Parigger

  / lesepunkte.de / Archiv / Ausgaben / 2006/2

Harald Parigger: Der schwarze Mönch, dtv: München 1998, 416 Seiten, ISBN 3-423-70519-1, EUR 9,00.

gelesen von Nadja Sossalla, 7. Klasse
Wernher-von-Braun Gymnasium, Friedberg

 


Die Geschichte spielt im 13. Jahrhundert zur Zeit der Kreuzzüge. Der 15-jährige Gerhard wohnt mit seinem Vater in Speyer. Seit dem Tod von Gerhards Mutter betrinkt sich sein Vater immer. Deshalb will Gerhard von Zuhause weg. Diese Gelegenheit bietet sich, als ein Mönch namens Nikolaus nach Speyer kommt. Er fordert die Kinder zu einem Kinderkreuzzug auf und behauptet, dass Jesus ihm erschienen sei und ihn zur Befreiung Jerusalems aufgefordert habe. Gerhard und viele andere Kinder folgen dem anscheinend freundlichen Mönch ins Ungewisse. Doch schon bald merken einige, dass mit dem Mönch etwas nicht in Ordnung ist.

Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt: Im ersten kommt Nikolaus mit einem päpstlichem Schreiben nach Speyer, um Ketzern nachzustellen. Als er auf dem Domplatz predigt, tritt ein Mann aus der Menge und beschimpft ihn. Es ist Gerhard. Das Kapitel endet damit, dass Gerhard zuhause seiner Frau Irmingard von der Rückkehr des Mönches berichtet. 

Im zweiten Teil des Buches wird die Geschichte des Kinderkreuzzuges erzählt, der in der Vergangenheit passiert ist. Im letzten geht Irmingard zu Nikolaus und fordert ihn auf, die Stadt zu verlassen. Er aber droht, sie als jüdische Hexe zu verklagen. In dem Buch ist vorne eine Karte, auf der sich der Weg des Kreuzzuges sehr leicht verfolgen lässt. 

Auch werden am Anfang die wichtigsten Hauptpersonen kurz vorgestellt. Die Stärken des Buches sind einmal die Handlung, da das Buch bis auf wenige Stellen sehr nachvollziehbar geschrieben ist. Auch ist es sehr lebendig geschrieben, als Beispiel hier ein kleiner Auszug (S. 234): "Dann drehte er sich noch einmal um und blickte über denn Hang. Die Tropfen an den Grasbüscheln und Latschen funkelten im Sonnenlicht und hinter den letzten Wolkenfetzen leuchtete blau und klar der Himmel." Auch ist ein Spannungsaufbau vorhanden, den ich sehr gelungen finde. Schwächen hingegen sind der Anfang, wo man erst überhaupt nicht versteht, was eigentlich los ist. 

Dann ist das Buch am Schluss sehr knapp formuliert, was ein paar Fragen offen lässt. Außerdem ist das Kapitel 9 (S. 217-237) sehr verwirrend geschrieben, sodass ich es zweimal lesen musste. Das Buch ist spannend. Doch manchmal musste ich Stellen mehrmals lesen, bis ich die Handlung verstand, da man nicht mehr wusste, von wem die Rede ist. Ich finde es im Ganzen aber ein echt lesenswertes Buch. 

Auch muss man sich nicht so für das Mittelalter interessieren, das Buch ist eigentlich für jeden Jugendlichen interessant. Außerdem lernt man etwas über das Verhältnis zwischen Christen und Juden im Mittelalter und über das Verhalten von "reinen" Menschen gegenüber den Aussätzigen. Deshalb würde ich das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen. Aber man sollte schon 11-12 Jahre alt sein. Für Jüngere halte ich die Handlung für nicht so gut. 

(Betreut von Carina Oettle) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Harald Parigger: Der schwarze Mönch, dtv: München 1998, 416 Seiten, ISBN 3-423-70519-1, EUR 9,00, gelesen von Nadja Sossalla. lesepunkte 1 (2006), Nr. 2, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/4769/

Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.



Erstellt: 12.12.2006

Zuletzt geändert: 14.12.2006