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Franjo Terhart: Das Geheimnis der Amphore, München: dtv junior 2006, 144 Seiten, ISBN 3-423-70982-0, EUR 6,50.
gelesen von Lukas Müller, 5. Klasse
Gymnasium Grafing

Hauptpersonen in diesem Mitratekrimi, der im Alten Rom spielt, sind die Geschwister Cornelia und Titus und deren Freunde Gaius und Publius. Der Vater der beiden Geschwister ist von Beruf Imker und hat es zu stattlichem Wohlstand gebracht. Sie leben in einem großzügigem Haus, das von einem düsteren Geheimnis umgeben ist, über das innerhalb der Familie nicht gesprochen wird. Publius´ Vater ist Senator und lebt deshalb in einem vornehmen Stadtteil. Gaius lebt in ärmlicheren Verhältnissen.
Zu Beginn des Krimis finden die vier Freunde eine Amphore an den Ufern des Tiber. Darin befindet sich ein Brief des todgeweihten Dionysus, eines Soldaten. Dionysus war der angebliche Mörder des Senators Claudius Severus Rufus, aber anscheinend konnte dieser sich so heftig wehren, dass auch Dionysus starb. Seit dem Tod der beiden ist die Monile, ein wertvolles Armband, das Claudius Severus Rufus seiner Frau schenkte, verschwunden.
Als die Kinder Zeichen im Deckel der Amphore entdecken, kommen sie auf die Spur einer gemeinen Verschwörung: Seit dem Tod von Claudius Severus Rufus sind dessen Frau Tullia, eine stadtbekannte Schönheit, und Maurussus, ein dunkelhäutiger, Muskel bepackter Nordafrikaner, verdächtig. Stück für Stück kommen die vier Freunde den beiden auf die Spur und entdecken, dass Dionysus gar nicht der Mörder war.
Mir hat an diesem Buch sehr gut gefallen, dass es gut leserlich, spannend erzählt und sehr interessant ist. Man erhält Einblick in das Leben des Alten Roms, wie zum Beispiel die Rangordnung oder die ärmeren und reicheren Viertel um die Wohnungen der vier Freunde herum.
Durch die Form des Mitratekrimis wird der Leser dazu verleitet, sich aktiv am Geschehen zu beteiligen. Die Aufgaben bestehen darin, Fragen zu beantworten, oder Personen auf einem Suchbild zu finden. Spannend fand ich zum Beispiel folgenden Textabschnitt:
“Am anderen Morgen machte Titus eine höchst beunruhigende Entdeckung. Er wartete vor dem Haus auf Cornelia, um sich mit ihr auf den Weg zum Unterricht zu machen, als er einen Mann bemerkte, der sich irgendwie seltsam benahm. Als würde er das große Haus am Fuße des Palatin von allen ihm zugänglichen Seiten ausspähen wollen, schlich er mal zur einen, mal zur anderen Seite. Vom Eingang aus hatte Titus einen guten Überblick, so dass er ebenso schnell wie beunruhigt feststellte, dass dieser dunkelhäutige, kräftig gebaute Typ mit seiner gestreiften Kapuze, die er sich weit ins Gesicht gezogen hatte, sich alles andere als natürlich verhielt.“ (86)
Hier wird , finde ich, eine Szene beschrieben, die typisch für das Buch ist: Es wird ziemlich geheimnisvoll geschildert und gleichzeitig auch noch Spannung aufgebaut. Ein schönes, nicht zu dickes und informatives Buch, das jedem Historie-Detektiv zu empfehlen ist.
(Betreut von Irmgard Auktor)
Empfohlene Zitierweise
Franjo Terhart: Das Geheimnis der Amphore, München: dtv junior 2006, 144 Seiten, ISBN 3-423-70982-0, EUR 6,50, gelesen von Lukas Müller. lesepunkte 2 (2007), Nr. 2, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/4992/
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Erstellt: 18.04.2007
Zuletzt geändert: 18.04.2007




