Novelli

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Luca Novelli: Galilei und der erste Krieg der Sterne, Würzburg: Arena Verlag 2005, 112 Seiten, ISBN 3-401-05741-3, EUR 7,95. 

gelesen von Melissa Abbott, 6.Klasse
Meranier-Gymnasium Lichtenfels

 


Das Buch von Luca Novelli entführt den Leser zunächst nach Italien in die Zeit um 1600. In naiver, recht lustiger und auch spannender Weise erzählt das Buch von Galileo Galilei, seinem Leben, seinen Erfindungen, seiner Liebe zur Musik und seinen Ansichten über das Universum. Ganz nebenbei wird auch das historische Umfeld dargestellt.

Geboren 1564 in Pisa als Sohn eines Tuchhändlers und Musikers, lernt Galileo Galilei früh schreiben und lesen, obwohl seine Familie in eher ärmlichen Verhältnissen lebt.  

In einer Zeit, in der die katholische Kirche fast allmächtig ist, in der man noch glaubt, dass die Erde im Mittelpunkt des Universums steht und die Sonne, die Sterne und die Planeten sie umkreisen, wagt Galilei eigene Gedanken. Obwohl er ursprünglich Medizin studieren sollte, fasziniert ihn die Mathematik weit mehr und schon bald entwickelt er mathematische Formeln und erfindet eine hydrostatische Waage zur Messung der Gold- und Silberanteile bei Legierungen. Mit immer neuen Experimenten beeindruckt und beängstigt er die Leute. 

Obwohl Galilei durch seine militärischen und geometrischen Erfindungen zu beträchtlichem Reichtum gelangt, gehört sein Interesse immer wieder den Sternen. So hält er Vorträge über Astronomie und stellt fest, dass sich die Erde um die Sonne drehen muss. Dies bringt ihn vor die Inquisition, das Kirchengericht, was ihn aber nicht davon abhält, weiter an seinen Theorien festzuhalten. Er entwickelt schließlich ein gutes Fernrohr, mit dem er die Beschaffenheit der Mondoberfläche und 4 der 16 Jupitermonde entdeckt.  

Nach und nach bestätigen auch andere Astronomen Galileis Theorie. Doch seine Behauptung, die er aufgrund seiner intensiven und nachweisbaren Beobachtungen aufstellt, dass die Sonne im Mittelpunkt steht und sich selbst um die eigene Achse dreht, widerspricht den Aussagen der Bibel. In Galileis Zeit gilt jedoch alles, was der katholischen Lehre widerspricht, als Ketzerei und wird verboten und streng verfolgt. 

Nur mit viel Glück kann Galilei erneut der Inquisition und damit dem Tod durch Verbrennen auf dem Scheiterhaufen entgehen. Er wird unter Hausarrest gestellt und streng vom Inquisitor überwacht. Er darf seine Theorien und Beobachtungen nicht weiter verbreiten. So entschließt er sich, Bücher zu schreiben, die in ganz Europa veröffentlicht werden, aber allerdings nur in den Ländern, die nicht der katholischen Kirche unterstehen. Und obwohl es verboten ist, Galileis Meinung zu vertreten, verbreiten sich seine Theorien unaufhaltsam weiter über seinen Tod im Jahre 1642 hinaus. 

Das Buch ist aufgelockert durch kleine, oft lustige Karikaturen mit Anmerkungen, leicht verständlich und recht unterhaltsam geschrieben, sodass man es gar nicht weglegen möchte. Sehr anschaulich wird die damals schwierige Zeit aufbereitet und dem Leser ganz nebenbei geschichtliches Hintergrundwissen vermittelt. Viele dieser Passagen machen wirklich neugierig, noch mehr Informationen zu bekommen. 

Der kleine Einblick in die Welt des großen Galilei hat mich total fasziniert. Ich glaube, jeder Leser wird so denken müssen, denn alleine den Namen Galileo Galilei zu hören, heißt für die meisten doch nur “die Erde dreht sich um die Sonne“. Kaum einem ist dabei wohl bewusst, unter welchen Schwierigkeiten und Gefahren diese simple Feststellung getroffen wurde. Es ist bewundernswert, dass es in der Geschichte immer wieder Menschen gab, die ihre Ideale auch unter größten Widerständen nicht aufgegeben haben und so der ganzen Menschheit von unermesslichem Nutzen waren. 

(Betreut von Manfred Brösamle-Lambrecht)

 

 

Empfohlene Zitierweise

Luca Novelli: Galilei und der erste Krieg der Sterne, Würzburg: Arena Verlag 2005, 112 Seiten, ISBN 3-401-05741-3, EUR 7,95, gelesen von Melissa Abbott. lesepunkte 1 (2006), Nr. 2, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/4767/

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Erstellt: 12.12.2006

Zuletzt geändert: 12.12.2006