Stratton

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Allan Stratton: Worüber keiner spricht, München: dtv junior 2006, 272 Seiten, ISBN 3-423-78204-8, EUR 7,50.

 

gelesen von Franziska Schulz, 9. Klasse
Elsa-Brändström-Gymnasium Oberhausen

 


Der Roman “Worüber keiner spricht“ von Allan Stratton handelt vor allem von der Krankheit Aids. Die Hauptfigur, Chanda, ist 16 Jahre alt und wohnt mit ihrer Mutter Lilian, ihrem Steifvater Jonah und ihren jüngeren Geschwistern Iris und Soly in sehr einfachen Verhältnissen in Afrika. Am Anfang des Buches kümmert sie sich um die Beerdigung ihrer anderthalbjährigen Schwester Sara. Ihr Stiefvater kümmert sich überhaupt nicht um die Familie, er betrinkt sich und lässt sich auf andere Frauen ein.

Einige Monate nach der Beerdigung kränkelt Chandas Mutter mehr und mehr, so dass Chanda sich fast jeden Tag um den Haushalt und die ihre Geschwister kümmern muss. Dabei vernachlässigt sie die Schule. Ihre Freundin Esther gibt ihr Halt, doch bald bemerkt Chanda, dass Esther größere Probleme hat, als Chanda bisher angenommen hat. Als ihr dann deutlich wird woran ihr Stiefvater erkrankt ist und ihre Mutter nicht von der Reise zurückkehrt, kann sie die Wahrheit nicht mehr verdrängen.  

Das Buch hat 217 Seiten und wird aus Chandas Perspektive im Präsens erzählt. Außerdem ist der Roman in 4 Teile aufgeteilt. Im ersten Teil (7-91) werden sehr ausführlich die Vorbereitungen und der Ablauf der Beerdigung beschrieben. Teil 2 (93-179) beginnt erst wieder 3 Monate nach der Beerdigung. Es handelt sich um die Zeit in der die Mutter immer kränker wird und schließlich die Reise unternimmt. Teil 3 (181-238) handelt von der Zeit, in der Chanda alleine zu Hause ist und sich um alles kümmert. Der vierte Teil (239-271) beschreibt die Zeit während und nachdem Chanda ihre Mutter nach Hause geholt hat. 

Der einzige Nachteil des Buches findet sich für mich in der Perspektive, in der das Buch geschrieben ist. Sie führt dazu, dass man in dem Buch leider keine objektiven Informationen vorfinden kann. Ich hätte vor allem mehr über das Land, Stadt, Ort oder das Dorf erfahren wollen. Solche Informationen konnte man sich nur teilweise aus Dialogen und dem Deckblatt erschließen. Um solche Fragen zu vermeiden hätte ich einen kurzen objektiven Informationstext über den Handlungsort und die Krankheit Aids im Einband sehr gut gefunden.  

Das Deckblatt ist sehr schön und lädt zum Lesen ein. Der Stil ist einfach zum lesen und mit wenigen Fremdwörtern gut zu verstehen. Dadurch, dass das Buch aus Chandas Perspektive im Präsens geschrieben ist, hat man den Eindruck „live“ dabei zu sein. Außerdem werden die Gefühle und Ansichten gut und real dargestellt. Mir gefällt das Buch gut, weil ich es sehr wichtig finde, dass bei dem Thema Aids die Gefühle der Menschen dargestellt werden. Die Menschen handeln nicht wie sie es für richtig halten, sondern überlegen erst über die möglichen Auswirkungen von Bekanntschaften und Freundschaften oder versuchen so zu handeln wie es die Gesellschaft für richtig halten könnte. So wird einem erschreckend klar, dass die Menschen, nur um den guten Ruf zu behalten, Verwandte und Freunde verleugnen. Es gibt Menschen die Chandas Familie die Hilfe verweigern, weil ihre Familie dann sofort mit der Krankheit Aids in Verbindung gebracht werden würde.  

Ich empfehle den Roman jedem, der ein Buch zum Thema Aids sucht. Für den Unterricht erhält man durch dieses Buch zwar nicht unbedingt sachliche Fakten, dafür aber die Gefühle der Menschen, Eindrücke und die Möglichkeiten, was die Menschen tun können wenn sie wissen, dass sie HIV positiv sind. 

(Betreut von Stefan Reichertz) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Allan Stratton: Worüber keiner spricht, München: dtv junior 2006, 272 Seiten, ISBN 3-423-78204-8, EUR 7,50, gelesen von Franziska Schulz. lesepunkte 2 (2007), Nr. 1, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/4899/

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Erstellt: 13.02.2007

Zuletzt geändert: 13.02.2007