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Sylke Tempel: Dürfen Sklaven sich verlieben? Wie die alten Römer lebten, Reinbek: Rowohlt Verlag 2004, 192 Seiten, ISBN 978-3-499-21258-1, EUR 8,90.
gelesen von Florian Wezel, 6. Klasse
Siebold-Gymnasium Würzburg

Das Buch beschreibt die Entwicklung und den Aufbau des Römischen Reiches sowie das Leben im alten Rom. Der Leser begleitet das Reich vom Anfang als kleines Dorf auf dem italienischen Stiefel bis zum Untergang der militärischen Großmacht. Vom Senator und Imperator bis hin zum Sklaven wird die Ordnung der Gesellschaft sowie deren Alltag meist genau erklärt.
Das Buch besteht aus acht größeren Kapiteln, von denen jedes mehrere Abschnitte umfasst. Am Ende jedes Kapitels kommt noch ein kleiner Exkurs zu interessanten Detailfragen wie z.B. zur römischen Zeitmessung, zum Nicht-Traumberuf einer Friseuse oder zur Aufgabe des Sklaven, welcher dem Feldherrn beim Triumphzug das „Respice post te hominem te esse memento“ zuflüsterte. („Blicke hinter Dich, ich erinnere Dich daran, dass auch Du nur ein Mensch bist!“)
Im ersten Kapitel des Buches wird das Leben eines römischen Patriziers und seiner Familie dargelegt. Die anderen Kapitel handeln von der Schulbildung und der Religion der Römer. Auch über sonstige Glaubensrichtungen wird informiert. Weiter wird vom römischen Heer und seinen Eroberungen erzählt. Die Autorin geht auch auf Themen wie Sklaverei sowie Stellung und Leben der römischen Frau ein. Die Freizeitgestaltung der Römer mit ihrer Lust an Gladiatorenspielen kommt zur Sprache und die Lebensbedingungen der Kämpfer werden beschrieben.
Die Sprache des Buches ist gut verständlich, außerdem werden auch schwierige Zusammenhänge erklärt. Bilder sind nur wenige vorhanden. Meist sind es Darstellungen römischer Graffitis, die aber als sehr mickrige Bleistiftskizzen erscheinen und oft schlecht zu erkennen sind. Im ersten Kapitel verpackt die Autorin die Informationen sehr schön in eine Geschichte, was mir gut gefallen hat. In den darauf folgenden vermisst man diesen Schreibstil sehr. Es geht dann eher sachlich-informativ weiter, was das Buch insgesamt etwas langweilig macht. Die Zeitabfolge ist stellenweise etwas verwirrend, da die Autorin manchmal weit vor- und zurückspringt.
Insgesamt sind zu viele Informationen auf jeder Seite untergebracht. Darum ist das Buch im Ganzen etwas mühsam zu lesen. Gut finde ich die Zusatzinformationen, die zum besseren Verständnis des Inhalts am Rand eingefügt sind sowie die Zeittafel hinten im Buch. So erweist sich das Buch eher als Nachschlagewerk denn als Lesestoff.
Es werden einige Grausamkeiten beschrieben, so dass dieses Buch nicht für jüngere Kinder geeignet scheint. Auch ist es sicherlich keine „unterhaltsame Alltagsgeschichte“, die man als Gute-Nacht-Geschichte vorlesen könnte, wie man nach Lesen des Umschlags vielleicht meint. Das Buch hat mir viele Informationen gegeben (eher zu viele), die ich allerdings für den Schulunterricht nicht direkt benötige. Ein Lebenslauf der Autorin ist im Buchanhang nachlesbar. Sie ist Fachfrau und nimmt ihr Wissen aus sehr unterschiedlichen Quellen, z.B. auch aus Gedichten und Satiren der damaligen Zeit.
„Dürfen Sklaven sich verlieben?“ von Sylke Tempel ist eher kein Buch für jüngere Kinder. Die bildliche Aufbereitung ist schwach und eine fortgesetzte Rahmengeschichte fehlt, die im Buch nach dem ersten Kapitel für mich unerklärlicherweise abrupt aufhört. Das Ziel, die römische Geschichte lebendig und spannend zu vermitteln, ist nur teilweise gelungen. Auch findet man auf einige Fragen auf dem Umschlag – wenn überhaupt – nur knappe Antworten, wie z.B.: „Warum bekamen die Römer in der Arena keinen Sonnenstich?“ oder eben „Dürfen Sklaven sich verlieben?“
Das Buch ist interessant für Menschen, die das Leben im alten Rom kennenlernen wollen. Als Buch für die Freizeitgestaltung oder Samstagabendunterhaltung würde ich es aber nicht empfehlen.
(Betreut von Rainer Maas)
Empfohlene Zitierweise
Sylke Tempel: Dürfen Sklaven sich verlieben? Wie die alten Römer lebten, Reinbek: Rowohlt Verlag 2004, 192 Seiten, ISBN 978-3-499-21258-1, EUR 8,90, gelesen von Florian Wezel. lesepunkte 2 (2007), Nr. 2, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/4990/
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Erstellt: 18.04.2007
Zuletzt geändert: 18.04.2007




