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Monika Pelz: Die Verschwörung der Dichter, Wien: Verlag Jungbrunnen 2005, 280 Seiten, ISBN 3-7026-5770-3, EUR 16,90. 

 

gelesen von Valerie Knoop, 9. Klasse
Marienschule Krefeld

 


Der historische Roman „Die Verschwörung der Dichter“ von Monika Pelz behandelt den Lebensweg eines jungen französischen Mädchens namens Maguerite. Maguerite wächst als uneheliches Kind, und somit als Schande der Familie verhasst, in einem kleinen Ort bei ihrer Halbschwester wie eine Bedienstete auf.

Madame du Deffand, die in Paris einen reichen Haushalt und Salon unterhält, erfährt von einer Intrige, die einige der berühmtesten und progressivsten Philosophen und Dichter jener Zeit ausgeheckt haben, um den Marquis de Croismare spaßeshalber dazu zu bringen, von seinem Landsitz nach Paris zurückzukehren. Sie haben eine hübsche junge Nonne erfunden, die aus einem Kloster geflohen ist und nun die Hilfe des Marquis erbittet. 

Madame du Deffand ist über diese Lüge empört und möchte die intriganten Philosophen mit ihren eigenen Waffen schlagen. So setzt sie sich erstmals mit ihrer auf dem Land lebenden Nichte Maguerite de Vichy in Verbindung. Ihr Plan ist es, das junge Mädchen in die Pariser Gesellschaft einzuführen und dabei das Gerücht zu streuen, diese Dame sei die von den Philosophen erfundene entflohene Nonne. Maguerite verlässt also ihre schreckliche Halbschwester und deren noch unausstehlicheren Gatten und zieht zu ihrer Tante nach Paris, wo sie ihre Rolle als flüchtige Nonne perfekt spielt und lernt, sich in der Pariser Gesellschaft mit ihren Herren, Damen und Gelehrten zurechtzufinden. 

Der Handlungszusammenhang sowie die Entwicklung, die Maguerite als unerfahrenes, vernachlässigtes Kind in Paris durchlebt, sind sehr nachvollziehbar und überzeugend dargestellt. So hat das Mädchen in der Großstadt nicht nur mit ihrer Rolle als Nonne zu kämpfen, sondern auch mit sehr menschlichen, pubertären Problemen, wie zum Beispiel enttäuschter Liebe oder ihrer äußeren Erscheinung. Die Geschichte spielt vor dem historischen Hintergrund des 18. Jahrhunderts und vermittelt dem Leser damit Wissen über die Ansichten und Entwicklungen in der Pariser Bevölkerung, die 1789 schließlich zum Sturm auf die Bastille und damit zur Französischen Revolution geführt haben. 

Hierbei sorgt die Rahmenhandlung, welche besonders für Mädchen unterhaltsam zu verfolgen ist, dafür, dass man sich interessiert mit dem historischen Hintergrund auseinandersetzen kann, ohne dass der Roman einen trockenen Nachgeschmack hinterlässt. Folglich ist das Lesen dieses Romans nicht nur als Freizeitlektüre, sondern auch für unterrichtliche Zwecke empfehlenswert. 

Die verwendete Sprache, die zwar teilweise etwas anspruchsvoller, jedoch in jedem Fall unterhaltend ist, sorgt dafür, dass man sich als Leser gut in die behandelte Zeit versetzen kann und die Atmosphäre auf den beschriebenen Pariser Bällen und Gesellschaften glaubhaft vermittelt wird. Französische Worte, die im Roman verwendet werden, wie etwa „Voilà“, „Soirée“ oder „Maison“, tragen ebenfalls zur Glaubwürdigkeit der Handlung bei. Besagte Worte sind zu Zwecken der Übersichtlichkeit im Buch kursiv gedruckt und im Anhang für den Leser erläutert bzw. übersetzt. Dort befindet sich auch eine Aufzählung der im Roman erwähnten Personen sowie die jeweiligen Informationen, die erfunden wurden oder aber auf Tatsachen beruhen. Weiter werden dem Leser durch zahlreiche Fußnoten die historischen und kulturellen Begebenheiten erläutert, die in der Geschichte angedeutet werden. Was das Verständnis und den Lerneffekt angeht, lässt Monika Pelz’ Werk also nichts zu wünschen übrig. 

Die Liebesgeschichte zwischen Maguerite und einem Freund, den sie in ihrer Kindheit kennen gelernt hat, lockert die Handlung auf und sorgt dafür, dass wohl vor allem Mädchen etwas an dem Buch finden werden, das ihren Interessen entspricht. Sei es das Cinderella-ähnliche Schicksal von Maguerite oder die Liebesgeschichte. Dass sich der Roman streckenweise ein wenig in die Länge zieht, was die Lesbarkeit leicht negativ beeinflusst, ist verzeihlich. 

Mein Eindruck vom vorliegenden Roman ist vorwiegend positiv. Stellenweise hätte ihm ein wenig mehr Spannungsaufbau nicht geschadet und einige Handlungspassagen hätten kürzer ausfallen sollen. Jedoch werden diese Schwächen von der treffenden und interessanten Sprache, den teilweise bissigen und amüsanten Formulierungen und dem, was man über die beschriebene Zeit lernt, mehr als ausgeglichen. Besonders interessant sind die Debatten zwischen den philosophisch und politisch verständigen Pariser Bürgern, die die Protagonistin Maguerite auf den Gesellschaften trifft. In ihnen wird beispielsweise über die damalige Lage des Landes diskutiert oder darüber, dass die Adligen vom Staat zu sehr bevorzugt werden und die Armen so nur noch ärmer werden, während die Reichen und der König selbst ihre Besitztümer immer weiter vermehren. 

Weiterempfehlen würde ich das Werk an historisch interessierte Frauen und Mädchen, da die Rahmenhandlung meiner Meinung nach eher weiblichen Interessen entspricht. Vor allem Sprachinteressierte werden am Lesen von „Die Verschwörung der Dichter“ Spaß finden. 

(Betreut von Christian Happe / Dr. Ansgar Hoff)

 

 

Empfohlene Zitierweise

Monika Pelz: Die Verschwörung der Dichter, Wien: Verlag Jungbrunnen 2005, 280 Seiten, ISBN 3-7026-5770-3, EUR 16,90, gelesen von Valerie Knoop. lesepunkte 1 (2006), Nr. 1, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/4306/

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Erstellt: 09.10.2006

Zuletzt geändert: 11.10.2006