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Ursula Voss: Versuchen wir das Unmögliche. Erinnerungen an Che Guevara, Berlin: Der >Audio< Verlag 2003, ISBN 3-89813-209-9 (CD), EUR 14,95.
gehört von Benedikt Sandro Bechtel und Marc Andre Urmetzer, 10. Klasse
Gymnasium Köln-Pesch

„Versuchen wir das Unmögliche“, dies ist die berühmteste Botschaft Che Guevaras alias Ernesto Guevara La Serna, die zugleich die Lebensweise des Revolutionärs widerspiegelt. Ernesto wird am 14. Juni 1928 in Guatemala geboren. Er beginnt 1952 ein Medizinstudium, da er selbst starkes Asthma hat und armen Menschen helfen möchte. Allerdings wird er diesen Traum nicht in die Tat umsetzen, da er seine beiden, stetig miteinander ringenden Bestrebungen nicht vereinbaren kann:
Er will zwar einerseits Menschen helfen, die unter so schrecklichen Krankheiten wie er leiden, aber auch andererseits Größeres erreichen, wie zum Beispiel Tausende aus den Fängen der Diktatur retten.
Das heißt, dass er sich fest vornimmt zu kämpfen, um sein Ziel, Tausenden von Menschen zu helfen, zu verwirklichen. Er arbeitet als Arzt in der Gewerkschaft des Präsidenten, doch als dieser gestürzt wird, flüchtet La Serna nach Mexico. Dort besucht er seine „Brüder“; unter ihnen Fidel Castro, mit dem er sich schnell anfreundet. Ernesto wird von seinen Freunden "Che" genannt, da er dieses Wort sehr häufig in seiner Studienzeit in Argentinien gebrauchte; in Südamerika ist dies ein Wort für „Kumpel“. Bei diesen „Brüdern“ macht sich Che mit den kommunistischen Idealen vertraut und schließt sich dem Versuch an, die kubanische Diktatur zu stürzen, wobei er unbedingt am Kampf beteiligt sein will. Seine Frau berichtet später, dass diese aus ihrer Sicht übertriebene Risikobereitschaft seine Achillesverse war.
Als diese Mission geglückt und der Diktator Batista gestürzt ist, ernennt Fidel Che zum Major der kubanischen Armee und zum Industrieminister, außerdem wird er Präsident der kubanischen Bank. Er versucht innerhalb von vier Jahren die von Castro versprochenen Besserungen umzusetzen, wie etwa die Verringerung der Arbeitslosigkeit und die Verdopplung des Bruttoinlandsproduktes. Er kann seine Ziele allerdings nicht erreichen; ganz im Gegenteil. Die kubanische Bevölkerung weigert sich, ohne mehr Lohn länger zu arbeiten oder sogar schlechter bezahlte Tätigkeiten zu verrichten. So steht es nach und nach immer schlechter um die nationale Wirtschaft.
1965 startet Che persönlich die Kongo-Mission, in welcher die Kubaner mit einer Guerillakämpfer-Truppe die kongolesische Diktatur stürzen wollen. Nach ein paar Jahren muss die Truppe das Land verlassen, da Che einige anti-sowjetische „Hetzreden“ verbreitet. Daraufhin kommt es zum Streit mit Fidel, woraufhin Che alle seine Ämter und sogar seine kubanische Staatsbürgerschaft ablegt.
Danach bricht er nach Bolivien zu seiner letzten Reise auf, um die Bevölkerung dort zu beschützen. Als aber der vierundzwanzig Mann starke Trupp nach elf Monaten immer noch keine Unterstützung vom Volk erhalten hat, werden die Männer von Sondereinsatzkommandos der bolivischen Armee gefangen genommen, die wiederum von US-Amerikanern ausgebildet worden waren. Kurz darauf wird Che hingerichtet und in einem Massengrab verscharrt. Eine Krankenschwester des Krankenhauses in Caracas berichtet: „Als wir den Leichnam wuschen, kam er uns vor wie der Heiland selbst, wie Jesus.“
1960 gelang dem kubanischen Fotografen Corda der Schnappschuss des Jahrhunderts von Che Guevara, doch sein Che-Foto sollte erst Jahre später in der Öffentlichkeit auftauchen. Erst bei dem Staatsbegräbnis in Havanna wird das Che-Foto auf einer riesigen Stoffleinwand an die Front des 24-stöckigen Innenministeriums gehängt und so weltberühmt.
Bei dieser CD gibt es einige Besonderheiten. Das Leben des Revolutionärs wird nicht chronologisch erzählt. Ein Kommentator führt stets in die wichtigsten Informationen über Guevara ein, doch auch die Menschen aus dem Umkreis von Che kommen zu Wort.
Seine Familie und andere Persönlichkeiten wie der Fotograf des berühmten Schnappschusses, ein kubanischer Geheimdienstler und guter Freund, der bolivische Hauptmann, der ihn gefangen nahm, und auch die Frau, die ihm die letzte Mahlzeit brachte, und viele mehr, sind mit Zitaten vertreten. Solche Interviews sind mit Originalton und Übersetzung an verschiedenen Stellen in der CD untergebracht.
Auch wird aus Ches diversen Briefen gelesen, die seine vorbildlichen Beziehungen zu seiner Familie und seinen Freunden ausdrücken. Die Autorin des Features, Ursula Voss, übernimmt auch ab und zu die Sprecherinnen-Rolle und erzählt über ihre Erlebnisse auf der Spurensuche nach Ches Hinterlassenschaften; zum Beispiel besuchte sie das kubanische Geschichtsmuseum in Havanna und erzählt von Kindern, die ein Wachsabbild Guevaras in der Heldengedenkecke besichtigen, aber auch über ihre eigenen Erlebnisse zur Zeit der Studentenaufstände in den 60er Jahren in der Bundesrepublik.
So ist diese CD nicht nur die Beschreibung des Lebenslauf eines der bekanntesten Sozialisten unserer Zeit, sondern auch eine Sammlung der wichtigsten Botschaften, die Che hinterlassen hat, eine Bereicherung des Allgemeinwissens, die auch in die Kultur Südamerikas einführt.
Bewertung von Marc Urmetzer:
Da ich selbst ein geschichtsinteressierter Mensch bin, habe ich mir diese CD gerne angehört, um etwas über eine der wichtigsten Personen der jüngeren Geschichte zu erfahren, denn viele Gruppen und Menschen tragen oder nutzen das Che-Foto, ohne zu wissen, was es mit diesem Mann auf sich hat. Ich kann nur sehr positiv beurteilen, dass, wie oben geschildert, nicht nur über Ches Leben, sondern auch von vielen anderen Ereignissen berichtet wird. Allerdings ist der Inhalt der CD nur bei voller Konzentration zu verstehen, da dieser sehr komplex und der Aufbau ein wenig ungeordnet ist und deswegen einer Collage ähnelt. Alles in allem ist dieses Hörbuch sehr empfehlenswert, da die Botschaft dieses Menschen wissenswert und vielleicht sogar Allgemeinwissen ist: eine interessante Kombination aus Erzählung, Bericht und Charakterisierung. „Er war der vollkommenste Mensch der Geschichte“, beschrieb Jean Ziegel, ein Schweizer Soziologe, Che Guevara.
Bewertung von Benedikt Sandro Bechtel:
Das Hörbuch „Erinnerungen an Che Guevara“ von Ursula Voss versucht hinter die Maske dieses berühmten Gesichts zu sehen und aufzudecken, wer Che eigentlich war. Die CD ist unterhaltsam gestaltet, es wird immer wieder passende Musik eingespielt oder verschiedene Sprecher wechseln sich ab. Es erfordert ein gewisses Maß an Konzentration, sonst kann man wegen der ständigen Zeitsprünge nicht mehr folgen. Das Hörbuch ist sehr kompakt gestaltet, somit meiner Meinung nach für „Che-Neulinge“ bestens geeignet. Jemandem mit Vorkenntnissen und einer höheren Erwartungshaltung würde ich diese CD zumindest als gelungenes akustisches Portrait des Revolutionärs empfehlen.
(Betreut von Angela Erle)
Empfohlene Zitierweise
Ursula Voss: Versuchen wir das Unmögliche. Erinnerungen an Che Guevara, Berlin: Der >Audio< Verlag 2003, ISBN 3-89813-209-9 (CD), EUR 14,95, gehört von Benedikt Sandro Bechtel und Marc Andre Urmetzer. lesepunkte 1 (2006), Nr. 2, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/4780/
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Erstellt: 12.12.2006
Zuletzt geändert: 18.12.2006




