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Hans-Peter von Peschke/ Nikolai Smirnov (Illustr.): Was ist Was: Mittelalter (Band 118), Nürnberg: Tessloff Verlag, 48 Seiten, ISBN 3-7886-1505-2, EUR 8,90.
gelesen von Anne Effkemann, 7. Klasse
Werner-Jaeger-Gymnasium, Nettetal

"Mittelalter" gehört zu den typischen „Was ist Was“-Büchern. Die Info-Texte sind keineswegs trocken und langweilig, sondern das Mittelalter mit seiner Prächtigkeit, aber auch seinen Kriegen und der Armut wird mit Hilfe von Bildern und Texteinschüben anschaulich vorgestellt. Durch einfach gestaltete, kurze Beispielgeschichten wird das Leben im Kloster, auf dem Land, in der Stadt und auf der Burg aus der Sicht von Kindern beschrieben. Solch eine Geschichte steht am Anfang jedes großen Kapitels, in die das Buch eingeteilt ist, so dass man gleich am Anfang eine Einführung bekommt, um welches Thema sich auf den nächsten Seiten alles dreht.
So lautet die Überschrift des ersten großen Abschnittes einfach nur „Das Mittelalter“. In diesem Kapitel wird erst einmal darüber geredet, was uns am Mittelalter so fasziniert. Auch die Unterschiede der Lebensbedingungen von den einzelnen sozialen Ständen und der damalige Glaube der Menschen werden ohne Verherrlichungen gut beschrieben.
Die weiteren Kapitel befassen sich mit den einzelnen Lebensräumen der Menschen. Direkt nach der Einleitung im ersten Kapitel wird das aufgegriffen, was wohl die meisten von uns als erstes vom Mittelalter erfahren haben: das Leben auf der Burg. Es werden die Turniere und Jagden, die prunkvollen Feste der adligen Gesellschaft, aber auch das Alltagsleben in den mehr oder weniger sicheren Festungen dargestellt.
Doch da es nicht nur Ritter und reiche Burgherren gab, muss auch die restliche Bevölkerung im Buch berücksichtigt werden. Also wird im nächsten Kapitel das Leben auf dem Land vorgeführt, wo dem Leser die meist eher ärmlichen Lebensverhältnisse der Bauern vor Augen geführt werden. Nebst schwerer Arbeit mussten sie auch noch Abgaben an ihre Grundherren und die Klöster der Umgebung zahlen. Von diesen Klöstern ist dann im folgenden Kapitel die Rede.
Der Autor berichtet vom Aufbau eines Klosters und seiner Aufgaben, und natürlich wird auch der berühmte Satz nicht außer Acht gelassen: "Ora et labora!": - "Bete und Arbeite!". So hieß das Motto der Benediktiner, die - neben anderen Orden - bereit waren, sich für ihren Glauben den strengen Regeln der Klöster unterzuordnen.
Aber wo lebten jetzt die Handwerker und die Kaufleute? Natürlich in der Stadt, der in diesem Buch auch ein Kapitel gewidmet ist. Darin wird von reichen Händlern erzählt, die in aller Pracht des Reichtums lebten, und von armen Krüppeln, die auf den verschmutzten Straßen schliefen und sich ihr tägliches Brot zusammenbetteln mussten, um nicht zu verhungern. Doch natürlich galten auch für die Armen die Rechte aller Bürger, so dass bald das Sprichwort "Stadtluft macht frei" in aller Munde war.
Nach dem Kapitel "Stadtleben" folgt das Ende des Mittelalters mit dem Kapitel "Aufbruch in eine neue Zeit", das die Veränderungen zeigt, die die neue Zeit (die „Neuzeit“) mit sich bringt. Zu guter Letzt gibt es noch ein Rezept aus dem 15. – 16. Jahrhundert, welches "geschmackvoll" den Schluss des Buches bildet.
Zwischen den einzelnen Themen findet man Listen mit Schlagwörtern zum Mittelalter, die leicht verständlich erklärt werden, z.B. „Belagerung“ oder „Erste Feuerwaffen“. Solche Wörter werden auch in kleinen Fenstern zwischen den Texten erläutert. Zusätzlich findet man beschriftete und farbige Schaubilder, die mit vielen Kleinigkeiten ausgeschmückt sind, so dass es Spaß macht, all diese pfiffigen Kleinode nebenbei zu entdecken. Aber nicht nur Schaubilder und selbsterfundene Illustrationen machen das Buch bunt und interessant; auch mittelalterliche Kunst aus dem 12. bis 16. Jahrhundert wird durch Ausschnitte von Bildern, Wandteppichen und Stickereien gezeigt. Bisweilen wechseln auch Fotos den Text ab, die Klöster und Burg(ruin)en verschiedener Art zeigen.
„Mittelalter“ kann gut in der Schule, z.B. im Geschichtsunterricht, zum Lernen verwendet werden. Durch ein Inhaltsverzeichnis sowie ein Register können auch schnell einzelne Stichwörter nachgeschlagen werden. Der Text ist durch auffällig gedruckte Grundfragen gegliedert und daher sehr übersichtlich, so dass man den Text auf der Suche nach bestimmten Begriffen gut überfliegen kann. In "Mittelalter" können schon leseeifrige Kindergartenkinder und Grundschüler durch die verständlich geschriebenen Texte eine Einführung in die Zeit der Ritter und Burgen bekommen, doch auch ältere Kinder (etwa bis 13 Jahre) dürften das Sachbuch interessant finden und viele neue Einblicke in das Mittelalter gewinnen.
(Betreut von Thorsten Maaßen)
Empfohlene Zitierweise
Hans-Peter von Peschke/ Nikolai Smirnov (Illustr.): Was ist Was: Mittelalter (Band 118), Nürnberg: Tessloff Verlag 2004, gelesen von Anne Effkemann. Probeausgabe (2006), Nr. 0, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/3580/
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Erstellt: 03.05.2006
Zuletzt geändert: 03.05.2006




