Garcia

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Laura Gallego García: Finis Mundi oder Die drei magischen Amulette, München: dtv 2003, 300 Seiten, ISBN 978-3-423-70754-1, EUR 8,00. 

 

gelesen von Julia Gasser, 12. Klasse
Wernher-Von-Braun-Gymnasium Friedberg

 


Frankreich im Jahr 997: Der junge Mönch Michel rettet bei einem Klosterbrand nicht nur sein Leben, sondern auch ein altes Manuskript, welches das Ende der Welt für das Jahr 1000 ankündigt. Nur wenn die drei Zeitachsen Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit (in Form von Amuletten) wieder zusammengefügt werden, kann sich das „Rad der Zeit“ weiterdrehen. Entschlossen, den Untergang der Welt zu verhindern, begibt sich Michel auf die Suche nach den drei magischen Gegenständen – und damit auf eine abenteuerliche Reise. Denn noch jemand hat es auf die Macht der Amulette abgesehen…

Seine Suche führt ihn und seinen Freund, den Bänkelsänger Mattius, zuerst nach Aachen, dann zurück über Frankreich nach Spanien, wo sie Lucía kennen lernen, ein junges Mädchen, das die Kunst der Bänkelsängerei erlernen will und die beiden auf der Suche nach den Achsen begleitet. Immer wieder geraten sie dabei in Gefahr, denn auch andere wollen in den Besitz der Amulette gelangen. 

Das Buch ist in drei Abschnitte gegliedert, die jeweils die Suche nach einer Achse beinhalten. Es ist leicht zu lesen und fesselnd vom Anfang bis zum Ende bei Stonehenge in England, wo es zum spannenden Finale kommt. Man erfährt leider erst nach zwei Dritteln des ganzen Romans, wie alt Michel überhaupt ist. Dass er zu Beginn der Geschichte erst 14 Jahre alt gewesen ist, kam meiner Meinung nach etwas überraschend, denn nach all den gefährlichen Abenteuern, die er erlebt hat, hätte ich ihn für älter gehalten. Auch Mattius’ Charakter ist für mich etwas im Dunkeln geblieben, was schade ist, da er eine interessante Persönlichkeit zu sein scheint, von der man gerne mehr erfahren würde. 

Im Fazit überwiegen allerdings die vielen positiven Seiten dieses Buches: Dass man es nicht mehr aus der Hand legen kann, spricht für sich. Vielleicht hätte die Autorin dem Leser noch mehr Informationen mitgeben und ausführlicher auf die Charaktere eingehen können, das wäre jedoch unter Umständen auf Kosten der leichten Lesbarkeit und der fortwährenden Spannung gegangen. Besonders hervorheben muss man, dass der Leser durch dieses Buch nicht nur ein bestimmtes Land zu einer bestimmten Zeit kennen lernt, sondern gleich etwas über die historische Situation mehrerer Länder (Frankreich, Deutschland, Spanien, Großbritannien) im 10. Jahrhundert erfährt. Die für mich beeindruckendste Stelle des ganzen Buches ist die, als die drei Protagonisten mit Hilfe der Amulette einen alles umfassenden Einblick in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bekommen. Eine spannendere Zusammenfassung wichtiger geschichtlicher Ereignisse kann es nicht geben. Jedoch muss auch angemerkt werden, dass zwar der Leser die Romanhandlung nachvollziehen kann, auch wenn er die historischen Begriffe und Ereignisse, von deren Kenntnis die Autorin beim Leser vermutlich ausgeht, nicht kennt, es dennoch hilfreich gewesen wäre, an geeigneter Stelle über diese informiert zu werden. 

Dieser historische Roman ist teilweise von Fantasyelementen durchzogen. So tauchen gute und böse Hexen auf, man lernt den letzten Druiden kennen, der sich in einen Uhu verwandelt, und die Amulette haben magische Kräfte. Das Buch ist absolut empfehlenswert für 12- bis 16-Jährige, die historische Romane mit Fantasy-Elementen mögen. 

(Betreut von Carina Oettle) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Laura Gallego García: Finis Mundi oder Die drei magischen Amulette, München: dtv 2003, 300 Seiten, ISBN 978-3-423-70754-1, EUR 8,00, gelesen von Julia Gasser. lesepunkte 2 (2007), Nr. 2, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/4976/

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Erstellt: 18.04.2007

Zuletzt geändert: 18.04.2007