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Andrea Böhm: Die Amerikaner. Reise durch ein unbekanntes Imperium, Freiburg: Verlag Herder 2006, 208 Seiten, ISBN 3-451-05657-7, EUR 9,90.
gelesen von Eva Bauer, 10. Klasse
Gymnasium Grafing

Mit ihrem Buch „Die Amerikaner - Reise durch ein unbekanntes Imperium“ nimmt Andrea Böhm den Leser mit auf eine Fahrt durch ein Amerika, abseits der üblichen Touristenpfade und ermöglicht den Blick hinter die Kulissen. Dabei zeigt sich ein zum Teil überraschend anderes Bild der USA als es uns aus den Medien bekannt ist.
Die einzelnen Kapitel ihres Buches sind den Städten auf ihrer Reiseroute gewidmet. Diese Stationen sind jeweils auch Ausgangspunkt für Exkurse über die Geschichte Amerikas. Kritisch und mit manchmal sarkastischem Unterton setzt sich die Schriftstellerin mit Erzählungen von Einheimischen auseinander, zitiert aus Geschichtsbüchern oder führt in Museen und andere öffentliche Einrichtungen. Mit großer Deutlichkeit bringt Andrea Böhm ihre Eindrücke auf den Punkt und zeigt Widersprüche und Ungereimtheiten auf. Dabei geht sie etwa den zum Teil von Stadt zu Stadt unterschiedlichen religiösen Vorstellungen der Amerikaner oder deren Ansichten zum Kampf gegen den Terrorismus auf den Grund.
Einmal ganz direkt ausgesprochen, einmal versteckt in der Schilderung des städtischen Alltags und seiner Menschen, entwirft sie ein recht scharfes Bild über das Wesen und die Gewohnheiten eines Landes, das nach der Überzeugung seiner Bewohner auch heute noch als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten gilt. Dabei wird jedoch sehr deutlich, dass Amerika keineswegs das Land ist, in dem Milch und Honig fließen, sondern ein Staat, der sich, wie die meisten anderen Länder unserer Zeit, mit großen Problemen konfrontiert sieht. Sowohl wirtschaftlich und politisch, als auch durch eine in Bezug auf Wohlstand, Bildung und kulturellen Hintergrund und religiöse Ansichten gespaltene Bevölkerung. Alle Erfahrungen und Eindrücke, die Andrea Böhm auf ihrer Reise durch dieses „andere Amerika“ sammelt, verbindet sie geschickt zu einem anschaulichen, kurzweiligen und mitunter amüsanten Reisebericht.
Das Buch ist logisch und übersichtlich aufgebaut. Die einzelnen Kapitel reihen sich entlang der Reiseroute von der Ostküste Amerikas zu seiner Westküste. Sprache und Satzbau sind klar und verständlich. Ohne große Umschweife kommt Böhm auch hier auf den Punkt und vermeidet umständliche Schachtelsätze. Am Ende des Buches ist eine Karte Amerikas abgebildet, auf der man den genauen Reiseweg mit allen Stationen nachvollziehen kann.
Das Buch ist meiner Meinung nach eine interessante Quelle, um mehr über die Geschichte Amerikas, aber auch über die heutigen Lebensumstände der Amerikaner erfahren zu können. Sein Vorteil ist die gelungene Mischung aus übersichtlichem Umfang und präziser Information. Allerdings setzt die Autorin ein gewisses Maß am Geschichtskenntnis, insbesondere der jüngeren Historie Amerikas voraus, was es für einen Jugendlichen nicht immer leicht macht, alle Aussagen und Hinweise zu verstehen. Ich denke, dass das Buch für Interessierte hilfreich ist, die geschichtlichen Zusammenhänge besser zu verstehen. Für den Unterricht halte ich es für weniger geeignet, da es eher jene Seiten der Geschichte Amerikas beleuchten, die im Unterricht kaum besprochen werden. Alles in allem würde ich das Buch an Leser meiner Altersstufe aber durchaus weiterempfehlen.
(Betreut von Uta Löhrer)
Empfohlene Zitierweise
Andrea Böhm: Die Amerikaner. Reise durch ein unbekanntes Imperium, Freiburg: Verlag Herder 2006, 208 Seiten, ISBN 3-451-05657-7, EUR 9,90, gelesen von Eva Bauer. lesepunkte 1 (2006), Nr. 1, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/4292/
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Erstellt: 09.10.2006
Zuletzt geändert: 16.10.2006




