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E. W. Heine: Papavera – Der Ring des Kreuzritters, München: cbj 2006, 384 Seiten, ISBN 3-570-12912-8, EUR 15,90.
gelesen von Meral Nürnberger, 12. Klasse
Emil-von-Behring-Gymnasium Spardorf

Die 15jährige Papavera, die eigentlich Veronika heißt, lebt und herrscht seit dem Tod ihrer Mutter allein auf Burg Falkenstein. Seit vielen Jahren hofft sie auf die Rückkehr ihres Vaters von einem Kreuzzug. Doch niemand außer ihr selbst glaubt wirklich daran, dass ihr Vater überhaupt noch am Leben ist. Zumal Papaveras Vater Papavero auch noch unter äußerst dubiosen Umständen mit den Kreuzfahrern gezogen ist.
Dem Herrscher über die benachbarte Burg ist die junge Herrin einer Burg ein Dorn im Auge. Nicht nur, dass sie eine Frau ist und seiner Meinung nach der Macht, die sie hat, nicht gewachsen ist, er möchte auch sein eigenes Land und seine Macht durch die Übernahme ihrer Ländereien vergrößern und versucht Papavera zu einer Heirat zu zwingen. Als sich Papavera aber heftig dagegen wehrt, klagt er sie bei der Inquisition als Hexe an. So muss Papavera mit ihrem treuen Hengst vor dieser Institution fliehen und begibt sich auf die Suche nach ihrem geliebten Vater. Den Inquisitor immer dicht auf den Fersen flüchtet sie zuerst nach Venedig und von dort ins Heilige Land.
Auf ihrer Flucht findet sie nicht nur viele neue tierische und menschliche Freunde, schlägt sich mit dem fahrenden Volk durch und wird beinahe eine Haremsdame, sondern findet auch ihre große Liebe. Mit der Hilfe des jüdischen Jungen David, in den sie sich verliebt, kommt sie auf ein Schiff, das nach Akkon ins Heilige Land segelt. Dort lagert zwar das Heer der Kreuzfahrer, doch keiner der Kreuzritter will ihren geliebten Vater gesehen haben. Aber je näher sie ihrem Ziel kommt, desto öfter hört sie die fantastische Geschichte von einem Araber mit ebenso feuerrotem Haar, wie sie selbst es hat, der versucht Kreuzfahrer und Moslems zu versöhnen. Sie zweifelt zwar daran, dass dies ihr Vater sein könnte, denn schließlich ist der kein Araber, aber der geheimnisvolle Araber ist ihr einziger Anhaltspunkt und sie begibt sich deshalb auf diese Spur.
„Papavera“ ist ein sehr genau beschreibender Roman, der durchgehend spannend zu lesen ist. E. W. Heine zeichnet die immer neuen Landschaften besonders liebevoll und äußerst detailliert. So hat man das Gefühl, exakt das zu sehen, was auch Papavera vor sich sieht. Die Hauptfigur kennt keinerlei Vorurteile den anderen Religionen und Lebensweisen gegenüber und so ist auch der Leser vorurteilsfrei. In dem Roman scheint es ganz einfach zu sein, alle Menschen gleich zu betrachten und alle Religionen zu vereinen – eine schöne Vorstellung und sehr erstrebenswert. Die Geschichte ist stimmig und besonders für Liebhaber des Mittelalters interessant. Aber auch der, dem das Mittelalter nicht sehr am Herzen liegt, kommt nicht zu kurz, da ihm das äußerst spannende und packende Abenteuer von Papavera zu verfolgen bleibt. Alles in allem eine wundervolle und abgerundete Geschichte, die sehr lesenswert ist.
(Betreut von Emil Wanek)
Empfohlene Zitierweise
E. W. Heine: Papavera – Der Ring des Kreuzritters, München: cbj 2006, 384 Seiten, ISBN 3-570-12912-8, EUR 15,90, gelesen von Meral Nürnberger. lesepunkte 1 (2006), Nr. 1, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/4296/
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Erstellt: 09.10.2006
Zuletzt geändert: 11.10.2006




