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Stephen Biesty: Rom. Ein Spaziergang durch die ewige Stadt, München: Hanser Verlag 2003, 32 Seiten, ISBN 978-3-446-20305-1, EUR 14,90.
gelesen von Jakob Wagner, 6. Klasse
Gymnasium Starnberg

In dem Buch “Rom. Ein Spaziergang durch die ewige Stadt“ wird die Millionenstadt Rom im Jahre 128 n.Chr. aus der Sicht des bedeutenden Senators Marcus Cotta Maximus und seines Sohnes Titus Cotta am Festtag der Zwillingsgötter Castor und Pollux gezeigt. Das reich illustrierte Buch ist in zehn Abschnitte unterteilt, welche verschiedene Teile der Stadt abbilden, die Marcus und sein Sohn an diesem Tag besichtigen.
Der Autor und Zeichner Stephen Biesty schreibt leicht verständliche Sätze und rekonstruiert das antike Rom auf für den heutigen Betrachter begehbare Weise. Die Details der zwei Seiten deckenden Bilder werden kurz und direkt erklärt. Zum zeitlichen Überblick ist am rechten Seitenrand immer eine Sonnenuhr abgebildet, welche die Uhrzeit sowohl in altrömischer als auch in moderner Zeitrechnung angibt. Manche Teile eines Bildes werden besonders hervorgehoben, um dem Betrachter auch einen Blick hinter die Kulissen zu liefern.
Damit der Leser bzw. Betrachter nicht den Überblick verliert, ist anfangs ein Gesamtbild Roms mit den wichtigsten Bauwerken abgebildet. Im Eingangsabschnitt wird Marcus’ Haus in der ersten Stunde des Tages dargestellt. Neben der Hierarchie des Hauses sieht man auch Sklaven, die für den bevorstehenden Festtag das Gebäude fegen, putzen und dekorieren. Falls einem die Worte „Klient“ oder „Atrium“ auf Anhieb nichts sagen, kann man diese in einem umfassenden Glossar auf der letzten Seite des Buches nachschlagen.
Im folgenden Kapitel bringt Biesty dem Leser das öffentliche Leben im alten Rom auf eine ansprechende Weise näher. Als Höhepunkt des Tages besuchen Marcus und Titus – nachdem sie bereits den Jupiter-Tempel und das Forum Romanum besichtigt haben – das größte Amphitheater, das es je gab: das Kolosseum.
Obwohl Titus selbst das Kolosseum noch nie von innen gesehen hat, weiß er bereits, dass es einem 30 Meter hohen Koloss, der den Sonnengott Helios symbolisiert, seinen Namen verdankt. Die Gladiatoren, welche dort kämpften, mussten sowohl gegen ihresgleichen, als auch gegen wilde Tiere antreten.
Nach der Vorstellung des Kolosseums muss Marcus zum Hafen, um eine Fracht Olivenöl zu prüfen. Hier sieht man neben den Lagerhallen auch den „Monte Testaccio“, was übersetzt „Scherbenberg“ bedeutet. Er trägt seinen Namen nicht ohne Grund, denn hier wurden früher kaputte Amphoren und andere Tongefäße deponiert. Schließlich wurde er tatsächlich über 30 Meter hoch.
Nach dem Hafenbesuch suchen Titus und sein Vater die Trajan-Thermen auf. Der beeindruckende Bau mit angrenzendem Sportgelände wurde von den Römern nicht nur zur Körperertüchtigung, sondern auch als Treffpunkt mit Freunden und Geschäftspartnern genutzt. Anschließend besuchen sie auch noch ein Wagenrennen im Circus Maximus, das von Biesty mit viel Liebe zum Detail gezeichnet worden ist. Der für Vater und Sohn gleichermaßen anstrengende Tag in der ewigen Stadt wird dann mit einem Festmahl abgeschlossen. Hier fallen dem Leser besonders der festlich geschmückte Hausgarten, die emsig arbeitenden Sklaven des Hauses und die oben im Bild abgebildete Speisenfolge ins Auge.
Vor allem gefielen mir bei diesem Buch die detailliert gezeichneten Bilder, die selbst Romkennern neue Einblicke gewähren.
(Betreut von Dr. Ernst Quester)
Empfohlene Zitierweise
Stephen Biesty: Rom. Ein Spaziergang durch die ewige Stadt, München: Hanser Verlag 2003, 32 Seiten, ISBN 978-3-446-20305-1, EUR 14,90, gelesen von Jakob Wagner. lesepunkte 2 (2007), Nr. 3, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/5048/
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Erstellt: 13.06.2007
Zuletzt geändert: 13.06.2007




