Bruckner

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Winfried Bruckner / Christine Nöstlinger / Renate Welsh: Damals war ich vierzehn. Jugend im Dritten Reich. Eine Sammlung von Geschichten und Berichten, Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 2005, 157 Seiten, ISBN 3-473-58073-2, EUR 5,95. 

 

gelesen von Julia Greger und Nora Hager, 10. Klasse
Liebfrauenschule Köln

 


Das Buch „Damals war ich vierzehn“ enthält 16 Kurzgeschichten, die die Zeit des Nationalsozialismus zum Thema haben. Dreizehn Autoren erzählen Episoden ihrer Kindheit (Winfried Bruckner, Vera Ferra-Mikura, Wolf Harranth, Nadine Hauer, Hilde Leiter, Lene Mayer-Skumans, Wilhelm Meissel, Christine Nöstlinger, Ernst Nöstlinger, Brigitte Peter, Rudolf Pritz, Käthe Recheis und Renate Welsh). Die Berichte sind chronologisch geordnet, beginnen also kurz vor dem 2. Weltkrieg und enden in der Nachkriegszeit.

Die Autoren erinnern sich an ganz unterschiedliche Ereignisse, an traurige und schmerzvolle, bizarre, aber auch an fröhliche. Dabei ist es eindrucksvoll zu lesen, wie die politische Situation des Dritten Reiches von Kindern und Jugendlichen wahrgenommen wurde. 

Da die Geschichten von vielen verschiedenen Autoren geschrieben wurden, ändert sich der Schreibstil mit jedem Bericht. Während der eine mit langen gedanklichen Ausschweifungen seine Geschichte detailliert erzählt (zum Beispiel Brigitte Peter: „Denk lieber an den Nikolaus“), beschränkt sich ein anderer auf knappe prägnante Sätze, die die Handlung nur in groben Zügen wiedergeben (zum Beispiel Vera Ferra- Mikura: „Fräulein Lola Buchsbaum“). Bei den Autoren, deren Erzählung nahe nach dem Kriegsgeschehen spielt, merkt man, dass sie diese schmerzvollen Erinnerungen nicht allzu detailgenau wiedergeben. Gemeinsam allerdings ist allen Erzählungen, dass sie sehr leicht zu lesen sind und keine Verständnisprobleme auftauchen. Dass sie allesamt wahre Begebenheiten sind, macht es für den Leser einfacher, sich in die handelnden Personen hinein zu versetzten, vor allem, weil sie alle aus der Ich-Perspektive geschrieben wurden. 

Für den Unterricht einer sechsten bis siebten Klasse könnte dieses Buch eine bereichernde Lektüre sein, da es das Leben unter der Herrschaft der Nationalsozialisten sehr facettenreich beschreibt. Zum Beispiel greift es den Antisemitismus, die Bespitzelung oder die Grausamkeiten an der Front auf. Außerdem sind die hinten im Buch angefügten Worterklärungen hilfreich, da diese kindgerecht Begriffe wie „Gestapo“ oder „Alliierte“ erläutern. 

Uns hat die Kurzgeschichtensammlung gut gefallen. Es war interessant, den Nationalsozialismus aus dem Blickwinkel von Kindern und Jugendlichen zu erleben, zumal es sich nicht um fiktive Geschichten handelt, sondern um wahre Begebenheiten. Wir denken, dass das Buch ganz besonders für Menschen mit weniger Leseausdauer geeignet ist, da die Geschichten kurz sind und man so immer wieder innehalten kann. Da alle Geschichten sehr einfach geschrieben sind und man nicht über einen komplizierten Satzbau stolpert, kann man das Buch auch leicht herunterlesen. 

Im Vergleich zu anderen Büchern, die dieses Thema für genau diese Altersstufe behandeln, ragt diese Sammlung von Kurzgeschichten aber nicht heraus, denn es gibt keine sich aufbauende Spannung, die den Leser fesselt und in das Geschehen regelrecht hineinzieht.  

Das Buch ist vom Anspruch her vergleichbar mit „Damals war es Friedrich“ von Hans Peter Richter, erreicht aber nicht die Klasse und Intensität Klaus Kordons „Mit dem Rücken zur Wand“ und „Der erste Frühling“. 

(Betreut von Karin Kasprowicz) 

 

Empfohlene Zitierweise

Winfried Bruckner/ Christine Nöstlinger/ Renate Welsh: Damals war ich vierzehn. Jugend im Dritten Reich. Eine Sammlung von Geschichten und Berichten, Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 2005, gelesen von Julia Greger und Nora Hager. Probeausgabe (2006), Nr. 0, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/3550/

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Erstellt: 03.05.2006

Zuletzt geändert: 04.05.2006