Raven

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Margot Theis Raven: Mercedes und der Schokoladepilot, Berlin: edition Grüntal Verlag 2005, 48 Seiten, ISBN 3-938491-03-5, EUR 16,90. 

 

gelesen von Jana Katharina Aust, 10. Klasse
Gymnasium Köln Pesch

 


Das Buch „Mercedes und der Schokoladepilot“ von Margot Theis Raven beruht auf einer wahren Begebenheit und handelt von einem siebenjährigen Mädchen namens Mercedes, das zu Zeiten der Berliner Luftbrücke in den Jahren 1948 und 1949 mit ihrer Mutter in Westberlin wohnte. Wie jedes Kind hoffte auch sie damals auf eine bessere Zukunft ohne Hungersnot, womit die Luftbrücke und somit auch der amerikanische Pilot Gail Halvorsen gerade recht kamen.

Durch die kurze, konkrete Einleitung wird das Thema präzise und verständlich beschrieben, sodass der Leser dem darauf folgenden Sachverhalt folgen kann. In dieser Einleitung wird geschildert, dass die Autorin Margot Theis Raven viele Informationen zum Beispiel vom ehemaligen Präsidenten der Berlin Airlift Veterans Association oder von Freunden und Bekannten erhalten hat. Es wird außerdem gesagt, dass die Autorin nach Utah gereist ist, um weitere relevante Informationen zu erhalten. Mit Hilfe von Erklärungen der Mutter von Mercedes lernt der Leser die Vorkommnisse von damals kennen und kleine Fragen, die beim Lesen auftreten können, wurden bedacht und zur Handlungsentwicklung insofern hineingebracht, dass Mercedes diese Fragen stellt und von ihrer Mutter beantwortet bekommt. 

Die Stärke des Buches ist ganz eindeutig, dass das Buch auf Grund der kurzen, aber viel aussagenden Texte und der dazu passenden Illustrationen leicht zu lesen und zu verstehen ist. Da das Buch von einem interessanten Thema handelt, reizt es den Leser umso mehr, weiter zu lesen. Zusätzlich sind der Text, die Einleitung und die Bilder so gestaltet, dass der Leser mitfühlend und nachdenklich wird. Zum Beispiel fühlte ich die dramatische Situation nach, als Gail S. Halvorsen im Schlusswort folgenden Satz sagt: „Zur Zeit der Luftbrücke war ich ein einfacher Pilot. Ich wusste nicht viel von den politischen Kämpfen, die sich zwischen den Alliierten abspielten. Aber ich wusste, dass die Menschen in Westberlin hungerten, dass sie Hilfe brauchten. Mehr brauchte ich nicht zu wissen.“ In diesem Satz wird die Bewertung der Luftbrücke unterstrichen, die man in der Einleitung lesen kann: „Die Luftbrücke […] ist noch immer einer der bewegendsten Beweise von Menschlichkeit und Nächstenliebe, den es jemals gegeben hat.“ 

Ich möchte das Buch „Mercedes und der Schokoladepilot“ weiterempfehlen, da sich der Leser durch dieses Buch einen guten Eindruck von der Situation damals machen kann. Mit Hilfe der Illustrationen lässt sich das damalige Geschehen bildlich vorstellen und auch die Gefühle lassen sich dadurch oft nachvollziehen, je nachdem, wie zum Beispiel die Geste einer Person dargestellt wird. Das Buch ist nicht nur spannend und interessant, sondern gibt auch noch historisches Wissen auf einfache Weise weiter und macht auf mich einen seriösen Eindruck. Jedoch ist das Buch „Mercedes und der Schokoladepilot“ meiner Meinung nach nicht gut für den Unterricht geeignet, da genauere Hintergrundinformationen fehlen, was eventuell zu auftretenden Fragen der Schüler führen kann. Zudem ist das Format des Buches sehr groß und der komplette Text möglicherweise zu kurz für den Unterricht, wenn man das Thema „Luftbrücke“ behandeln möchte. 

(Betreut von Angela Erle) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Margot Theis Raven: Mercedes und der Schokoladepilot, Berlin: edition Grüntal Verlag 2005, 48 Seiten, ISBN 3-938491-03-5, EUR 16,90, gelesen von Jana Katharina Aust. lesepunkte 1 (2006), Nr. 2, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/4778/

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Erstellt: 12.12.2006

Zuletzt geändert: 18.12.2006