Barth

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Inge Barth-Grözinger: Beerensommer, Stuttgart: Thienemann Verlag 2006, 592 Seiten, ISBN 978-3-522-17787-0, EUR 19,90.

 

gelesen von Louisa Wagener, 8.Klasse
Gymnasium Grafing

 


„Plötzlich schreckte er aus einem unruhigen Schlaf hoch.“ Mit diesen Worten beginnt Inge Barth-Grözinger ihren packenden Roman, der den Leser tief in die Welt zur Zeit des Ersten und Zweiten Weltkriegs hineinzieht.

In dem Buch werden parallel zwei Lebensläufe erzählt. Zum einen geht es um die 19-jährige Anna Helmbrecht, die nach dem Tod ihrer Mutter alleine da steht. Da ihre Mutter nie etwas von ihrer Familie erzählt hat, macht sich Anna - auf der Suche nach der Wahrheit - in das Heimatdorf ihrer Mutter im Schwarzwald auf. Dort geht sie den Fragen ihrer Herkunft nach und erkundet, warum ihre Mutter nie zurückkehren wollte und was es mit ihrem geheimnisvollen Urgroßvater auf sich hat. Sie liest in dem hinterlassenen Tagebuch ihres Urgroßvaters, in dem die Autorin gleichzeitig dessen Leben erzählt. Dieses Buch ist auch ganz besonders ein Plädoyer für die Freundschaft. 

„Beerensommer“ ist ein packender, informativer, aber auch oft trauriger Roman und fesselt den Leser von der ersten bis zur letzten Seite. In dem Buch werden alle Gefühle des menschlichen Daseins angesprochen. Ob Trauer, Liebe, Hass, Eifersucht oder Verzweiflung, alles findet in diesem Roman einen Platz.  

Vor allem die Verhältnisse und Lebensweisen zwischen Armut und Reichtum, insbesondere im Ersten und Zweiten Weltkrieg, werden von der Autorin anschaulich und sehr realistisch beschrieben. Der Leser kann sich sehr gut in die verschiedenen Personen hineinversetzen und somit deren Gedanken, Gefühle und Handlungen nachvollziehen. 

Ein weiterer Punkt, der die Spannung steigert, ist, dass einige Fragen, z.B. warum die Mutter nie zurückkehren wollte, erst gegen Ende des Buchs aufgeklärt werden. Leider irritiert den Leser die verzweigte Familienkonstellation, sodass die verschiedenen Namen öfters verwirrend erscheinen. Auch sind nach jedem Kapitel von der Geschichte des Urgroßvaters einige Jahre vergangen und man muss sich erst wieder in dem neuen Geschehen zurechtfinden.  

Die Handlung und die Personen sind nicht historisch, wobei sich derartige Ereignisse aber wohl durchaus auch so abgespielt haben könnten. Zusätzlich wird der Roman anschaulich durch  einen Stammbaum und eine Zeittafel mit politisch wichtigen Ereignissen ergänzt.

„Beerensommer“ ist ein sehr empfehlenswerter Roman. Wobei der Inhalt eher historisch-politisch interessierte Leser ansprechen wird. 

(Betreut von Uta Löhrer) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Inge Barth-Grözinger: Beerensommer, Stuttgart: Thienemann Verlag 2006, 592 Seiten, ISBN 978-3-522-17787-0, EUR 19,90, gelesen von Louisa Wagener. lesepunkte 2 (2007), Nr. 2, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/4970/

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Erstellt: 18.04.2007

Zuletzt geändert: 18.04.2007