alles eine wichtige Funktion hatte und vor allem anderen der Verteidigung dienen musste. In elf Jahren Bauzeit, wobei einige Komplikationen eingeplant sind, werden die erdachte Idealburg und Stadt fertig gestellt. Bald danach kommt die entscheidende Prüfung, die Siedlung wird belagert und angegriffen. So lernt man nun die Angriffstechniken und Hilfsmittel kennen, um zu verstehen, warum der gute Baumeister seine Burg gerade so konstruiert hat. Dem Angriff hält sie trotz heftiger Belagerung stand, wird am Ende aber von den Walisern als Steinelager für den Wiederaufbau des zerstörten Städtchens hergenommen.  

Durch das Buch habe ich besser verstanden, wie so dicke Wehrmauern aufgebaut sind, wie hart die Menschen geschuftet haben, die damals für Fürsten eine Burg bauen mussten, und dass das alles oft gar nicht lange erhalten geblieben ist. Es ist wohl eher ein Buch für Einsteiger, macht aber Lust, mehr zu lesen, weil man danach auch einen anderen Blick für altes Gemäuer bekommt. Dass es eine erfundene Geschichte ist, finde ich nicht schlimm, weil es einfach um ein Beispiel für das Verstehen der Bautechnik geht. Politik und Zeitgeschichte gehören zwar dazu, es ist aber sicher kein Geschichtsbuch.  

(Betreut von Dr. Claudia Weiser) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

David Macaulay: Es stand einst eine Burg, Düsseldorf: Patmos 2002, 80 Seiten, ISBN 978-3-491-37452-2, EUR 16,00, gelesen von Tim Binhammer. lesepunkte 2 (2007), Nr. 3, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/5078/

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Erstellt: 13.06.2007

Zuletzt geändert: 13.06.2007